Nicht zu viel Ehre dem Virus: Der Festgottesdienst auf dem Nollen zog viele Gläubige an

«Einer für alle – alle für einen» lautete das Motto der Predigt von Pfarrerin Christa Heyd. Sie hatte sich das Thema schon ausgesucht, bevor es ein Bundesrat für sich nutzte.

Monika Wick
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Die Lobhorngruppe Fürstenland untermalt den Gottesdienst mit Alphornklängen.

Die Lobhorngruppe Fürstenland untermalt den Gottesdienst mit Alphornklängen.

(Bild: Monika Wick)

Das grosse, weisse Festzelt, dass traditionellerweise zum Bundesfeiertag auf dem Nollen errichtet wird, fehlt wegen des Coronavirus. Was hingegen nicht fehlt, ist der Gottesdienst, zu dem Pfarrerin Christa Heyd und viele weitere Mitwirkende seit Jahren einladen.

Zu Dutzenden strömen die Gläubigen auf die Wiese zwischen dem markanten Gipfelkreuz und dem Restaurant Nollen und bauen dort ihre Sitzgelegenheiten und Sonnenschirme auf. Begleitet wird das Geschehen von der Lobhorngruppe Fürstenland, welche die Anwesenden mit ihren Alphörnern auf den Gottesdienst einstimmen.

Pfarrer Leo Tanner bedauert, dass Umarmungen und Händeschütteln nicht möglich sind. Er fordert auf:

«Begrüsst euch doch durch ein Nicken, Winken oder Lächeln.»
Pfarrerin Christa Heyd während ihrer Predigt.

Pfarrerin Christa Heyd während ihrer Predigt.

(Bild: Monika Wick)

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht die Predigt von Christa Heyd zum Thema «Einer für alle ­— alle für einen». «Dieses Motto wurde mir schon letztes Jahr ans Herz gelegt, ehe man von den speziellen Umständen etwas ahnen konnte und ehe es Bundesrat Alain Berset für die Krisensituation nutzte», erklärt sie.

Sie erläutert, dass der Spruch auf eine lange Geschichte zurückblicken kann und schon 1889 mit dem Gemälde «Winkelried in der Schlacht bei Sempach» Einzug in den Ständeratssaal des Bundeshauses hielt. Sie sagt:

«Heute befinden wir uns in einem andersgearteten Kampf. Es geht um einen geistigen Kampf gegen das Virus, welchem wir nicht mehr Ehre geben sollen als dem am Kreuz gekrönten.»

Ins Gebet stimmen alle mit ein. Natürlich fehlen auch die Hymne und das Thurgauerlied nicht, welche die Anwesenden mit den Jodlerinnen Andrea, Christina und Daniela zum Besten geben.

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