Patt im Rennen um das Kreuzlinger Kirchenpräsidium. Ein zweiter Wahlgang ist nötig +++ beide treten wieder an

Kirchenpräsident Thomas Leuch und seine Herausforderin Susanne Dschulnigg liegen nach dem ersten Wahlgang am Sonntag bis auf eine einzige Stimme gleich auf. 

Urs Brüschweiler
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Sie sind sich nicht grün: Thomas Leuch und Susanne Dschulnigg im Kirchgemeindehaus.

Sie sind sich nicht grün: Thomas Leuch und Susanne Dschulnigg im Kirchgemeindehaus.

(Bild: Donato Caspari)
«Das ist das doofste Resultat,
das für mich vorstellbar war.»

Susanne Dschulnigg hatte sich ein klares Verdikt erhofft. «Egal, auf welche Seite.» Entsprechend zeigte sie sich enttäuscht nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses um das Präsidium der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen.

Amtsinhaber Thomas Leuch nahm die Pattsituation erfreut und mit einer gewissen Erleichterung auf. Er stellt fest: 

«Der massive Angriff, begleitet von allem Getöse, hat nicht geklappt.»

Der Angriff der Vorgängerin gelingt nicht auf Anhieb

Bei der Gesamterneuerungswahl für die Kirchenvorsteherschaft von Evangelisch Kreuzlingen gab es zwei Kandidaturen für das Präsidium. Susanne Dschulnigg, die vor vier Jahren zurücktrat, ist nicht zufrieden mit der Amtsführung ihres Nachfolgers Thomas Leuch. Sie wollte ihn deshalb wieder vom Thron stossen.

Mit genau 300 Stimmen konnte sie auch mehr Stimmen auf sich vereinen, als Leuch mit 299; aber lediglich eine einzige mehr. Da noch 14 Stimmen auf Vereinzelte fielen, erreichten beide Kandidaten das absolute Mehr von 307 nicht. Es kommt nun am 19. April zu einem zweiten Wahlgang.

Leucht tritt sicher noch einmal an, Dschulnigg braucht Bedenkzeit

Nach der Bekanntgabe des Resultates in kleiner Runde am Sonntagnachmittag im Kirchgemeindehaus durch Kirchenpflegerin Marianne Pfändler, ergriff Dschulnigg zuerst das Wort. «Ich muss mir die Teilnahme am zweiten Wahlgang noch genau überlegen. Ich brauche etwas Bedenkzeit.»

Für Thomas Leuch hingegen ist die Ausgangslage klar. Er sei es seinen Wählern schuldig, noch einmal anzutreten. Für ihn sei es nach der Bekanntgabe der Kandidatur von Susanne Dschulnigg «keine leichte Zeit gewesen». Der Druck auf ihn sei zuletzt sehr gross gewesen. Leuch betonte anschliessend noch, dass diese Wahl in der aktuellen Situation eigentlich gar nicht wichtig sei. «Es gibt auf der Welt momentan andere Probleme zu lösen. Und die Kirche hat dabei auch eine Verantwortung zu tragen.»


Update: Sonntag, 15. März, 17.04 Uhr - Dschulnigg tritt auch an

Susanne Dschulnigg schickt am Nachmittag eine Mitteilung an die Redaktion: «Ich bedanke mich bei allen Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern, die mich als Kirchenpräsidentin gewählt haben. Das Resultat ist nicht eindeutig. Ein zweiter Wahlgang steht an. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden: eine Stimme ist eine Stimme. Der 19. April wird Klarheit schaffen.»

Drei Neue ziehen in die Vorsteherschaft

Die Gesamterneuerungswahlen für den Rest der Kirchenvorsteherschaft boten weniger Spannung. Die Bisherigen Anke Rieche (512 Stimmen), Michael Scheuss (497), Heinz Lanz (495) und Ron Neely (449) wurden wiedergewählt. Auch alle Neuen schafften das absolute Mehr von 240 Stimmen locker: Burghard von Sondern (480), Bettina-Simone Härle (460) und Walter Studer (405). Ein Sitz in der Kirchvorsteherschaft bleibt vakant. Die Stimmbeteiligung war mit 15 Prozent sehr hoch. (ubr)

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