Open Water Schweizermeisterschaften in Kreuzlingen oder wie man Staffel schwimmt zwischen Enten und Schiffen

Am Wochenende fanden in Kreuzlingen im Seeteil Hörnli die Open Water Schweizermeisterschaften statt.

Vivian Vogel
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Abklatschen in der Schwimm-Staffel der Open Water Schweizermeisterschaften. (Bild: Vivian Vogel)

Abklatschen in der Schwimm-Staffel der Open Water Schweizermeisterschaften. (Bild: Vivian Vogel)

Als die erste Übergabe erfolgt, ist der Schwimmclub Kreuzlingen (SCK) auf Platz acht. «Das muss nicht unbedingt so bleiben, die Staffel ist noch nicht entschieden», sagt Peter Schmid, Leiter der Schwimmkommission des SCK. Er wäre auch mit einem achten Platz zufrieden. «Der Staffellauf im See zählt nicht zu unserer Hauptdisziplin. Wir sind Beckenschwimmer.»

Die Sportler nehmen die Open Water Schweizermeisterschaften (SM) an diesem Samstagnachmittag trotzdem ernst: «Das ist ein ganz anderes Schwimmgefühl», erklärt Gino Deflorian, Chef Trainer des SCKs.

«Man ist viel freier und kann Strategien ausprobieren.»

Das mache diesen Wettkampf schöner als jene im Becken. Das ganze Wochenende messen sich Wasserratten aus der Schweiz in diversen Schwimm-Disziplinen.

Das Publikum hat lange Pause

«In zehn Minuten können sich die nächsten Schwimmer bereitstellen», tönt es aus dem Lautsprecher. Während das Publikum lange Zeit zum Verschnaufen hat, ist die Strecke für die Schwimmer eine konditionelle Herausforderung. Romanshorn war vor zwei Jahren Gastgeber, in diesem Jahr ist die Kreuzlinger Ecke des Bodensees dran.

«Wir vergeben die Rolle des Organisators an denjenigen Club, der es gerne will», erklärt Ewen Cameron, einer der beiden Präsidenten des Schweizerischen Schwimmverbandes. Die Wellen, die niedrigeren Temperaturen, die fehlende Beckenwand zum abstossen – all das erschwert es den Schwimmern, eine Bestzeit aufzustellen.

Bieler gewinnen die Staffel

«Generell schwimme ich am liebsten in natürlichen Gewässern», sagt Sara Brunner. «Heute hatte es aber viele Wellen und es war sehr kalt.» Tatsächlich ist das Wasser nur knapp über 20 Grad. Léonard Hoigné machte zum ersten Mal an einer See-Staffel mit: «Es war lustig, weil man sich viel freier fühlt.»

Beide sind heute für die Bieler geschwommen. Jener Verein ist es auch, der sich den Schweizermeistertitel in der Staffel holt. Schmid behält Recht: Die Kreuzlinger konnten sich vom achten auf den fünften Platz kämpfen.