Per Muskelkraft zum Zmorgechorb

Wer im neuen Bubble übernachtet, kann in die Pedalen treten, um zu den Köstlichkeiten zu kommen. Durch die Installation des Seilbähnchens wird die Privatsphäre gewahrt.

Rita Kohn
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Schlossherr Andi Angehrn demonstriert, wie der Zmorgechorb mit Hilfe des Velos zu den Bubble-Gästen kommt. Die beiden ehemaligen Hagenwiler Philipp und Roman Schildknecht haben die Seilbahn fast ausschliesslich aus Recyclingmaterial erstellt. (Bild: Andrea Stalder)

Schlossherr Andi Angehrn demonstriert, wie der Zmorgechorb mit Hilfe des Velos zu den Bubble-Gästen kommt. Die beiden ehemaligen Hagenwiler Philipp und Roman Schildknecht haben die Seilbahn fast ausschliesslich aus Recyclingmaterial erstellt. (Bild: Andrea Stalder)

Die Nacht im Bubble endet früh. Zu früh für das Schloss-Restaurant. Schlossherr Andi Angehrn sagt: «Sobald die Sonne aufgeht, ist es im Bubble mit dem Schlafen vorbei. Wir haben das selber getestet.» Im Sommer sei das gegen sechs Uhr morgens, also lange, bevor der Betrieb im Restaurant losgeht. Damit ist klar: Für den Zmorge, der ja im Preis inbegriffen ist, musste eine andere Lösung gefunden werden.

«Bis zur Installation des speziellen Seilbähnchens haben wir den Korb in einem Rebhüsli deponiert, das ein paar Gehminuten entfernt ist», sagt er. Denn den Korb den Übernachtungsgästen direkt vor das Bubble zu stellen, käme nicht in Frage. «Das ist eine Frage der Privatsphäre.» Immerhin sei das Bubble ja vollkommen transparent.

Genfersee, Amerika und Australien

Das Bubble-Hotel in Hagenwil kann noch nicht lange gebucht werden. Es steht erst seit kurzem. Aber es ist begehrt. «Bis jetzt gab es nur eine Nacht, in der es nicht gebucht war», verrät Angehrn. Die Leute seien begeistert. Wer aber bucht sich eine Nacht im durchsichtigen Hotel? «Vorwiegend Leute, die das Abenteuer suchen und das Individuelle schätzen», sagt der Hagenwiler Schlossherr. Aber es seien auch Städter, die einfach mal was ganz anderes probieren möchten.

Die Bubble-Buchungen kommen aus der ganzen Welt. Zwar kämen viele Gäste aus der Region, aber inzwischen gebe es Reservationen vom Genfersee, aus Australien und aus Amerika. Für Andi Angehrn ein guter Beweis dafür, dass die Thurgauer Landschaft touristisch durchaus einiges zu bieten hat. Er sagt, dass er aber überrascht gewesen sei, wie gross die Nachfrage tatsächlich ausfalle. «Rund 14 Tage vor der Eröffnung ging das Bubble online. Innerhalb von zwei Tagen waren schon über 30 Nächte gebucht.» Tatsächlich muss sich sputen, wer eine Nacht in einem der sieben Bubbles an sechs Standorten im Kanton ergattern möchte.

Freunde konzipierten die Veloseilbahn

Die Bubble-Gäste dürften sich auf ein hochwertiges Bett freuen, versichert Andi Angehrn, der mit seiner Familie selber eine Testnacht im Hagenwiler Bubble verbrachte. Allerdings habe man sich einige Gedanken gemacht, wie man das Ergebnis denn kulinarisch gut abrunden könnte, ohne die Gäste zu stören. «Zwei alte Freunde aus Hagenwil tüftelten eine Weile und konzipierten dann das Velo, das eine Seilbahn antreibt, mit der man den Korb auf den Hügel über dem Weinberg befördert», beschreibt Andi Angehrn. So könnten sie den Korb zeitig bereit stellen und die Gäste seien in der Lage, dann, wenn sie wach sind, den Zmorge zu geniessen. Kaffee gibt es im Bubble selber. Das Seilbähnchen ist aber kein Muss. Wer sich nicht aufs Velo setzen will, um den Zmorgekorb zu befördern, kann das am Abend vorher klären. So wird der Korb für diesen Morgen wieder im nahegelegen Rebhäuschen deponiert.

Über Thurgau Tourismus

Gebucht werden können die Übernachtungen im Bubble einzig über die Plattform von Thurgau Tourismus. Mehr Informationen dazu wie auch die Buchungsmöglichkeit gibt es im Internet. Für die Saison 2019, die noch bis Oktober dauert, sind die Nächte bereits weitgehend ausgebucht. Das Bubble-Hotel steht bei jeder Witterung (ausser bei ganz starkem Sturm) zur Verfügung. Im Übernachtungspreis inbegriffen sind auch zwei Miet-Velos. (rk)

Buchungen
über www.himmelbett.cloud

Obwohl das durchsichtige Kugelhotel in der Natur über keine Nasszelle verfügt, müssen die Gäste nicht auf eine Dusche verzichten. «Im Schloss stehen Ihnen eine Dusche und ein WC zur Verfügung», versichert Andi Angehrn. Eine Komposttoilette gibt es in unmittelbarer Nähe zum Bubble. Auch für den Notfall ist vorgesagt: Wenn es jemandem plötzlich nicht mehr wohl ist im Bubble, steht für ihn ein Zimmer im Schloss bereit.

Schlossherr Andi Angehrn ist überzeugt, dass das durchsichtige Hotelzimmer oberhalb des Hagenwiler Rebberges für ein unvergessliches Erlebnis sorgt und den Menschen die Natur näher bringt.

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