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Pastoralraum im Oberthurgau: Der Bischofs spricht ein Machtwort

Seit Jahren wehren sich die katholischen Kirchgemeinden im Oberthurgau gegen einen Pastoralraum. Jetzt lässt ihnen das Bistum keine Wahl mehr.
Markus Schoch
Ende Mai war Bischof Felix Gmür zu Gast in Romanshorn: Er setzte Dominik Bucher als Laientheologe im Dienst der katholischen Kirche und des Bistums Basel ins Amt ein. (Bild: Markus Bösch)

Ende Mai war Bischof Felix Gmür zu Gast in Romanshorn: Er setzte Dominik Bucher als Laientheologe im Dienst der katholischen Kirche und des Bistums Basel ins Amt ein. (Bild: Markus Bösch)

Es ging schnell. So schnell, dass sich die Betroffenen vorher gar nicht absprechen konnten, was sie zu den Plänen sagen sollen. Bischof Felix Gmür errichtet auf den 1. August einen grossen Pastoralraum im Oberthurgau. Zumindest administrativ sind dann die katholischen Kirchgemeinden Amriswil, Arbon, Romanshorn, Horn, Steinebrunn, Sommeri und Hagenwil eine Einheit. «Wir waren alle überrascht», sagte der Romanshorner Kirchenpräsident Thomas Walliser Keel an der Rechnungsgemeinde am Mittwochabend vor 33 Kirchbürgern.

Pastoralraum

Pastoralräume sind eine Weiterentwicklung der Seelsorgeverbände. Mehrere Pfarreien arbeiten eng, verbindlich und auf Dauer zusammen. Um koordinative und organisatorische Fragen kümmert sich eine Pastoralraum-Leitung. «Pastoralräume ermöglichen einen Personaleinsatz, der den Notwendigkeiten der Situation und den Begabungen und Möglichkeiten der Personen besser gerecht werden kann», heisst es in einem Schreiben des Bistums Basel. Anders ausgedrückt: Sie sind vor allem auch eine Antwort auf die Personalprobleme in der katholischen Kirche. (mso)

Im Gespräch ist ein Zusammenschluss in dieser oder einer anderen Form seit über zehn Jahren. Ursprünglich waren in der Region zwei Pastoralräume geplant, die bis spätestens 2014 Realität sein sollten: Zum einen derjenige mit Arbon, Horn und Steinach, zum anderen derjenige mit Amriswil, Romanshorn, Hagenwil, Sommeri und Steinebrunn. 2015 waren die Pläne nach Widerstand unter anderem in Romanshorn vom Tisch.

Die Arbeit am Konzept beginnt im nächsten Jahr

Kirchenpräsident Thomas Walliser Keel. (Bild: PD)

Kirchenpräsident Thomas Walliser Keel. (Bild: PD)

Doch das Bistum gab nicht klein bei, sondern legte stattdessen einen neuen Vorschlag mit einem grösseren Einzugsgebiet auf den Tisch, der jetzt Wirklichkeit wird. Vorerst allerdings besteht die neue Organisation nur auf dem Papier. Ein Konzept besteht noch nicht. Die Arbeit daran soll gemäss Walliser Keel erst im Sommer des nächsten Jahres beginnen.

«Der ganze Prozess wird erfahrungsgemäss zwei bis drei Jahre dauern.»

Normalerweise laufe es umgekehrt, sagte Gemeindeleiterin Gaby Zimmermann, die auf Ende August gekündigt hat, um jemandem Platz zu machen, der die Kirchgemeinde in die Zukunft führen soll. Zuerst überlege man sich gemeinsam, wie die Zusammenarbeit aussehen solle, und dann setzte man die neuen Strukturen offiziell in Kraft. Mit dem jetzt gewählten Vorgehen lässt das Bistum den Kirchgemeinden im Oberthurgau keine Wahl: Sie müssen sich zusammen auf den Weg machen.

Eigenständigkeit bleibt erhalten

Walliser Keel ist zuversichtlich, dass es gut kommt. Den Kopf in den Sand zu stecken, bringe nichts.

«Wir müssen das Beste aus der Situation machen. Uns ist wichtig, dass wir unseren liberalen Geist behalten können.»

Gemeindeleiterin Gaby Zimmermann. (Bild: PD)

Gemeindeleiterin Gaby Zimmermann. (Bild: PD)

Die Chancen stehen nicht schlecht, sagte Gemeindeleiterin Zimmermann, die künftig noch in einem 20-Prozent-Pensum Stellvertretung in Romanshorn macht. «So wie es aussieht, werden wir unsere Eigenständigkeit grösstenteils behalten können.» Auch sonst bestehe kein Grund, «in Hysterie zu verfallen», meinte Zimmermann. Die Kirchgemeinde sei «gut aufgestellt» und verfüge über Leitlinien als Verhandlungsgrundlage. Zudem werde ihre Nachfolgerin Anne Zorell Gross am heutigen Kurs festhalten.

Jahr der Veränderungen

2019 werde nicht nur wegen des Pastoralraumes und dem Wechsel in der Gemeindeleitung als Jahr der Veränderungen in die Annalen der Kirchgemeinde eingehen, sagte Walliser Keel. Im Februar hat Andreas Pfiffner seine Arbeit als kirchlicher Sozialarbeiter aufgenommen. Jugendarbeiterin Karin Flury verlässt im Sommer die Kirchgemeinde. Die Behörde ist mit zwei möglichen Nachfolgern im Gespräch, die künftig 80 Prozent arbeiten sollen und nicht bloss 50 Prozent wie Flury.

Die Rechnung der Kirchgemeinde schliesst mit einem Plus von rund 173000 Franken ab.

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