Niederlage in der zweiten Overtime: Dem HC Thurgau fehlen in Visp die Tore

Der HC Thurgau verliert in Visp das dritte Playoff-Spiel 1:2 nach Verlängerung. Dies, nachdem er in den ersten zwei Dritteln das Break in der Viertelfinalserie dank grossem Aufwand vor Augen hatte. In der Best-of-7-Serie steht es somit 2:1 für die Walliser.

Matthias Hafen aus Visp
Drucken
Teilen
Der HC Thurgau (gelb) und der EHC Visp lieferten sich einmal mehr einen Kampf auf Augenhöhe.

Der HC Thurgau (gelb) und der EHC Visp lieferten sich einmal mehr einen Kampf auf Augenhöhe.

Bild: Daniel Berchtold/Walliser Bote

Diese Partie hätte der HC Thurgau nie und nimmer verlieren dürfen. Zwar hatte Visps Siegtreffer durch Dario Burgener nach sechs Minuten der zweiten Verlängerung eine gewisse Logik, weil die Walliser am Ende einen Ticken frischer waren als die Gäste aus dem Thurgau. Aber der HCT hätte es zuvor in der Hand gehabt, in der Playoff-Viertelfinalserie das Break mit nach Hause zu nehmen.

Die ersten zwei Drittel spielten die Ostschweizer auswärts vor 2848 Zuschauern gross auf. Wie schon beim 2:1-Heimsieg vom Freitag hatte Thurgau seinen Gegner weitgehend im Griff. Den Vispern gestanden die Gelb-Grünen weder Raum noch Zeit zu und sorgten mit viel Einsatz dafür, dass der Qualifikationsvierte aus dem Wallis in seinem eigenen Stadion kaum zu Torchancen kam.

Schon wieder: Thurgau wird ein Tor aberkannt

Der HC Thurgau selber hatte Torchancen, um zwei Playoff-Spiele zu seinen Gunsten zu entscheiden. Einmal mehr offenbarte sich aber im Team eine fatale Abschlussschwäche. Janik Loosli, Frantisek Rehak, Patrick Spannring, Andri Spiller, Dominic Hobi, Fabio Hollenstein: Die Liste liesse sich fast beliebig verlängern. Denn beinahe alle im Team hatten mindestens einmal die Chance, ihre Farben in Führung zu bringen. Geschafft hat es schliesslich Topskorer Melvin Merola mit einem Weitschuss in der 28. Minute.

So deutete bei Spielmitte einiges auf einen ähnlichen Ausgang wie beim 2:1-Heimsieg vom Freitag hin. Diesen Eindruck verstärkte Spiller, als er in der 35. Minute zum 2:0 einschoss. Zum vermeintlichen 2:0. Denn nach Videostudium entschieden die Schiedsrichter auf Goaliebehinderung durch Rehak. Ein Entscheid, der zumindest von der Tribüne aus zweifelhaft erschien. Bereits am Freitag war dem HCT ein Treffer aberkannt worden.

So blieb das zu diesem Zeitpunkt unterlegene Visp im Spiel und rettete sich mit einem Tor Rückstand in die zweite Pause. Als dann zu Beginn des Schlussabschnitts HCT-Goalie Janick Schwendener patzte, nach mehreren starken Saves völlig am Puck vorbei griff und so das 1:1 durch Sandro Wiedmer fiel, war der EHC Visp zurück im Spiel. Ab diesem Zeitpunkt schwand Thurgaus Überlegenheit und mit ihr auch die Kraft in den Beinen und Köpfen der Spieler. Die Fehlerquote nahm zu und so hätte nur noch ein Lucky Punch den HCT vor der zweiten Niederlage in der Best-of-seven-Serie gerettet. Weil der nicht kam, liegen die Thurgauer nun 1:2 hinten, spielen am Mittwoch um 20 Uhr aber wieder zu Hause.

Keine Sperre für das Brutalo-Foul an Altorfer

Niki Altorfer war in Visp nicht im Einsatz. Thurgaus Stürmer, der am Freitag vom Visper Marc Steiner brutal in die Bande gecheckt worden war, fällt verletzungsbedingt wohl für die ganze Serie aus. Übeltäter Steiner wurde von der Disziplinarkommission von Swiss Ice Hockey freigesprochen. Angeblich, weil es ein korrekter Bandencheck gewesen sein soll.

Visp – Thurgau 2:1 n. V. (0:0, 0:1, 1:0)

Lonza-Arena – 2848 Zuschauer – SR Hungerbühler/Gianinazzi, Betschart/Burgy.
Tore: 28. Merola (Brändli, Spannring) 0:1. 42. Wiedmer (Nater) 1:1. 86. Burgener (Furrer) 2:1.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Visp, 1-mal 2 Minuten gegen Thurgau.
Visp: Lory; Wiedmer, Nater; Steiner, Brantschen; Haueter, Furrer; Zeiter; Josephs, Van Guilder, Dolana; Riatsch, Ritz, Ranov; Berger, Achermann, Spinell; Burgener, Hofstetter, Petrig.
Thurgau: Schwendener; Seiler, Parati; Fechtig, Scheidegger; Collenberg, Engeler; Kellenberger; Kellen Jones, Connor Jones, Spiller; Spannring, Rehak, Merola; Janik Loosli, Rundqvist, Frei; Hobi, Brändli, Hollenstein; Bischofberger.
Bemerkungen: Visp ohne Heynen, Brügger, Haberstich (alle verletzt) und Camperchioli (krank). Thurgau ohne Altorfer, Moser, Wildhaber (alle verletzt), Steinauer, Huber, Niedermaier, Schnetzer (alle überzählig) und Zanzi (MySports League). – 35. Tor von Spiller aberkannt (Goaliebehinderung von Rehak).