Nostalgie und Bratwurstduft: Der Arboner Hallenflohmarkt lockt zahlreiche Besucher

Im Seeparksaal ist Allerlei ausgestellt. Bei gewissen Waren ist gnadenloses Feilschen angesagt.

Max Eichenberger
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Am Hallenflohmarkt im Seeparksaal ist so manche Antiquität zu finden.

Am Hallenflohmarkt im Seeparksaal ist so manche Antiquität zu finden.

(Bilder: Max Eichenberger)

Schnäppchenjäger sind Frühaufsteher. Sie stehen unter Strom und noch bei geschlossener Hallentüre auf der Matte. Ihre Devise: Die Jagd nach wertigen Raritäten starten, solange diese noch niemand weggeschnappt hat.

Fast 200 Tische im Seeparksaal, auf der Bühne und im Foyer sind an diesem Sonntag überstellt mit allen möglichen Gegenständen, die eines gemeinsam haben: Sie sind nicht der letzte Schrei in einer Konsum- und Produktionsgesellschaft mit immer kürzeren Halbwertszeiten. Und dennoch scheinen sie – wenigstens teilweise – zeitlos begehrenswert, wie das Interesse der über 3000 Besucher zeigt.

Modellautos, Fotoapparate und Porzellanfiguren

Um Mittag gibt es fast kein Vorwärtskommen mehr zwischen den Tischreihen. Links und rechts darüber gebeugte Häupter und schwärmerische Blicke. Und in den Köpfen blitzen so manche Erinnerungen wieder auf.

Bei einigen Gegenständen guckt man gerne genauer hin.

Bei einigen Gegenständen guckt man gerne genauer hin.

Beim Anblick einer Nürnberger Schreibmaschine, der Auslage angegilbter Bücher oder alter Postkarten, Sammlungen von Modellautos, Teddybären, Urgrossmutters Porzellanfiguren oder des Grammofons, auf dessen Teller die Scheibe «Liebe, Tanz und 1000 Schlager» liegt. Auch der Globus zeigt eine Welt von vorgestern.

Die Kleidermode hat sich zwar gewandelt, so manches Teil spült die Retrowelle aber wieder in die Gegenwart hinein. Vordigitale Fotoapparate sind bei Sammlern sehr beliebt. Eine praktische Renaissance erfahren wird auch die Geschirrgarnitur, die eine Besucherin erstanden hat. Und so wird es auch dem Bierzapfer gehen, den die bayrischen Wappenfarben zieren.

Unzählige Leute bummeln zwischen den Ständen.

Unzählige Leute bummeln zwischen den Ständen.

Zwischen Edelstücken und Ramsch

Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Zwischen Edelstücken und Ramsch ist die Bandbreite gross. Spass macht das Stöbern und Feilschen allemal. Während sich im Saal Nostalgiegefühle verbreiten, strömt der Duft von Würsten herein. Neben Hörnli gibt es bei der achten Auflage des Hallenflohmarktes erstmals Pommes, «auf vielfachen Besucherwunsch», wie der Initiant Köbi Auer ankündigt. In zwei seiner Garagen voller Räumungsware keimte vor neun Jahren die Idee eines Flohmarktes.