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Opfer des eigenen Erfolgs: Weinfelder Firma Denipro droht Stellenabbau

Die ortsansässige Firma muss auf Geheiss des Mutterkonzerns Ferag AG einen Teil seiner Produktion ins Mutterhaus nach Hinwil verlagern. Mit der Umstrukturierung verbunden ist ein Stellenabbau unbekannten Ausmasses.
Mario Testa
Die Produktionshallen der Denipro ganz im Westen von Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Die Produktionshallen der Denipro ganz im Westen von Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

«Grosses Missmanagement ohne Sozialplan!» Diesen Titel trägt ein anonymes Schreiben, welches die Redaktion der Thurgauer Zeitung kürzlich erreicht hat. Im Brief schildert der Unbekannte Verfasser, der nach eigenen Angaben im Kontakt mit Denipro-Mitarbeitern steht, dass seit August monatlich Mitarbeiter der Firma in Weinfelden die Kündigung erhalten.

«Die Belegschaft wird ohne Sozialplan von über 80 Mitarbeitenden schrittweise auf deren 25 reduziert», steht im Brief, und weiter: «Die Arbeit geht ins Mutterhaus nach Hinwil. Nur wenige, auserlesene Mitarbeiter werden ins Mutterhaus übernommen.» Die verbliebenen Mitarbeiter seien nicht informiert darüber, wie es weitergeht, einen Sozialplan gebe es nicht.

Eine Sparte wird in Hinwil gebündelt

Auf Anfrage nimmt Christoph Vollenweider, Sprecher der Ferag, Stellung zu den Vorwürfen. Er bestätigt die Auslagerung eines Zweigs der Denipro nach Hinwil ins Mutterhaus der Ferag. «Die Anfertigung hochwertiger Massenteile wie Klammern oder Kettenteile verbleibt in Weinfelden. Das in den vergangenen Jahren neu aufgebaute Standbein der Intralogistik – also Förderanlagen für beispielsweise die Automobilindustrie oder Versandhäuser – wird jedoch am Standort Hinwil gebündelt», sagt Vollenweider.

In einer Mitteilung der Ferag heisst es: «Zur Nutzung von Synergieeffekten in allen Bereichen der Wertschöpfungskette werden Ferag und Denipro ihre Aktivitäten im Bereich Intralogistik am Standort Hinwil konzentrieren.» Diese Bündelung der Kräfte bedinge eine teilweise Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Hinwil, wobei Denipro die Belegschaft über die Planung und Umsetzung des Konzentrationsprozesses informiert habe.

Anzahl der betroffenen Mitarbeiter ist unklar

Wie viele Mitarbeiter von der Umstrukturierung betroffen sind, den Arbeitsort wechseln oder ihre Stelle verlieren werden, könne derzeit noch nicht gesagt werden, sagt Christoph Vollenweider: «Wie viele Mitarbeitenden betroffen sind, ist noch sehr offen. Die Geschäftsleitung führt mit allen Mitarbeitenden Gespräche, um abzuklären, wer bereit wäre, nach Hinwil zu wechseln, bei wem Frühpensionierungen möglich wären und wer die Kündigung erhält.»

Einen Sozialplan gebe es nicht, bestätigt Vollenweider. «Ein solcher wird laut Gesetz erst bei einer Belegschaft von über 250 Personen verlangt. So viele sind in Weinfelden nicht betroffen. Die Lösungen, die mit den einzelnen Personen jedoch gefunden werden, gehen über einen Sozialplan hinaus», sagt er.

Grosse Unsicherheit für die Belegschaft

Die einzelnen Gespräche weckten natürlich den Anschein, dass Scheibchenweise vorgegangen werde, wie im anonymen Schreiben vorgeworfen. Das sei keine Absicht. «Es ist aber schon so, dass die Geschäftsleitung den ganzen Prozess der Integration der Denipro in die Ferag unterschätzt hat und dieser nun komplexer ist, als erwartet.»

Die Verlagerung des Zweigs Intralogistik nach Hinwil und der Stellenabbau in Weinfelden dauere sicher noch einige Monate, sagt Vollenweider. Für die Mitarbeiter bleibt weiterhin eine grosse Unsicherheit bezüglich ihrer Zukunft bei der Denipro in Weinfelden.

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