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Nun wird doch nicht ins Roggwiler Dorfzentrum investiert - Karl Müller: «Die Investition hätte das Dorf gespalten»

Gemäss Angaben der Saalbaugenossenschaft soll Karl Müller wegen im Dorf gestreuten Gerüchten über ihn vom Kauf des «Ochsen» und des Farinolihauses zurückgetreten sein. Tatsächlich ist der Grund ein anderer.
Jana Grütter
Das Roggwiler Dorfzentrum: das Gasthaus Ochsen (rechts), der Parkplatz (links) und im Hintergrund der Kybun Tower. (Bild: Andrea Stalder)

Das Roggwiler Dorfzentrum: das Gasthaus Ochsen (rechts), der Parkplatz (links) und im Hintergrund der Kybun Tower. (Bild: Andrea Stalder)

Das baufällige Gasthaus Ochsen und das daneben liegende Farinolihaus werden vorderhand doch nicht verkauft. Es wären Gerüchte gewesen, die Karl Müller davon abgehalten hätten, als Investor einzusteigen, sagte Saalbaugenossenschafts-Präsident Willi Bischofberger am Mittwoch gegenüber dieser Zeitung. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, sagt Müller, der gestern von seiner Geschäftsreise nach Malaysia zurück gekehrt ist und sich jetzt erstmals zur neuesten Entwicklung äusserst.

Karl Müller (Bild: Benjamin Manser)

Karl Müller (Bild: Benjamin Manser)

Müller ist vom Kauf nicht abgesprungen

«Ich bin nicht vom Kauf zurückgetreten», sagt der Kybun-Chef. «Davon kann keine Rede sein.» Seine Bedingungen seien einfach nicht erfüllt worden, und darum komme das Geschäft nicht zustande. «Vor einiger Zeit wurde ich angefragt, ob ich Interesse am Gasthaus Ochsen habe.» Willi Bischofberger habe ihm darauf die Pläne für das Restaurant gezeigt, das abgerissen und neu aufgebaut werden soll.

«Ich wollte sofort einsteigen.» Und das nicht, weil er sich grosse Gewinne versprochen habe. Ganz im Gegenteil: «Ich hätte sehr viel Geld investieren müssen. Es wäre ein Minusgeschäft geworden.» Doch als Roggwiler hätte er die Investition sehr gerne für das Dorf getätigt.

Karl Müller: «Immer wieder standen Leute auf und riefen, dass mir Bischofberger den Ochsen zu billig verkaufen will»

Müller stiess bei der Saalbaugenossenschaft jedoch nicht auf ungeteilte Gegenliebe. «Ich war an deren Versammlung im letzten November, als es um den Verkauf ging.» Der Widerstand sei enorm gewesen. «Immer wieder standen Leute auf und riefen, dass mir Bischofberger den Ochsen zu billig verkaufen will.» Ab diesem Moment habe er gewusst, dass er mit der Investition das Dorf spalten würde.

«Ich bin bald 70 Jahre alt und muss mir nichts mehr beweisen»

Er wolle diese Last nicht den nächsten Generationen seiner Familie aufbürden. «Ich bin bald 70 Jahre alt und muss mir nichts mehr beweisen.» Dazu komme, dass der 600 Quadratmeter grosse Parkplatz bei der nur 100 Quadratmeter grösseren «Ochsen»Liegenschaft eventuell an die Gemeinde verkauft werde. «Ich übernehme bestimmt kein Restaurant ohne Parkplätze.» Das würde überhaupt keinen Sinn ergeben.

Gemeindepräsident Gallus Hasler habe ihm unmissverständlich klar gemacht, dass die Parkplätze im Besitz der Öffentlichkeit bleiben müssten und darum nicht Teil des Deals seien. Ganz abgeschrieben hat Müller das Projekt jedoch noch nicht. «Wenn die Gemeinde ihre Meinung ändert und mir die Parkplätze doch noch zur Verfügung stellt, sieht die Welt wieder ganz anders aus.»

Ausserdem ist es Müller wichtig, dass alle Genossenschafter mit dem Verkaufspreis einverstanden sind. «Ich möchte mir auf keinen Fall anhören müssen, dass ich viel zu billig an den Ochsen herangekommen bin.» Jedoch müsse erst etwas Zeit vergehen, bis weiter verhandelt werden könne. «Wir haben in der Region anfangs Jahr drei Gesundheitscenter in Arbon, Roggwil und St.Gallen eröffnet.»

Daher sind die finanziellen Ressourcen vorerst ausgeschöpft. «Sollte sich in Zukunft doch noch etwas ergeben, müssen die finanzielle Möglichkeiten nochmals angeschaut werden.»

Gallus Hasler (Bild: PD)

Gallus Hasler (Bild: PD)

Gemeinde mischt zum Teil mit

Gemäss Gemeindepräsident Hasler greift die Gemeinde nicht ein, solange sich der Parkplatz im Besitz der Saalbaugenossenschaft befindet. «Wir können sowieso nicht darüber entscheiden, ob Müller die Parkplätze bekommen soll», sagt Hasler. Die Gemeinde habe nur eine Stimme in der Genossenschaft. «Wir versuchen nur, die Interessen der Bevölkerung zu vertreten.»

Nur Besucher des «Ochsen» dürfen hier parkieren. (Bild: Andrea Stalder)

Nur Besucher des «Ochsen» dürfen hier parkieren. (Bild: Andrea Stalder)

Parkplätze sind gar nicht öffentlich

So hätten ihn schon einige Bürger darum gebeten, dafür zu sorgen, dass die Parkplätze öffentlich bleiben. Was sie allerdings gar nicht sind. Nutzen dürfen sie eigentlich nur die Gäste des «Ochsen». Ein Schild weist ausdrücklich darauf hin. Nur kümmert sich niemand darum. «Wir wollen dem Verkauf des Gasthauses Ochsen kein Hindernis sein.» Es liege Hasler auf dem Herzen, eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten stimmt.

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