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Per Boot zu den Müttern: Elisabeth Kornmaier aus Mannenbach arbeitet seit 30 Jahren als Hebamme

Als sie 16 Jahre alt war, nahm sie ihre Tante - selbst eine Hebamme - zu einer Geburt mit. Seither war für Elisabeth Kornmaier aus Mannenbach klar, dass Hebamme «ihr Beruf» ist. Das ist unterdessen 30 Jahre her.
Margrith Pfister-Kübler
Hebamme Elisabeth Kornmaier liebt ihren Beruf. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Hebamme Elisabeth Kornmaier liebt ihren Beruf. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Da steht sie: Elisabeth Kornmaier, die Hebamme. Mit Augen, die blitzen und funkeln. Man ahnt ihre Leidenschaft für ihren Beruf. Während sie aus ihrem roten Beetle mit dem bunten Schild «Hebamme» vor der Garage bei ihr Zuhause in Mannenbach aussteigt, schwingt sie ihren nostalgisch aussehenden Hebammenkoffer. Voller Begeisterung erzählt sie von ihrem Beruf. Am 9. Oktober sind es genau 30 Jahre, die sie als Hebamme im Gebärsaal in Münsterlingen arbeitet. Kornmaier erzählt:

«Als ich 16 Jahre alt war, nahm mich meine Tante, die selbst eine begeisterte Hebamme war, zu einer Geburt mit.»

Schon nach dieser ersten Geburt sei der Funke übergesprungen – ihr war klar, was sie werden wollte. «Von da an wusste ich, das ist mein Beruf», fährt sie fort und ergänzt: «Ich habe diesen Entscheid nie bereut.»

Nach dem ersten Jahr ihrer Berufstätigkeit in einer «Schwarzwaldklinik» lockte sie die Schweiz. So kam sie nach Altstätten SG und lernte während dieser Zeit auf der Skipiste ihren zukünftigen Mann Fips kennen. Der Mannenbacher war schliesslich der Grund, um nach sieben Jahren in Altstätten an den Untersee zu ziehen. Sie absolvierte die Hauswirtschaftsschule im Arenenberg, bevor sie ihre Stelle im Spital Münsterlingen antrat.

Ihr Highlight ist, wenn es Mutter und Kind gut geht

Elisabeth Kornmaier sagt: «Jede Geburt ist einzigartig, ist spirituell, ist ein Wunder, wenn es dem Neugeborenen und der Mutter gut geht, das sind meine Highlights.» Elisabeth Kornmaier hat während ihrer gesamten Zeit als Hebamme zirka 2600 Kindern auf die Welt geholfen. Sie versichert:

«Es ist nicht egal, wie wir auf die Welt kommen.»

Sie lobt die Fortschritte im Gebärsaal und auf der Wochenbettabteilung im Spital in den letzten Jahrzehnten. Die Bindung zwischen Mutter, Vater und Kind werde heute sehr gefördert. Elisabeth Kornmaier hat erlebt, dass Mutter und Kind vor 40 Jahren nach der Geburt voneinander getrennt wurden. Das Kind wurde von den Kinderkrankenschwestern im Kinderzimmer versorgt und nur zum Stillen zur Mutter gebracht.

Doch es gibt auch tragische Momente. Etwa dann, wenn sich Kinder schon im Bauch von dieser Welt verabschieden. Schock-Schicksale: Hier braucht es einfühlsame Unterstützung für Eltern von Sternenkindern.

Als wichtige positive Veränderung in diesen Hebammen-Jahrzehnten sieht Elisabeth Kornmaier die Mutterschaftsversicherung und blendet zurück zur Abstimmung über den bezahlten 14-wöchigen Mutterschaftsurlaub im Jahr 2004, als sie mit Berufskolleginnen im Coop Karussell Kreuzlingen an einem Stand dafür geworben hat. Mit 55,4 Prozent wurde die Volksabstimmung am 26. September 2004 angenommen.

Das Stillen wird direkt nach der Geburt gefördert

Auch sei die Schweiz in den letzten Jahrzehnten stillfreundlicher geworden. Das Stillen wird schon direkt nach der Geburt im Gebärsaal gefördert. Beide Kantonsspitäler im Thurgau sind schon seit vielen Jahren zertifiziert als «Stillfreundliche Klinik nach Unicef». Die freipraktizierenden Hebammen des Kantons Thurgau, bei denen Elisabeth Kornmaier schon 19 Jahre lang aktives Mitglied ist, haben vor fünf Jahren den Verein FPH Thurgau gegründet.

In der Zwischenzeit wurden viele Projekte, Fortbildungen und interdisziplinäre Treffen durchgeführt. Es entstand unter anderem die Telefon-Hotline, die gewährleistet, dass jede Wöchnerin eine Hebamme für die ambulante Betreuung Zuhause findet. In den ganzheitlichen Geburtsvorbereitungskursen Hypnobirthing wird auch der Vater aktiv als Geburtsbegleiter einbezogen.

Oft wird Elisabeth Kornmaier gefragt, warum sie keine eigenen Kinder habe. Sie gibt lachend zur Antwort:

«Entweder hatte ich zu viel Nachtdienst, oder mein Mann hatte zu viele Hobbys»

Aber sie sei schon 23 Mal Tante und seit September dieses Jahres schon zum 15. Mal Grosstante geworden.

Sie hat viel Energie in ihren Beruf gesteckt. Und sie weist noch auf ein Privileg hin: «Ich bin wohl die einzige Hebamme, die am See auch mit dem Boot zu den Müttern kommt.»

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