Ohne Uni Konstanz wäre die Lehrerausbildung im Thurgau in dieser Form nicht möglich

Der Kanton Thurgau und die Uni Konstanz pflegen enge Beziehungen. Davon profitiert nicht zuletzt die Pädagogische Hochschule in Kreuzlingen, sagt Christof Widmer vom Amt für Mittel- und Hochschulen in Frauenfeld.

Markus Schoch
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Christof Widmer. (Bild: PD)

Christof Widmer. (Bild: PD)

Welche Formen der Zusammenarbeit gibt es zwischen dem Thurgau und der Universität Konstanz?

Christof Widmer: Der Thurgau beziehungsweise die Thurgauische Stiftung für Wissenschaft und Forschung trägt das Biotechnologie-Institut Thurgau und das Thurgauer Wirtschaftsinstitut, beides so genannte An-Institute der Uni Konstanz mit Sitz in Kreuzlingen. Eine ähnliche Kooperation gibt es auch mit der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Gestaltung in Konstanz für das Institut für Werkstoffsystemtechnik Thurgau in Tägerwilen.

Die Pädagogische Hochschule Thurgau arbeitet ebenfalls mit der Uni Konstanz zusammen.

Das ist richtig. Die Pädagogische Hochschule führt ihre Studiengänge Sekundarstufe I, Sekundarstufe II und Master Frühe Kindheit in Kooperation mit der Universität Konstanz. Des weiteren gibt es zwei sogenannte Brückenlehrstühle: Der eine für Erziehungswissenschaft und Empirische Bildungsforschung, der andere für Entwicklung und Bildung in der frühen Kindheit. Die Stelleninhaber lehren und forschen in Kreuzlingen und Konstanz. Die langjährige Zusammenarbeit hat 2016 mit der Binational School of Education eine feste Struktur erhalten. Dass die Pädagogische Hochschule Lehrpersonen für alle Schulstufen vom Kindergarten bis zum Gymnasium ausbilden kann, wäre ohne die Kooperation mit der Universität nicht möglich.

Was lässt sich der Kanton die Zusammenarbeit jährlich kosten?

Die Thurgauische Stiftung für Wissenschaft und Forschung erhält 2019 einen Staatsbeitrag von 1,65 Millionen Franken. Die Pädagogische Hochschule Thurgau wiederum finanziert die beiden Brückenprofessuren.

Würde sich der Kanton wünschen, dass mehr Thurgauer an der Uni Konstanz studieren, weil das finanzielle Vorteile für ihn hat?

Es ist tatsächlich so, dass der Kanton Thurgau von Beitragszahlungen an Schweizer Hochschulen entlastet würde, wenn Studierende statt an Schweizer Hochschulen in Konstanz studieren würden. Allerdings sieht der Kanton Thurgau seine Beitragszahlungen an Schweizer Hochschulen als legitime Mitfinanzierung des Schweizer Hochschulwesens an. Die Wahl der Universität Konstanz ist Studierenden darum nicht mit Blick auf die Kosten, sondern vielmehr darum zu empfehlen, weil sie eine Spitzenuniversität vor der Haustür ist.

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