Parkplätze für Romanshorner Abenteuerspielplatz: zweiter Anlauf

Die Bodensee-Schifffahrt will den Bootsstellplatz sanieren. Im Sommer soll das Areal auch Besuchern des geplanten RobinsHorn zur Verfügung stehen. Allerdings ist dazu ein Verfahren beim Verwaltungsgericht hängig.

David Grob
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Die Boote überwintern auf der Stellfläche nahe dem Salmsacher Naturschutzgebiet. Bild: David Grob

Die Boote überwintern auf der Stellfläche nahe dem Salmsacher Naturschutzgebiet. Bild: David Grob

Es ist ein Baugesuch mit Doppelnutzung, das die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft (SBS) bei der Stadt Romanshorn eingereicht hat. Auf dem Werftgelände hinter dem Hafen möchte die SBS ihre Stellfläche für Boote sanieren und vergrössern. Gleichzeitig soll die Fläche während des Sommers als Parkplatz dienen.

Die Parkplätze waren schon 2016 Teil der Planung

Auf Anfrage sagt Benno Gmür, Delegierter des SBS-Verwaltungsrats: «Die Parkplätze sind für den RobinsHorn-Spielplatz geplant.» Dieses Projekt ist momentan nach Beschwerde von 18 Instanzen beim Verwaltungsgericht hängig. Gemäss Baueingabe sind insgesamt 147 Parkplätze vorgesehen. Diese waren bereits Teil des früheren Projekts Abenteuerspielplatz RobinsHorn, das die SBS 2016 eingereicht hat. «Eine Auflage dieses Projekts bestand darin, Parkplätze miteinzuplanen», sagt Gmür.

«Bereits 2016 hat der Kanton das Parkplatz-Projekt im Zusammenhang mit dem Abenteuerspielplatz genehmigt», sagt Stadtrat Markus Fischer mit Ressort Ortsplanung und Baurecht. Wegen des hängigen Verfahrens sei die Bewilligung aber nicht rechtskräftig. Gmür sagt: «Deshalb haben wir den Parkplatz vom Robinshorn-Projekt entkoppelt und in die neue Planung überführt.» Erkenntnisse und Projektelemente aus dieser früheren Planung seien nun weitestgehend in das neue Baubewilligungsprojekt übernommen worden, sagt Fischer. «Der Zweck des vorliegenden Projekts liegt aber stärker auf den Bedürfnissen des Werftbetriebs.» Gemeint ist insbesondere die Nutzung des Platzes als Stellfläche für Boote in den Wintermonaten, in denen diese an Land gelagert werden.

«Die Sanierung des Platzes ist ohnehin nötig», sagt Gmür. Der Kiesplatz, auf dem die Boote momentan noch stehen, sei oft sehr schlammig. Im vergangenen November ist ausserdem ein Schopf während eines Sturms teilweise eingebrochen, der nun ganz abgebrochen wird. 300000 Franken sollen die Kosten für die Sanierung betragen. Sofern keine Einsprachen eingereicht werden, möchte die SBS im kommenden Mai mit den Arbeiten beginnen – «sobald die Boote wieder eingewassert sind», sagt Gmür.

Naturschutzverbände machen keine Einsprache

In der Tat wirkt die Stellfläche im hinteren Werftareal sanierungsbedürftig. Der Übergang zum angrenzenden Naturschutzgebiet ist fliessend und überwuchert. Ein Zaun soll dereinst für eine klare Abgrenzung sorgen.

«Wir standen deshalb auch in Kontakt mit verschiedenen Umweltverbänden», sagt Gmür. Diese wollen keine Einsprache einlegen. Zwar befürchtet Edi Scheiwiler, Präsident des Vogel- und Naturschutzes Romanshorn, etwas mehr «Rummel um das Naturschutzgebiet» wegen des Parkplatzes. Er meint aber auch: «Es ist eine rücksichtsvolle Planung.»

Bis Mittwoch konnten Interessierte das Bauvorhaben einsehen. Ob Einsprachen eingegangen sind, wollte die Stadt auf Nachfrage noch nicht mitteilen.