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Peter Eberle gehört dem Romanshorner Stadtrat seit bald 28 Jahren an und hat noch immer nicht genug

Der Parteilose kandidiert bereits zum achten Mal für die Behörde. Sein Antrieb ist ein Erlebnis bei seiner Feier als Jungbürger. Der Grundbedarf für Sozialhilfe-Empfänger ist seiner Meinung nach zu hoch.
Markus Schoch
Peter Eberle am Hafen Romanshorn. (Bild: Max Eichenberger)

Peter Eberle am Hafen Romanshorn. (Bild: Max Eichenberger)

Peter Eberle, sie gehören seit bald 28 Jahren dem Stadt – beziehungsweise Gemeinderat an und wollen weitere vier Jahre anhängen. Warum haben Sie noch immer nicht genug?

Ein Schlüsselerlebnis für mein politisches Engagement - in welcher Form auch immer - ist für mich meine Jungbürgerfeier, an der der damalige Gemeindeammann Walter Anderes den folgenden Satz gesagt hat, den ich nie mehr vergessen habe: «Wer nicht politisiert, mit dem wird politisiert!»

Sie haben sich in den Legislaturzielen vorgenommen, dass sich die Fürsorgeleistungen pro Kopf dauerhaft unter dem kantonalen Durchschnitt bewegen sollen. Ist Ihnen das gelungen?

Nein. Bis 2016 war dies zwar der Fall. Im Jahr 2017 waren wir jedoch bereits im Durchschnitt und für 2018 wird er deutlich überschritten werden. Diese Entwicklung bereitet mir grosse Sorge, denn sie wird die Möglichkeit für Investitionen deutlich einschränken und den Druck auf den Steuerfuss erhöhen.

Die Sozialhilfe-Empfänger kommen in mehreren Kantonen unter Druck. Bern beispielsweise will den Grundbedarf stark kürzen. Wie stehen Sie zu dieser Entwicklung?

Ja, der Grundbedarf sollte gekürzt werden um zirka 20 Prozent mit der Möglichkeit für den Sozialhilfebeziehenden, die Kürzung durch aktive Teilnahme an einem Beschäftigungsprogramm zu kompensieren. Es ist für mich störend, dass das Nettoeinkommen aus der Fürsorge im Vergleich zu Löhnen von unqualifizierten Arbeitskräften keinen Anreiz mehr zur Arbeit schafft.

Wo sehen Sie die grösste Herausforderung von Romanshorn im Bereich der Sozialhilfe?

Wie bereits angedeutet, sind die Kosten im Sozialbereich das grösste Problem. Die Fürsorge kostet aktuell rund zwölf Steuerprozente. Dazu kommen noch Krankenkassenprämienverbilligungen, die rund acht Steuerprozente ausmachen. Diese zwei Posten machen damit bereits zirka 30 Prozent der Steuereinnahmen der Stadt Romanshorn aus.

Sie haben vor bald acht Jahren das Ressort Soziales übernommen. Würden Sie es gerne behalten?

Ja, ich möchte dieses Ressort behalten. «Gerne» ist in diesem Zusammenhang jedoch der falsche Begriff. Die Aufgabe ist eine anspruchsvolle Herausforderung, und selbstverständlich lassen mich die vielen menschliche Schicksale nicht kalt.

Was macht Peter Eberle in seiner Freizeit?

Ich spiele Schach und bin schon 40 Jahre im Schachclub Romanshorn. Ich lese auch sehr gerne. Im Sommer gehe ich gerne an meinen Romanshorner Lieblingsplatz, die Holzensteiner Badi, und schwimme im See.

Zur Person

Peter Eberle ist 53 Jahre alt, ledig und kinderlos. Er absolvierte das Mathematik-Studium an der ETH und arbeitet als Versicherungsmathematiker bei der AXA Versicherung. Eberle ist parteilos. 18 Jahre sass er für das Grüne Forum in der Behörde. Nach Meinungsverschiedenheiten kehrte er 2009 der Gruppierung den Rücken. Diese fühlte sich immer weniger durch ihn vertreten. Er selber wollte nicht «als Befehlsempfänger eines Zentralkomitees» fungieren. (mso)

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