Orgel statt Chor: Wegen Corona musste der Singkreis sein Abschiedskonzert verschieben - Ersatz gab es aber

Das Konzert «Dem Licht entgegen» vom Thurgauer Singkreis wurde aufgrund der Corona Pandemie ohne Chor aufgeführt. Dafür erfreuten Orgel, Bariton und Cello am Sonntagabend in der evangelischen Kirche Weinfelden die rund 50 Besucher.

Natalie Osterwalder
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Bernahrd Bichler sollte als Dirigent sein Abschlusskonzert mit dem Thurgauer Singkreis feiern. Wegen Corona liess er selbst seine Stimme in der evangelischen Kirche erklingen - begleitet von Orgel und Cello.

Bernahrd Bichler sollte als Dirigent sein Abschlusskonzert mit dem Thurgauer Singkreis feiern. Wegen Corona liess er selbst seine Stimme in der evangelischen Kirche erklingen - begleitet von Orgel und Cello.

Bild: Natalie Osterwalder

Ursprünglich sollte das letzte Konzert des Thurgauer Singkreises mit dem Dirigenten Bernhard Bichler im grossen Stil über die Bühne gehen. Doch das per Ende 2019 beschlossene Programm musste vor allem aufgrund virtueller statt persönlicher Proben ganze vier Mal angepasst werden. Drei Wochen vor der Aufführung wurde dann noch der gesamte Chor gestrichen.

Nach der kurzfristigen Änderung des Programms folgte am Sonntag der Abend des Konzerts, welchem maximal 50 Gäste beiwohnen durften. Gemäss Konzertbesucher Martin Wassmann sei die Kirche an solchen Events im Normalfall voll. Er sei aber froh, dass in dieser Zeit dennoch Konzerte stattfinden.

Passend zur aktuellen Lage

Bei den zehn Programmpunkten handelte es sich um eine Bandbreite an Stücken verschiedenster Epochen und Kulturen für Orgel, Cello und Bariton. Volkstümliche Lieder aus Grossbritannien und der Schweiz wurden gepaart mit verschiedenen Solowerken von Johann Sebastian Bach oder Notker Balbulus.

Anstelle des Chors verwöhnte Bichler als einziger das Publikum mit seinen Gesangskünsten. «Ich bin schon ein wenig traurig, aber wir haben das Beste daraus gemacht.» Er verstehe die Massnahmen und sei der Erste gewesen, der vorsichtig sei und die Zuhörer schützen wollte. Ihm war jedoch wichtig, die verschiedenen Fragmente des ursprünglichen Programms so gut wie möglich zu ersetzen. So übernahm Daniel Walder an der Orgel die Rolle des Orchesters oder er selbst jene des gesamten Chors.

Der langanhaltende Applaus zeigte deutlich, wie zufrieden das Publikum mit dem Konzert war. «Es hat mich enorm berührt. Für die Musiker war das ganze hin und her bestimmt eine Herausforderung, die sie sensationell gemeistert haben», lobt Wassmann. Aus dem ursprünglichen Konzert entstand etwas Aussergewöhnliches, das Bichler mit der aktuellen Lage vergleicht: «Wir waren wandelbar, und genau das müssen wir alle in der aktuellen Situation sein.»