Neustart der Jugendarbeit Romanshorn: Zwei neue Fachkräfte setzen sich für die Vernetzung der Jungen ein

Am Freitagabend hiess es «Kick-off» für die kommunale Jugendförderung in Romanshorn.

Markus Bösch
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Sie sind die Ansprechpersonen in der Romanshorner Jugendarbeit: Giuseppe Capassi (links) und Carlo Zanetti. (Bild: Markus Bösch)

Sie sind die Ansprechpersonen in der Romanshorner Jugendarbeit: Giuseppe Capassi (links) und Carlo Zanetti. (Bild: Markus Bösch)

Sie sind 26 und 30 Jahre alt und werden im kommenden Jahr auch im Jugendtreff präsent sein: Carlo Zanetti arbeitete nach der Kantonsschule als Lehrkraft an einer Berufsschule, in einem Sonderschulheim, gibt Kunstunterricht und ist als Assistenztrainer und Spieler im Fussball engagiert.

Giuseppe «Giusi» Capassi ist ebenfalls an einer Thurgauer Sonderschule tätig und studiert Sozialpädagogik. Der gelernte Multimediaelektroniker und technische Kaufmann ist Mitorganisator der Game Dayz am See und Jungwachtleiter: «Wir haben gemeinsam bereits Sportprojekte oder das Strassenfussballturnier in Romanshorn organisiert. Und für die offene Jugendarbeit die entsprechende Website erstellt» (www.jaromanshornsalmsach.ch), erzählten sie an der Kick-off-Veranstaltung.

Zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher von Behörden, Schulen und Vereinen kamen in die Rebsamenaula. Und genau diese Zusammenarbeit und Vernetzung ist Zanetti und Capassi wichtig: «Wir sind dran, Kooperationspartner zu suchen, die mit ihren Angeboten die Jugendlichen ansprechen können – zum Beispiel den Schwimmclub, der dies mit dem Nachtschwimmen bereits getan hat. Oder die sonntäglichen Strassenfussballturniere auf Schulplätzen oder in der Tiefgarage.» Die beiden sind mit einem Gesamtpensum von 60% angestellt.

Freiwillig, beteiligend, beziehungsorientiert

Nach 30 Jahren Jugendtreff und 33 Jahren offener Jugendarbeit habe eine neu gebildete Jugendkommission – mit einer entsprechenden Petition im Rücken – die Bedürfnisse abgeklärt:

«Anfang 2020 wird der kurzzeitig geschlossene Jugendtreff wieder geöffnet sein, aufgefrischt und sicherheitstechnisch saniert.»

Das sagte die zuständige Stadträtin Tamara Wiedermann.

Professor Stephan Schlenker von der Fachhochschule St.Gallen zeigte in seinem Impulsreferat «Jugend Leben an der Grenze und offene Jugendarbeit als Grenzbearbeitung» mit Zahlen aus der Kinder- und Jugendforschung auf, wie deren Entwicklung gelingen kann:

«Offene Jugendarbeit muss freiwillig, beteiligend, niederschwellig und beziehungsorientiert sein.»

Ihre Angebote sollen interkulturell und geschlechtsspezifisch ausgerichtet sein.

Weil Grenzen zu erleben und auch mal zu überschreiten, jugendtypisch sei, gelte es ausserdem, Frei- und Grenzräume zu gestalten. Also Freiräume auszuhandeln, Grenzen zu setzen und gemeinsam gegen Ausgrenzung vorzugehen – so zumindest Schlenkers Credo.

Der Jugendtreff ist vorerst im Dezember einmal pro Woche geöffnet (Freitag 18–23 Uhr). Ab 2020 gibt es andere Öffnungszeiten.

Es geht weiter mit der Romanshorner Jugendarbeit

Die Stadt hat den Jugendtreff geschlossen. Doch die Jugendlichen lässt sie nicht auf der Strasse stehen. Zusammen mit interessierten Kreisen entwickeln die Verantwortlichen neue Strategien.
Markus Schoch