Nicht nur Tore zählen: Warum es beim Street-Soccer-Turnier in Weinfelden zwei Pokale gibt

Auf dem Weinfelder Marktplatz hat das Jugendwerk am Mittwochnachmittag das beliebte Street-Soccer-Turnier durchgeführt. Nicht nur der sportliche Aspekt zählt beim flotten Kick auf Asphalt.

Mario Testa
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Fussball zwischen vier Banden: Der spätere Sieger «Borussia Weinfelden» spielt gegen das Team «Champions» am Street Soccer Turnier auf dem Marktplatz.

Fussball zwischen vier Banden: Der spätere Sieger «Borussia Weinfelden» spielt gegen das Team «Champions» am Street Soccer Turnier auf dem Marktplatz.

(Bild: Mario Testa)

«Alter! Spiel ab!», rufen sie sich gegenseitig zu. Den ganzen Mittwochnachmittag schallt die zeitgenössische «Hey du!»-Alternative über den Weinfelder Marktplatz. Alt ist jedoch niemand, der innerhalb des kleinen Fussballplatzes herumrennt. Es sind Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 16 Jahren, die auf fünf Teams verteilt am Street-Soccer-Turnier der Strassenliga Ostschweiz teilnehmen. Auf dem Feld stehen jeweils vier Spieler pro Team, draussen warten die Auswechselspieler.

Organisiert wird das Turnier in Weinfelden vom Jugendwerk. «Fussball spielen ist bei unserem Street-Soccer-Turnier Spassmacher und Mittel zum Zweck gleichzeitig», sagt Urs Handte, mobiler Jugendbeauftragter von Weinfelden.

«Es geht nicht nur um die Bewegung für die Kinder und Jugendlichen. Sie sollen auch Fairplay, gegenseitigen Respekt und das Diskutieren lernen.»

Um diese Ziele zu untermauern, gibt es auch nicht nur einen Pokal zu gewinnen, sondern deren zwei. «Den einen gewinnt das Team mit den meisten Punkten aus den Spielen, den anderen das fairste Team.»

Alle Teilnehmer des Weinfelder Street-Soccer-Turniers.

Alle Teilnehmer des Weinfelder Street-Soccer-Turniers.

(Bild: Mario Testa)

Offenes Gespräch über Fairness nach dem Spiel

Jeweils nach den Partien versammelt Jugendwerk-Praktikant David Huber die Spieler um sich und diskutiert mit ihnen, welches Team die Fairnesspunkte bekommt. «Die andere Mannschaft waren alles grössere», sagt ein Bub im gelben BVB-Shirt. «Und das ist unfair?», fragt Huber. «Nicht unbedingt ... wir haben ja gewonnen.» «Ja, es war eher die Borussia, die sehr körperbetont gespielt hat», gibt einer der besagten «Grossen» zu bedenken.

JugendWerk-Praktikant David Huber bespricht nach dem Match mit beiden Teams, welches fairer gespielt hat.

JugendWerk-Praktikant David Huber bespricht nach dem Match mit beiden Teams, welches fairer gespielt hat.

(Bild: Mario Testa)

Wenig später sind sich die Teams einig, dass die Fairnesspunkte an die «Champions» und eben nicht an die «Borussia Weinfelden» gehen. «Mich beeindruckt, wie die Jugendlichen offen und ehrlich über ihr eigenes Verhalten diskutieren», sagt David Huber.

Aufräumen gehört dazu

Sportlich schwingt an diesem Nachmittag die «Borussia Weinfelden» obenauf, den Fairplay-Pokal sichert sich das Team «Maiersgspänli». Beide dürfen einen Pokal entgegennehmen – aber erst, nachdem alle gemeinsam das Spielfeld auch wieder aufgeräumt und im Anhänger verstaut haben.

Zuschauen durchs Netz: Zaungäste verfolgen die Matches.

Zuschauen durchs Netz: Zaungäste verfolgen die Matches.

(Bild: Mario Testa)