Kommentar

Die Entmachtung des Salmsacher Gemeindepräsidenten ist nicht viel mehr als eine Notlösung

Vier Salmsacher Gemeinderäte erwägen, Gemeindepräsident Martin Haas als fünftes Mitglied der Behörde teilweise zu entmachten. Sie ziehen in Betracht, ihm nächste Woche die Verantwortung für das Bauwesen zu entziehen.

Markus Schoch
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Bild: Reto Martin

Der Salmsacher Gemeindepräsident Martin Haas ist fast so isoliert in der Behörde wie der Genfer Staatsrat Pierre Maudet, der wegen einer Reise nach Abu Dhabi bei seinen Kollegen in Ungnade gefallen war. Zur Strafe entmachteten sie ihn. Diesem Beispiel könnte jetzt Salmsach folgen. Die vier mit Haas übers Kreuz geratenen Gemeinderäte denken laut darüber nach, ihm die Verantwortung für das Bauwesen zu entziehen. Also jenen Bereich, wo die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Gemeinde am grössten ist.

Möglicherweise haben die Gemeinderäte keine andere Wahl, als Haas Aufgaben wegzunehmen, wenn er denn als Bauverwalter tatsächlich eine Fehlbesetzung sein sollte. Denn er denkt nicht daran zurückzutreten. Und die vier Gemeinderäte können den Bettel nicht einfach hinwerfen, weil der Kanton das verbieten würde.

Haas kaltzustellen, wäre aber bloss Symptompolitik. Die Probleme würden bleiben und wahrscheinlich noch grösser. Eine sich öffentlich streitende Behörde verliert das Vertrauen der Bevölkerung und wird zum Spielball der Interessen. Schwer vorstellbar, wie das drei Jahre lang bis zu den nächsten Wahlen gehen soll.

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