NEUKIRCH AN DER THUR
Zum Gedenken an Hans Stark: Ein Leben im Dienste der Heimat

Am 2. Januar ist der ehemalige Ortsvorsteher und Gemeindeammann von Neukirch an der Thur, Hans Stark, nach einem erfüllten Leben in seinem 94. Altersjahr verstorben.

Christoph Tobler
Drucken
Hans Stark (1927–2021).

Hans Stark (1927–2021).

Bild: PD

Hans Stark war Landwirt mit Herz und Seele und ein Mann, der mit Überzeugung in den verschiedensten Funktionen der Öffentlichkeit diente – ein typischer bodenständiger Milizpolitiker, wie sie über Jahre das Leben in unseren Thurgauer Dörfern prägten.

1927 im Weiler Aspenreuti geboren, dem er zeitlebens treu blieb, übernahm Hans Stark nach seiner landwirtschaftlichen Ausbildung, nach dem Tod seines Vaters, 1955 den elterlichen Betrieb, den er Schritt für Schritt erneuerte und ausbaute.

Im Reitverein und Männerchor aktiv

Der 1956 geschlossenen Ehe mit Alice Berlinger aus dem glarnerischen Mollis entsprossen drei Töchter und zwei Söhne. Der älteste, Hans, übernahm 1991 den Betrieb, der zweite Jakob, trat in seine politischen Fussstapfen und arbeitete sich vom Ortsvorsteher zum Thurgauer Regierungsrat und Ständerat empor.

Schon früh übernahm Hans Stark auch ausserhalb seines Betriebes Verantwortung, zuerst im Zusammenhang mit seinen Freizeitaktivitäten als Präsident des Reitvereins am Nollen, später als Präsident des Männerchors Neukirch an der Thur, der ihn auch als langjährigen Theaterspieler schätzte. Nicht weniger als 22 Jahre, bis zu seinem Pensionsalter, war er Präsident der Landwirtschaftlichen Konsumgenossenschaft Neukirch an der Thur (heute Teil der Landi Weinfelden).

Politisches Doppelmandat ausgeübt

1962, im Alter von 35 Jahren, startete er seine politische Karriere als Mitglied und Aktuar der Primarschulbehörde Neukirch an der Thur. Nicht weniger als 19 Jahre lang führte er sorgfältig Protokoll von Sitzungen und Versammlungen – damals noch alles in Handschrift in einem dicken Protokollbuch. 1971 wurde er zum Ortsvorsteher der Ortsgemeinde Neukirch an der Thur gewählt.

Damit wurde Hans Stark gleichzeitig auch Gemeinderat der Munizipalgemeinde Neukirch an der Thur, die damals aus den fünf Ortsgemeinden Neukirch, Buhwil, Schönenberg, Schweizersholz und Halden bestand. Mit Freude und Tatkraft führte er dieses Doppelmandat während 24 Jahren aus, ab 1987 auch als nebenamtlicher Gemeindeammann. 1976 bis 1991 gehörte er zudem dem Bezirksgericht Bischofszell als Suppleant an.

Amtsübergabe an Sohn Jakob

Das Ende der politischen Tätigkeit von Hans Stark fiel zusammen mit der Gemeindereorganisation, bei der die Munizipalgemeinde Neukirch an der Thur am 1. Januar 1996 in den Politischen Gemeinden Kradolf-Schönenberg und Bischofszell aufging.

Der krönende Abschluss seines langjährigen Engagements für seine Heimatgemeinde war, dass er die Amtsübergabe familienintern an seinen Sohn Jakob als erstem Gemeindeammann der neuen Politischen Gemeinde Kradolf-Schönenberg vornehmen konnte.

Danach konnte er seinen Ruhestand im Stöckli neben dem Hof geniessen, mit zahlreichen Auslandsreisen mit dem Verband für Landtechnik sowie mit seinen Enkeln und seiner Gattin Alice. Am 2. Januar verstarb Hans Stark nach kurzer Krankheit im Regionalen Alters- und Pflegeheim Sattelbogen in Bischofszell, wo er die letzten zwei Jahre in guter geistiger Frische verbracht hatte.