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Neukirch erhält seine Dorfbeiz zurück

Die «Traube» war bisher eine Trainingsbeiz und wurde von Flüchtlingen geführt. Lokale Vereine standen abends vor verschlossener Tür. Dies soll sich ändern: Ab September will die Pizzeria Rossini das Restaurant im Dorfkern übernehmen.
Annina Flaig
Das Restaurant Traube steht gleich neben dem Gemeindehaus in Neukirch. (Bild: Annina Flaig)

Das Restaurant Traube steht gleich neben dem Gemeindehaus in Neukirch. (Bild: Annina Flaig)

Die «Traube» ist das einzige Restaurant im Dorfkern. Sie steht gleich neben der Rietzelghalle, wo sich die Vereine treffen. «Früher wurde hier am Abend zum Beispiel nach dem Turnen eingekehrt. Es war eine Dorfbeiz», erinnert sich Konrad Mannhart, Präsident der IG Traube. Das ist das, was er und die anderen neun Besitzer sich für ihre «Traube» und das Dorf wünschen.

Deshalb haben vor über 20 Jahren zehn Handwerker das Haus übernommen und von Grund auf renoviert (siehe Kasten). Während der vergangenen fünf Jahre blieb das Restaurant allerdings abends geschlossen. Und darüber war man im Dorf nicht glücklich. «Viele haben bei mir gejammert», erzählt Mannhart.

«Traube» liefert Zmittag für die Schule

Geführt wurde das Restaurant in dieser Zeit von der ORS Integration AG. Die Organisation mietet Gastronomiebetriebe, um daraus Trainingsrestaurants für Flüchtlinge und Sozialhilfebezieher zu machen. Das Ziel ist, die Teilnehmenden mit Arbeitsintegrationsprogrammen für gastronomische Berufsfelder zu qualifizieren, damit sie im Arbeitsmarkt Fuss fassen.

So sind in der «Traube» laut Roman Sturzenegger, Mandatsleiter bei der ORS, rund 60 Personen pro Jahr ausgebildet worden. 80 Prozent davon habe man erfolgreich in der Region vermittelt. Nebst der Bewirtung setzte die ORS auf Auslieferungen und versorgte verschiedene Institutionen mit Mittagessen, darunter auch die Schulen im Dorf.

Abends blieb die Beiz aufgrund des Schulungskonzepts geschlossen. Nach dem Mittagsbetrieb gab es Unterricht für die Teilnehmenden», sagt Roman Sturzenegger, der für ORS mehrere Jahre in Neukirch gewirtet hat. Im Dorf ist man laut Mannhart dem Flüchtlingsprojekt anfangs skeptisch gegenübergestanden. «Es war aber ein gutes Restaurant», betont er. Seit Freitag ist das Restaurant jedoch geschlossen.

Besitzer wollen die «Traube» verkaufen

«Die Eigentümerschaft hat entschieden, die Liegenschaft zu verkaufen», schreibt ORS in einer Mitteilung. Mannhart bestätigt, dass man dabei sei, das denkmalgeschützte Haus zu veräussern. Grund: «Die IG will dieses Kapitel abschliessen.» Es sei nie das Ziel gewesen, dass Restaurant zu behalten. «Wir wollten die Beiz retten. Das haben wir gemacht. Jetzt, 20 Jahre später, sei es an der Zeit, das Haus in die Hände eines Wirtes weiter zu geben.»

Das «Rossini» schmeisst niemanden raus

Der Kaufwillige ist da: Es ist Arment Ejupi, der weiter unten im Dorf, an der Hauptstrasse 31, bis Ende Juni die Pizzeria Rossini betrieben hat. Der Kauf verzögere sich aus nicht genannten Gründen um ein halbes Jahr, wie Mannhart sagt. Bis dahin läuft ein Pachtvertrag. Das Rossini werde im September in der «Traube» wieder eröffnet.

«Die Vereine sind bei uns willkommen», betont Ejupi, der bereits an der Bahnhofstrasse Vereinsmenschen bewirtete. «Ich habe in den letzten sieben Jahren noch nie einen Gast rausgeschmissen, weil ich Feierabend machen will», sagt er. Deshalb schätze man seinen Familienbetrieb.

ORS wollte das Haus nicht kaufen. «Erstens kaufen wir keine Liegenschaften, und zweitens sei die Nachfrage von den zuweisenden Stellen wie etwa Gemeinden stark zurückgegangen», sagt Sturzenegger. Die ORS hat deshalb entschieden, sich auf ihr Restaurant in Frauenfeld, das Cittadella, zu fokussieren sowie neue Projekte in der Region zu lancieren.

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