Operation Wasserschloss Hagenwil: Bis Mai soll die Renovation abgeschlossen sein

Auf Schloss Hagenwil ist die zweite Bauetappe in vollem Gang. Aber schon am 29. Februar kommen wieder Gäste. Eine Hochzeitsgesellschaft hat sich angekündigt.

Manuel Nagel
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Oben Restaurant, unten Schlosshof: Architekt Thomas Kaczmarek (r.) und Schlossherr Andi Angehrn (m.) schauen sich mit Zimmermann Christian Camen (l.) die Baupläne an und besprechen das weitere Vorgehen.

Oben Restaurant, unten Schlosshof: Architekt Thomas Kaczmarek (r.) und Schlossherr Andi Angehrn (m.) schauen sich mit Zimmermann Christian Camen (l.) die Baupläne an und besprechen das weitere Vorgehen.

(Bild: Manuel Nagel)

Zwei Kühlschränke stehen vor der Zugbrücke und bewachen das Wasserschloss. Nein, die Rede ist nicht von muskulösen Männern. Es sind richtige Kühlschränke, die soeben geliefert wurden und auf den Einbau in der neu renovierten Schlossküche warten.

Doch der Umbau in der Küche ist nur leichte Kosmetik, wenn man ihn mit den Arbeiten im Schlosshof und im Restaurant vergleicht. Das Restaurant auf der Südseite ist komplett ausgehöhlt. Die schöne Wandtäferung wurde jedoch nicht entsorgt, sondern lagert beim Schreiner und wird danach wieder sorgfältig eingebaut. Das Mobiliar steht derweil aufgestapelt im Schlosssaal und anderen Räumen, bis das Schloss in neuem Glanz erstrahlt und äusserlich nichts von der zweiten Umbauetappe mehr zu sehen sein wird.

Dass dies bereits im Mai der Fall sein soll, das kann man sich nur schwer vorstellen, wenn man jetzt Mitte Februar im Schlosshof steht. Dieser ist voll von Baugerüsten und Stützen, die den etwa 150-jährigen Wehrgang oben halten, in dem einst das Restaurant war und es auch in Zukunft wieder sein wird. Nur etwas grösser und auch weniger schräg wird es sein, denn der Wehrgang hat sich im Laufe der letzten eineinhalb Jahrhunderte um über 30 Zentimeter gesenkt.

Der Wehrgang des Wasserschlosses Hagenwil im Westen und Süden, wo sich die Zugbrücke befindet, ist komplett eingerüstet. Doch bereits im Mai soll von der zweiten Bauetappe äusserlich nichts mehr zu sehen sein.
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Oben Restaurant, unten Schlosshof: Architekt Thomas Kaczmarek (r.) und Schlossherr Andi Angehrn (m.) schauen sich mit Zimmermann Christian Camen (l.) die Baupläne an und besprechen das weitere Vorgehen.
Der Schlossaal dient temporär als Lager- und Abstellraum, aber nur bis Ende Monat. Ab März speisen hier wieder Gäste und die Stühle stehen auf dem Boden.
Der Schlosshof ist zugestellt mit Baugerüsten – und für die nächsten Schlossfestspiele im August wird es definitv einen neuen roten Teppich brauchen.
Einige der Balken, die zwischen Restaurant und Schlosshof zum Vorschein kamen, sind morsch und müssen durch neue ersetzt werden.
Zwei riesige Kühlschränke stehen vor der Zugbrücke und scheinen das Wasserschloss Hagenwil zu bewachen.

Der Wehrgang des Wasserschlosses Hagenwil im Westen und Süden, wo sich die Zugbrücke befindet, ist komplett eingerüstet. Doch bereits im Mai soll von der zweiten Bauetappe äusserlich nichts mehr zu sehen sein.

(Bild: Manuel Nagel)

«Das haben wir wieder korrigiert», sagt Architekt Thomas Kaczmarek. Der ganze Wehrgang wurde innert drei Tagen sukzessive Zentimeter um Zentimeter angehoben. Das Dach ist nun wieder gerade, doch die Aussenmauer zur Zugbrücke hin, die bleibt schräg. Zu kompliziert und zu teuer wäre es gewesen, die Mauer ebenfalls zu begradigen, zumal das für die Stabilität keine Rolle spielen würde, sagt Kaczmarek.

Es sind grosse Investitionen, die getätigt werden. Finanziert wird die zweite Bauetappe vom «Verein der Freunde des Wasserschlosses Hagenwil». In der ersten Etappe im vergangenen Jahr wurde bereits der westliche Wehrgang angehoben, nun ist der Rest an der Reihe. Die gesamte Renovation kostet rund 2,5 Millionen Franken und soll helfen, das Schloss auch für kommende Generationen in einem guten Zustand zu erhalten.

Schlossherr und Gastronom Andi Angehrn führt in bereits siebter Generation das Schloss und investiert ebenfalls eine grosse Summe in den Brandschutz und die Modernisierung der Küche. Da dies nichts mit dem Erhalt des Schlosses zu tun hat, tut er dies aus dem eigenen Sack. Doch Angehrn verspricht sich dank neuer Kühlräume und besseren Abläufen auch mehr Effizienz und somit auch Einsparungen im Gastrobetrieb. Ob das so ist, wird sich bereits ab dem 29. Februar zeigen, wenn er seine Gäste trotz Umbau wieder bewirtet, wenn auch bloss im Schlosssaal. Verzögerungen darf es keine geben, denn es ist eine Hochzeitsgesellschaft zu Gast.