Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ökumenisch, ökologisch und gegen sexuelle Diskriminierung: So möchte die evangelische Kirche Kreuzlingen sein

Mit einem theologischen Leitbild zeigt die Evangelische Kirchgemeinde Kreuzlingen Profil.
Urs Brüschweiler
Pfarrer Gunnar Brendler, Pfarrer Damian Brot und Diakon Hanspeter Rissi stellen das theologische Leitbild der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen vor. (Bild: Andrea Stalder)

Pfarrer Gunnar Brendler, Pfarrer Damian Brot und Diakon Hanspeter Rissi stellen das theologische Leitbild der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen vor. (Bild: Andrea Stalder)

Es sind keine Zehn Gebote, aber immerhin zehn Leitsätze. Die evangelische Kirchenvorsteherschaft hat auf Vorschlag des Pfarrkonvents ein theologisches Leitbild verabschiedet. Die Pfarrer Gunnar Brendler und Damian Brot und Diakon Hanspeter Rissi stellten es vor.


«Es ist wichtig, dass wir definieren, wer wir sind. Und wir wollen auch darauf behaftet werden.»

sagt Brendler.

Wenig überraschend beginnt das Dokument mit dem «Bekenntnis zu Jesus Christus als Mitte unseres Glaubens». Auch die «Bibel als Grundlage unserer Verkündigung» lässt noch nicht aufhorchen. «Spiritualität ist ein grosses Bedürfnis in der heutigen Gesellschaft», erklärt Brendler. Der Auftrag sei, dort zu sein, wo die Menschen auf der Suche seien.

Das Profil als weltoffene Kirchgemeinde schärft man insbesondere bei den weiteren Themen. Ökologie als «Bewahrung der Schöpfung» nehme man ernst und unterstütze etwa die Klimastreikbewegung aktiv. Die Kirche will sich für die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzen. Die Pfarrer können einige Beispiele aufzählen. Engagieren will man sich auch für die Armen und Schwachen. Rissi erwähnt dazu etwa das «Open Place» oder seine Arbeit im Asylzentrum.

Toleranz gegenüber den Andersgläubigen

«Es gibt wenige andere Gemeinden, die ein so offenes Verhältnis mit anderen christlichen Gemeinschaften und Religionen pflegen wie wir», sagt Damian Brot. «Wir sind mit allen Menschen guten Willens im Kontakt.» Zuletzt anerkennt die Evangelische Kirche Kreuzlingen das Recht auf sexuelle Selbstfindung. «Wir würden uns freuen, wenn wir eines Tages eine schwule oder lesbische Ehe segnen könnten», sagt Damian Brot. Gerade im Bereich gegen Diskriminierung wolle man sich künftig noch weiter einsetzten. Die Lesung Anfang September (siehe Kasten) sei ein «Kick-off für mehr».

«Nicht mehr Schweigen»

Am Samstag, 7. September, 19 Uhr, lädt die Evangelische Kirchgemeinde Kreuzlingen ins Kirchgemeindehaus: Herausgeber und Mitautor Timo Platte liest aus «Nicht mehr Schweigen». In dem Buch erzählen 25 homo-, bi- und transsexuelle Menschen aus dem christlich-konservativen Umfeld von ihren Erfahrungen. Sie berichten über die Zerrissenheit zwischen Glauben und Identität, über die Sehnsucht, endlich anzukommen und den langen Weg zu sich selbst. Der Eintritt ist frei.
www.nicht-mehr-schweigen.de

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.