Neues Gesicht für Tägerwiler Pausenplatz

Der Pausenplatz der Tägerwiler Sekschüler wird für 150'000 Franken aufgewertet. Das Budget der Volksschulgemeinde Tägerwilen sorgte bei den Stimmberechtigten derweil aufgrund der hohen Verschuldung für Bedenken.

Emil Keller
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Schulpräsident Daniel Heidegger stellt den Stimmberechtigten die Pläne für die Umgestaltung des Tägerwiler Pausenplatzes vor.

Schulpräsident Daniel Heidegger stellt den Stimmberechtigten die Pläne für die Umgestaltung des Tägerwiler Pausenplatzes vor.

Bild: Emil Keller

«Als das Sekundarschulhaus vor 16 Jahren gebaut wurde, wusste man schon, dass dem Pausenplatz noch etwas fehlt», begrüsste Schulpräsident Daniel Heidegger die 55 anwesenden Stimmberechtigten der Volksschulgemeinde Tägerwilen. Mit farbigen Sitzbänken und Windrädern hatten die Klassen in der Vergangenheit immer wieder versucht, dem Betonbau ein wenig Farbe zu verleihen. Mit einer Neugestaltung des Pausenplatzes will die Schulbehörde nun dem Bedürfnis nach mehr Pausenqualität Rechnung tragen.

Was die Wünsche der Lehrer und Schüler sind, hatte die Volksschulgemeinde im Vorfeld in einer Umfrage abklären lassen. «Schatten, Sitzgelegenheiten, Trinkwasser und mehr Farbe», zählte Heidegger auf. Mit diesen Einflüssen im Hinterkopf hatten nun Architekten sowie Landschaftsgärtner den Pausenplatz umgestaltet.

Bäume umringt von Bänken, Wasserspiele sowie eingefärbte Bodenbeläge waren das Resultat. Den nötigen Baukredit über 150'000 Franken für die Realisation beantragte die Schulbehörde vergangenen Montag an der ordentlichen Budgetversammlung. Christian Schwarz bemängelte:

«Für so viel Geld bekommt man reichlich wenig.»

Er stelle sich eher grössere Baumgruppen oder eine komplette Wandbegrünung vor.

«Nur Farbe auf den Beton zu malen, bringt noch keine Wärme.»

In der Diskussion zeigte sich dann, dass die Schulbehörde nicht freie Hand über die Gestaltung des Pausenplatzes hat. Weil das Gebäude einem Architekturwettbewerb entsprungen ist, haben die ursprünglichen Architekten ein Mitspracherecht bei Veränderungen am Bau. Am Ende wurde der Kredit mit nur sechs Gegenstimmen bewilligt.

Budget sieht einen Verlust von 750'000 Franken vor

Als «ein brutales Bild» beschrieb Behördenmitglied Stefan Keller die vergangenen und künftigen Verluste, welche die Volksschulgemeinde verzeichnet. So ist auch für das Budget 2021 ein Verlust von knapp 750'000 Franken geplant.

«Damit wollen wir unser hohes Eigenkapital senken.»

Dieses beläuft sich derzeit auf rund acht Millionen Franken.

Mit einer sukzessiven Senkung des Steuerfusses auf 87 Prozentpunkte hatten die Stimmberechtigten diesen Kurs gutgeheissen. Dennoch sorgten die noch über Jahre absehbar roten Zahlen für besorgte Voten. «Der Nettoverschuldungsquotient liegt mit über 150 Prozent im schlechten Bereich», sagte Marcel Fässler. Kritisiert wurde auch, dass trotz tieferer Steuereinnahmen die Personalausgaben laufend steigen.

Schulpräsident Heidegger hatte dafür eine einfache Erklärung: «Wir verzeichnen einen stetigen Schülerzuwachs, weshalb wir mehr Lehrpersonen benötigen und Stellen in der Schulverwaltung schaffen müssen.» Das Budget wurde schliesslich mit neun Gegenstimmen genehmigt.