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Neues Sek-Schulhaus in Romanshorn: Schlichte Schönheit in Grau

Der Neubau auf der Weitenzelg-Anlage ist fertig. Heute ist offizielle Übergabe des 17-Millionen-Projektes. Nächste Woche erhalten bereits die ersten Klassen Unterricht in den Räumlichkeiten.
Markus Schoch
Schulpräsident Walo Bohl im Gang, in den über das Sheddach viel Licht fällt. (Bilder: Andrea Stalder)

Schulpräsident Walo Bohl im Gang, in den über das Sheddach viel Licht fällt. (Bilder: Andrea Stalder)

Es ist nichts. Und trotzdem ärgert sich Walo Bohl darüber. In einem der Gänge hat es etwa zehn kleine Löcher im Boden, von denen niemand weiss, wie sie dorthin gekommen sind. Der Präsident der Sekundarschulgemeinde blickt nachdenklich, als er davon erzählt. Doch er weiss, wie glücklich er eigentlich sein sollte.

Die Weinfelder mussten vor über zwei Jahren das neue Schulhaus abreissen und nochmals aufbauen, nachdem sich das Gebäude verschoben hatte. Im Vergleich dazu sind die Probleme von Bohl nicht der Rede wert.

Alles lief nach Plan

Blick auf den Ersatzneubau, der sich an den bestehenden Schulhaustrakt anschmiegt (links, leicht abgesetzt).

Blick auf den Ersatzneubau, der sich an den bestehenden Schulhaustrakt anschmiegt (links, leicht abgesetzt).

Dessen wird er sich schnell wieder bewusst, als er zurückblickt auf die letzten zwei Jahre, in denen der alte Schulhaustrakt aus dem Jahr 1956 inklusive des Systembaus «Variel» in der Weitenzelg-Anlage abgerissen und ein Ersatzneubau nach den Plänen des portugiesischen Architekten Bak Gordon für 16,9 Millionen Franken hochgezogen wurde. Das Gesicht von Bohl hellt sich auf, als er sagt:

«Wir hatten keine grösseren Probleme und es gab keine Unfälle.»

Die Kosten sind auch nicht aus dem Ruder gelaufen. «Wir können das Budget sicher einhalten.» Das Ergebnis lässt sich ebenfalls sehen. Der Neubau ist fast noch schöner, als es sich Bohl vorgestellt hatte. «Es ist cool geworden.»

Grosszügige Gänge – breites Treppenhaus

Der Eingangsbereich mit dem Treppenhaus.

Der Eingangsbereich mit dem Treppenhaus.

Das Schulhaus wirkt beim Betreten im ersten Moment tatsächlich kalt und in seiner Schlichtheit schön zugleich. Die Wände, die Decken und die Treppe im grosszügigen Eingangsbereich sind in Sichtbeton gehalten, der Hartbetonboden in dezentem Braun. Die Türen und der Handlauf in Eiche wirken vor diesem Hintergrund ebenso wie die Schallschutzelemente wie Dekorationselemente.

Im obersten Geschoss lenkt fast gar nichts mehr den Blick ab vom Tageslicht, das von den schrägen Fenstern einfällt. Lampenschirme gibt es keine. Die Leuchtelemente sind in den Kanten des Sägezahndachs verborgen. Die Bühne gehört ganz den kleinen Janusköpfen an der Wand bei den Kleiderhaken. Die gegossenen Figuren sind beweglich montiert und haben zwei Gesichter. Geschaffen hat die Objekte die Arboner Künstlerin Rachel Lumbsden. Von ihr stammen auch die Ornamente im Aufgang, die für kleine Farbtupfer sorgen.

Lernatelier in der Art einer Bibliothek

Das Lernatelier mit Verbindung zum geschlossenen Innenhof ist zwei Stockwerke hoch.

Das Lernatelier mit Verbindung zum geschlossenen Innenhof ist zwei Stockwerke hoch.

Besonders stolz ist Bohl und mit ihm die Baukommission auf das Lernatelier im Erdgeschoss. Es ist zwei Stockwerke hoch und bietet 80 Schülern an 20 Tischen auf Rädern Platz, um Hausaufgaben zu machen oder Stoff aufzuarbeiten. Es ist gestaltet wie eine Bibliothek und über eine riesige Fensterfront mit dem geschlossenen Innenhof verbunden, in dem sich die Jugendlichen in den Pausen aufhalten können. Ein Baum spendet Schatten.

Die Schulzimmer sind konventionell gestaltet.

Die Schulzimmer sind konventionell gestaltet.

Die Schulzimmer und Gruppenräume selber sind relativ konventionell. Die Wände sind weiss verputzt, an der Decke hängen perforierte Schallschutzelemente in der gleichen Farbe. Die grauen Kastenfronten können als Pinnwand benutzt werden. Wandtafeln gibt es keine, dafür sind überall Beamer montiert. Die Heizung ist ans Fernwärmenetz der Kantonsschule angeschlossen und funktioniert im Sommer auch als Kühlung.

Solaranlage auf den Dächern

Auf dem Dach hat das EW Romanshorn eine Solaranlage installiert..

Auf dem Dach hat das EW Romanshorn eine Solaranlage installiert..

Das Dach hat die Schulgemeinde dem EW Romanshorn zur Verfügung gestellt, damit dieses dort und auf dem bestehenden Schulhaustrakt eine Solaranlage montieren kann. Gemäss Bohl ist angedacht, dass die Sek einen Drittel der Fläche kauft, womit sie den eigenen Stromverbrauch mehr als decken könnte.

Heute Mittwoch übernimmt die Sekundarschulgemeinde das Gebäude offiziell. Bereits nächste Woche ziehen bereits die ersten Schulklassen ein, die zuletzt im benachbarten und über eine direkte Verbindung erschlossenen Trakt C Unterricht erhalten haben. Die Zimmer dort werden jetzt zu Werkräumen umgestaltet. Die restlichen Klassen, die Unterschlupf an der Kantonsschule gefunden hatten, folgen nach den Sommerferien. Offizielle Eröffnung des Ersatzneubaus feiert die Schule Ende Juni – unter anderem mit einem Musical.

Kunst am Bau: Ein Januskopf, gestaltet von der Arboner Künstlerin Rachel Lumbsden.

Kunst am Bau: Ein Januskopf, gestaltet von der Arboner Künstlerin Rachel Lumbsden.

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