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Ostermarsch gegen die Waffen vom Bodensee

Am Ostermontag marschieren Friedensaktivisten von Konstanz nach Kreuzlingen. 1000 Teilnehmer erwarten die Organisatoren an der Kundgebung und Juso-Chefin Tamara Funiciello.
Urs Brüschweiler
16 Jahre her, aber das Thema Waffen bleibt aktuell: Der Ostermarsch 2003 auf der Kreuzlinger Hauptstrasse. (Bild: Susann Basler - 19.4.2003)

16 Jahre her, aber das Thema Waffen bleibt aktuell: Der Ostermarsch 2003 auf der Kreuzlinger Hauptstrasse. (Bild: Susann Basler - 19.4.2003)

Ostermarsch heisst die Demonstration offiziell schon länger nicht mehr. «Marschieren tönte zu militärisch», sagt Mitorganisatorin Lilo Rademacher. Seit 2009 nennt sich die Kundgebung Bodensee-Friedensweg. 1988 wurde sie ins Leben gerufen und findet mit Unterbrüchen jährlich statt. Kreuzlingen/Konstanz war zuletzt 2013 an der Reihe. 300 Personen waren mitgelaufen. Im vergangenen Jahr in Bregenz waren es rund 1000 an der Zahl. «Es ist kein Auslaufmodell. Im Gegenteil. Wir werden immer mehr», sagt Helmut Luz. Für die nächste Ausgabe am Ostermontag rechnet man wieder mit ebenso vielen Teilnehmern.

Die dichteste Rüstungsregion Europas

Das Thema im Fokus der Kundgebung ist ein altbekanntes aber brandaktuelles: «Von der Rüstungsregion Bodensee zur Friedensregion». 18 Waffenfabriken haben die Organisatoren rund um den See ausgemacht. Die Mowag in Kreuzlingen mit ihren Radpanzern sticht auf Schweizerseite natürlich besonders heraus. Dazu kämen weitere Zulieferfirmen, die von der Kriegsmaterialproduktion profitierten. «Der Bodensee ist quasi von Rüstungsfirmen umrahmt», sagt Luz. Die Dichte sei in dieser Region besonders hoch, stellt Arne Engeli fest.

Arne Engeli, Susanne Dschulnigg, Helmut Luz und Lilo Radeberger organisieren den internationalen Bodensee-Friedensweg. (Bild: Urs Brüschweiler)

Arne Engeli, Susanne Dschulnigg, Helmut Luz und Lilo Radeberger organisieren den internationalen Bodensee-Friedensweg. (Bild: Urs Brüschweiler)

«Wir wollen Druck auf Politik und Unternehmen aufsetzen, dass die Betriebe auf die Produktion von zivilen Gütern umstellen», sagt Helmut Luz. «Dieses Anliegen wollen wir deutlich machen», ergänzt Lilo Rademacher. Die Öffentlichkeit will man am Ostermarsch auf diese Problematik sensibilisieren. Der internationale Bodensee-Friedensweg wird von Personen aus den drei Anrainerstaaten auf die Beine gestellt. Als einladende Organisationen fungieren auf Schweizerseite etwa Kirchgemeinden, Caritas, Heks, Gewerkschaften, Amnesty International, GSoA, Sozialdemokraten und Grüne.

Die Kundgebung beginnt am Ostermontag um 10.15 Uhr auf der Konstanzer Marktstätte. Der Zug bewegt sich dann, musikalisch begleitet von drei Sambagruppen, zum Rheinsteig und in den Stadtgarten, wo der profilierte Rüstungsgegner Jürgen Grässlin sprechen wird. Vom Hafen, wo die Teilnehmer das Peace-Symbol formen, geht es dann über die Grenze.

Eine andere Welt ist möglich

Um 13.45 Uhr wird man auf dem Kreuzlinger Hafenplatz ankommen. Die 86-jährige Friedensaktivistin und «Sprayer Grosi» Louise Schneider, Juso-Präsidentin Tamara Funiciello und Annette Willi, Präsidentin von ICAN, der Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen, werden sich hier an die Menschen wenden, wie Susanne Dschulnigg vom lokalen OK berichtet. Der Rorschacher Arne Engeli ist seit 35 Jahren zuvorderst mit dabei an den Ostermärschen. «Wir wollen unsere Empörung zeigen, über den Zustand der Welt. Über den Rüstungswettlauf», sagt er. «Eine andere Welt ist möglich», ist er überzeugt, «die Hoffnung stirbt nie.» Er sah als Elfjähriger 1947 die Mondlandschaften, die der Zweite Weltkrieg hinterlassen hatte. Seit damals kämpft er dafür, dass sich so etwas nie wiederholen darf.

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