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«Nur ein bewirtschafteter Wald ist vital»

Wie viel Holz sollte im Forstrevier AachThurSitter genutzt werden, damit dieses optimal bewirtschaftet ist? Dies war eine von vielen Fragen, um welche sich der «Waldtag 2018» in Sitterdorf und Hohentannen drehte.
Christof Lampart
Grossaufmarsch im Gehölz: Der Waldtag des Forstreviers AachThurSitter stiess bei der Bevölkerung auf grosses Interesse. (Bild: Christof Lampart)

Grossaufmarsch im Gehölz: Der Waldtag des Forstreviers AachThurSitter stiess bei der Bevölkerung auf grosses Interesse. (Bild: Christof Lampart)

Über 120 Erwachsene und auch einige Kinder fanden am Samstagvormittag den Weg zur Feuerstelle Felsenholz, wo das Team des Forstrevier Aach-Thur-Sitter einen umfassenden Rundgang vorbereitet hatte, auf den sich insgesamt fünf Gruppen mit je deutlich über 20 Personen begaben. «Die Beteiligung ist ein Erfolg für uns. Dies mag daran liegen, dass wir schon eine gewisse Tradition haben, aber auch daran, dass das Wetter heute super hält», suchte Josef Grob, Präsident des Forstreviers, nach Gründen für den Grossaufmarsch.

Verständnis wecken und Interesse anfachen

Viele Anwesende sind selbst Waldbesitzer, die sich einfach auf den neuesten Stand der korrekten Waldpflege bringen lassen wollten. So erfuhren sie von den Fachleuten des hiesigen Forstrevieres alles über Themen wie Holzzuwachs und Holzvorräte, die Wertholzproduktion, die Aufbereitung von Energieholz und die Schnitzelheizung Hohentannen. Aber die eigentliche Zielgruppe an diesem abwechslungsreichen Vormittag war viel grösser:

«Mit dem Waldtag wollen wir bei der Bevölkerung Verständnis und Interesse rund um den Energieträger Holz fördern»

sagte Josef Grob, Präsident des Forstreviers AachThurSitter. Zudem wolle man die Waldbesitzer für die Wertholzproduktion motivieren und zugleich allen das Dienstleistungsangebot unseres Forstrevieres vor Augen führen, listete er weiter auf.

Tatsächlich täte die Thurgauer Bevölkerung gut daran, mehr Holz aus Thurgauer Wäldern zu nutzen, denn laut stellvertretendem Amtsleiter des kantonalen Forstamtes, Mathias Rickenbach, wachsen jährlich zehn Kubikmeter Holz je Waldhektar nach. Die könnten problemlos abgeerntet werden, ohne den Wald in seiner Nachhaltigkeit zu beeinträchtigen. Ja, in vielen Wäldern, die in den letzten Jahrzehnten weder von Wind noch Käferbefall gross geschädigt worden seien, sei sogar so viel «Altwald» vorhanden, dass man deutlich mehr nutzen könnte, wenn nicht sogar müsste.

Beim Treffpunkt zum Waldtag, der Feuerstelle Felsenholz, beläuft sich die Baumdichte mit 680 Kubikmeter pro Hektar auf fast doppelt so viel wie der Kantonsdurchschnitt, der 360 Kubikmeter beträgt. Kritisch werde es erst, wenn man unter die Marke von 230 Kubikmeter sinke. Dies aus einem ganz einfachen Grund:

«Holz wächst am Holz. Wo also zu wenige Bäume stehen, kann nicht so viel wie gewünscht nachwachsen»

sagte Mathias Rickenbach, Amtsleiter des kantonalen Forstamtes. Wie alt ein Baum ist, ist nicht wichtig, denn «egal, ob jung oder alt, der Zuwachs an Jahresringen ist immer gleich», so Rickenbach.

Wichtig sei auch, dass man sich als Waldbesitzer immer wieder ins Bewusstsein rufe, dass «nur ein bewirtschafteter Wald ein vitaler Wald ist». Denn wo ein Forst nicht gepflegt werde, verwildere dieser und stelle – zum Beispiel durch herabfallendes Dürrholz – je länger, denn mehr eine Gefahr für die Gesellschaft dar.

Der Wald lässt die Menschen atmen

Für Josef Grob ist das Bauen mit Holz auch aus einer anderen Perspektive wichtig. Denn in jedem Kubikmeter Holz speichere ein Baum eine Tonne Kohlendioxid und gibt gleichzeitig 720 Kilo Sauerstoff an die Umwelt ab. Bezogen auf die zehn Kubikmeter Holz, die der Wald je Hektar jährlich von sich aus zunehme, bedeute dies, dass «dies der Menge an Kohlendioxid entspricht, die jemand verbraucht, wenn er von hier aus 19 Mal nach Bern mit dem Auto fährt».

Ein anderer Vergleich gefiel Grob jedoch viel besser: «Die 7200 Kilo Sauerstoff, die durch den jährlichen Zuwachs von zehn Kubikmeter Holz produziert werden, reichen dafür aus, dass ein Mensch 20 Jahre lang atmen kann».

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