Organisatoren des Pfadi-Bundeslagers im Jahr 2021 entscheiden sich gegen den Oberthurgau

Am Montag hat der Egnacher Gemeindepräsident Stephan Tobler die Absage für die Durchführung der Grossveranstaltung mit über 25'000 Teilnehmern erhalten. Über die Gründe kann er vorerst nur spekulieren.

Markus Schoch
Drucken
Teilen
Bild vom kantonalen Pfadilager in Diessenhofen: Das Bundeslager wäre um ein Vielfaches grösser gewesen. (Bild: Reto Martin)

Bild vom kantonalen Pfadilager in Diessenhofen: Das Bundeslager wäre um ein Vielfaches grösser gewesen. (Bild: Reto Martin)

Es hat nicht viel gefehlt. 18 Regionen hatten sich um das nur alle 14 Jahre stattfindende Bundeslager der Pfadi beworben. Der Oberthurgau schaffte es im Auswahlverfahren unter die letzten drei. Aber den Zuschlag erhält er nicht. Am Montagabend teilten die Organisatoren dem Egnacher Gemeindepräsidenten Stephan Tobler mündlich mit, dass sie sich für einen anderen Ort entschieden hätten. Tobler ist Präsident der Regionalplanungsgruppe Oberthurgau – ein Zusammenschluss der Gemeinden in der Region. Wer das Rennen gemacht hat, sagten sie ihm nicht. Und auch nicht, was gegen den Oberthurgau spricht. Die Begründung für die Absage liefern die Veranstalter schriftlich nach.

«Ich bin natürlich enttäuscht», sagt Tobler. Zumal ihnen die Organisatoren durchaus Hoffnungen gemacht hätten. Immer wieder hätten sie die Lage am See gelobt. Ebenso wie die Wälder und nahen Berge.

Nicht alle waren Feuer und Flamme

Tobler vermutet, dass die teils schwierigen Diskussionen mit den betroffenen Landeigentümern den Ausschlag gegeben haben könnte. Nicht alle seien sofort Feuer und Flamme gewesen.

«Möglicherweise war den Organisatoren das Projekt zu vage.»

Die Beteiligung an der Ausschreibung sei aber eine gute Erfahrung gewesen. «Wir haben einiges lernen können.» So wäre es im Rückblick vielleicht besser gewesen, früher das Gespräch mit den Landeigentümern zu suchen, sagt Tobler. Allerdings wäre der Mehraufwand wesentlich grösser gewesen. Zudem hätten die Organisatoren in der Ausschreibung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass noch keine Landverhandlungen geführt werden müssten.

Eine zweite Chance winkt

Der Egnacher Gemeindepräsident Stephan Tobler. (Bild: Mareycke Frehner)

Der Egnacher Gemeindepräsident Stephan Tobler. (Bild: Mareycke Frehner)

Die Region Oberthurgau könne sich mit erhobenem Haupt aus dem Rennen verabschieden, heisst es dazu in einer Mitteilung. «Seitens des OK BULA21 und der Öffentlichkeit wurde dem Bewerbungsdossier viel Beachtung zuteil und die Anstrengungen wurden anerkennend gewürdigt». Die Region habe den Beweis erbracht, dass ein wettbewerbsfähiges Dossier in kurzer Zeit erstellt werden können.

Die Region hat noch ein zweites Eisen im Feuer. Sie bewirbt sich zusammen mit der Stadt St.Gallen für die Special Olympics National Games im Jahr 2022. Der Entscheid fällt in den nächsten Tagen.