Peter Gubser kämpft sich zurück: Der ehemalige Arboner Politiker steht nach seinem schweren Unfall bereits wieder auf eigenen Beinen

Der Arboner macht im Paraplegikerzentrum stetige Fortschritte. An den Wochenenden darf er bereits nach Hause.

Miguel Lo Bartolo
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Peter Gubser meistert im Paraplegikerzentrum Nottwil (LU) Hürde um Hürde. (Bild: PD)

Peter Gubser meistert im Paraplegikerzentrum Nottwil (LU) Hürde um Hürde. (Bild: PD)

Endlich gibt es erfreuliche Nachrichten für den früheren Arboner Stadtrat Peter Gubser: Nach einem schweren Velounfall Ende August ist er auf dem Weg der Besserung. Unmittelbar nach dem Ereignis hatten  Ärzte und Angehörige noch das Schlimmste befürchtet. Die erste Diagnose lautet Tetraplegie. Tatsächlich hat Gubser anfänglich keine Kontrolle über seine Gliedmassen und kann sich nur mehr auf seinen Geist verlassen.

Dem 69-Jährigen wird eine Rehabilitation in frühestens neun Monaten in Aussicht gestellt. Mit dieser Prognose lässt er sich allerdings nicht abspeisen: «Wer mich kennt, weiss, dass Geduld nicht so meine Stärke ist», sagte Gubser Anfang Oktober.

Eine unerwartet schnelle Rehabilitation

Es ist fast so, als ob sein Körper seiner blossen Willenskraft unterliege. Obwohl Gubser von Beginn an stetige Fortschritte macht, ist das, was er heute leisten kann, verblüffend. Der ehemalige Marathonläufer sagt:

«Selbst die Fachkräfte sind überrascht von meiner Entwicklung»

Nach gerade einmal elf Wochen im Paraplegikerzentrum Nottwil (LU) ist er bereits wieder in der Lage, aufrecht zu stehen und einige Schritte zu gehen. «Erst kürzlich stellte ich sogar einen persönlichen Rekord im Stufenlaufen auf.» Unterstützt von seinem Gehstock und dem Treppengelände gelang es ihm, alleine in den vierten Stock der Klinik zu steigen.

Im Oktober brauchte Gubser noch einen Stift, um sein Handy zu bedienen, und spezielles Besteck, um zu essen. Heute funktioniert auch ein Teil seiner Feinmotorik wieder. «Ich kann normale Messer, Gabeln oder Löffel benutzen», sagt er.

«Ich weiss: Das tönt jetzt alles schön und gut. Aber meine laufenden Fortschritte sind auch mit einer Menge Anstrengung verbunden.»

Die täglichen Therapiesitzungen bekommen ihm gut, wie er sagt. Es bleibe zwar nicht viel Zeit für Besucher, denn zwecks Ergo- und Physiotherapie sowie verschiedener Trainingsmethoden endet sein Pflichtprogramm erst um 17 Uhr. Jede Massnahme, die seine Genesungszeit verkürze, sei ihm aber recht.

Fachpersonal entlässt ihn mit gutem Gewissen

Die bisherigen Erfolge motivieren den SP-Politiker. Laut eigener Aussage darf er an den Wochenenden bereits wieder nach Hause gehen.

«Das ist für mich ein gewaltiger Lichtblick.»

In Arbon wird er von seiner Frau versorgt, einer ausgebildeten Pflegefachfrau. «Auch ihr ist es zu verdanken, dass ich schon wieder daheim sein darf.»

Die meisten Tetraplegie-Patienten dürfen laut Gubser das Paraplegikerzentrum erst nach sechs Monaten verlassen – und auch dann nur übers Wochenende. Weil er mittlerweile aber einen manuellen Rollstuhl hat, der sich leicht zusammenklappen und im Auto verstauen lässt, seine Arme immer besser funktionieren und er eine Pflegekraft zur Frau hat, lasse ihn das Personal schon jetzt mit gutem Gewissen die Wochenenden zu Hause verbringen.

«Ich bin auch weiterhin optimistisch»

Mit dem Gehstock laufe er inzwischen ganz gut Treppen. Gubser hat sich aber vorgenommen, sich in absehbarer Zukunft auch wieder ohne Hilfe fortbewegen zu können. Dass er je wieder Marathon laufen könne, sei allerdings unwahrscheinlich. «Damit komme ich zurecht», sagt Gubser. «Ich bin schon genug gelaufen.»

Im Augenblick geniesse er vor allem, wieder nach Hause gehen zu können. «Ich konnte zuletzt noch ein weiteres Ziel erreichen, das ich mir gesetzt hatte: das Gehen mit Krücken.»