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Pensum könnte bei der Wahl um das Bottighofer Gemeindepräsidium den Ausschlag geben

Drei Kandidaten sind schon bekannt. Zur Podiumsveranstaltung am Mittwochabend ist unvermittelt noch ein vierter möglicher Nachfolger von Urs Siegfried aufgetaucht. Knackpunkt scheint der Beschäftigungsgrad des neuen Gemeindeoberhauptes.
Martina Eggenberger Lenz
Die Kandidaten Michael Thurau, Lukas Hoffmann, Matthias Hofmann und Beat Müller werden von TZ-Redaktor Urs Brüschweiler befragt. (Bild: Andrea Stalder)

Die Kandidaten Michael Thurau, Lukas Hoffmann, Matthias Hofmann und Beat Müller werden von TZ-Redaktor Urs Brüschweiler befragt. (Bild: Andrea Stalder)

Michael Thurau, Matthias Hofmann und Lukas Hoffmann möchten in Bottighofen Gemeindepräsident werden. An der Podiumsveranstaltung vom Mittwochabend brachte sich ein vierter ins Spiel: Beat Müller. Der 49-Jährige Verkaufsleiter ist bereits im Gemeinderat und ihm werden auch schon länger Ambitionen nachgesagt. Jedoch sagt er offen, dass ihm das Pensum von 50 Prozent nicht ausreichen würde. Er könne das Amt nicht mit seinem Job vereinbaren, wie das bei den anderen drei Kandidaten der Fall wäre.

Der parteilose Bottighofer, der als Präsident der Männerriege über eine starke Lobby verfügt, stellt sich ein Pensum von 70 bis 80 Prozent vor. Das Problem: Der Gemeinderat will dieses bekanntlich auf 50 Prozent reduzieren. Müller stellt sich mit seiner möglichen 80-Prozent-Kandidatur also gegen den Entscheid jener Behörde, der er angehört.

Konzentration auf die wichtigsten Aufgaben

Die drei anderen glauben an das Teilamt. «Das geht. Wir haben eine funktionierende Verwaltung», sagt der 53-jährige Michael Thurau, FDP, Treuhänder und heutiger Primarschulpräsident. Auch der parteilose Matthias Hofmann, Jahrgang 1964, der in seiner Zahnarztpraxis eine Nachfolgelösung einleiten möchte, betrachtet das 50-Prozent-Pensum als ideal. Unternehmensberater Lukas Hoffmann aus Balterswil, SVP, 58 Jahre, gibt zu bedenken, dass mit 50-Prozent nur Verwaltungsaufgaben drin liegen würden. 60 Prozent würden etwas Luft für Projekte lassen, meint der einzige externe Kandidat im Feld.

Bei den anderen von Moderator Urs Brüschweiler angesprochenen Themen wurden nicht grosse, höchstens feine Unterschiede zwischen den Kandidaten deutlich. Der tiefe Steuerfuss ist allen wichtig. Lukas Hoffmann will Einnahmeausfälle durch Füllen von Leerständen wettmachen. Auch Michael Thurau hofft auf Zuwanderung. Matthias Hofmann und Beat Müller weisen darauf hin, dass das nicht ausreichen wird, um den ganzen erwarteten Fehlbetrag zu kompensieren. Beim Thema Verkehr wird klar, dass der SVP-Vertreter nicht an den ÖV glaubt. Matthias Hofmann hingegen würde gerade diesen ausbauen. Müller und Thurau verweisen auf die Oberlandstrasse. Ersterer sieht diese in Kombination mit einer beruhigten Seestrasse, letzterer mit einer Untertunnelung im Waldgebiet.

Potenzial für Familien, Tourismus und Startups

Gefragt nach ihrem Führungsstil betonen alle vier, dass sie Teamplayer seien. Als erste Amtshandlung würden Thurau, Hofmann und Müller denn auch die Mitarbeiter begrüssen. Der Balterswiler Hoffmann sagt, er würde «einen Koffer voll Fragen mitbringen». Schliesslich geht es noch um die Entwicklung der Gemeinde. Matthias Hofmann will bezahlbaren Wohnraum schaffen. Lukas Hoffmann sieht noch touristisches Potenzial. Michael Thurau schwebt vor, Startups anzusiedeln und Beat Müller sieht Familien und Vereine als tragende Säulen für ein attraktives Dorfleben.

Dann wurde die Runde für das Publikum – es waren gegen 200 Leute im Dorfzentrum – geöffnet. Eine Meinungsäusserung, man wolle weiterhin einen präsenten Gemeindepräsidenten, erntete einigen Applaus. Beanstandet wurde, dass keine Frau unter den Kandidaten ist. Erwartungsgemäss kam die Frage zur Zukunft des Gebiets Schlösslizelg. Michael Thurau meinte, es gebe vielleicht bessere Lösungen, «als das da unten auch noch zu überbauen». Auch Matthias Hofmann hätte keine Freude an einer Grossüberbauung. Beat Müller setzt auf eine Anhörung der Bevölkerung zu diesem Thema und Lukas Hoffmann will zusammen mit einer Projektgruppe «etwas Schönes machen». Gefragt nach einer verstärkten Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden im Fürsorgebereich war einzig bei Beat Müller eine gewisse Offenheit zu spüren. Alle Kandidaten streben ein moderates Wachstum der Gemeinde an. Michael Thurau sieht die mögliche Einwohnerzahl bei 3000 im Jahr 2030. Die anderen gehen eher von 2500 Einwohnern aus. Das wären 300 mehr als heute.

Beat Müller ist noch unentschlossen

Schliesslich durften die Anwärter auf das Gemeindepräsidium noch ihre Vision für Bottighofen nennen. Lukas Hoffmann will alle so schnell wie möglich ans Glasfasernetz bringen. Michael Thurau hofft auf ein gutes Miteinander. Matthias Hofmann wünscht sich einen Dorfplatz und Beat Müller möchte die Vereine stärken. Urs Brüschweiler erkundigte sich zuletzt noch, wer seine Kandidatur bereits eingegeben hat. Michael Thurau und Matthias Hofmann haben ihre Liste schon abgegeben. Lukas Hoffmann muss noch Unterschriften sammeln und Beat Müller will sich in Kürze entscheiden, ob er tatsächlich kandidiert. Er warte nun die Rückmeldungen ab.

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