Neuer Schiefer-Rekord trotz Wind und Wellen in Ermatingen 

Die Ermatinger Open sorgten für Spannung. Mit 13 Hüpfern und 71 Metern ist Claudio Künzli aus Frauenfeld neuer Schweizer Meister.

Hana Mauder Wick
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in Teilnehmer konzentriert sich auf der Plattform im See auf den Wurf. (Bild: Hana Mauder Wick)

in Teilnehmer konzentriert sich auf der Plattform im See auf den Wurf. (Bild: Hana Mauder Wick)

Es ist nicht so leicht, wie es aussieht: Auf der hölzernen Plattform gehen die Teilnehmer in Position. Aktuell macht sich Nina Luginbühl parat. Sie gilt als Favoritin: 2016 schaffte sie den Weltrekord. «Es braucht eine gute Kombination von Kraft und Technik», beschreibt sie die sportliche Taktik. Der Event ist fast ein Familientreffen: Vater Peter und Bruder Thierry haben die Schweizer Meisterschaft bereits zweimal gewonnen. Heute reicht es der 23-jährigen Thurgauerin allerdings nicht zum grossen Wurf. Sie nimmt es gelassen: «Ich hätte sowieso nicht nach Schottland reisen können.»

Impressionen vom Steineschieferen. (Bild: Hana Mauder Wick)

Impressionen vom Steineschieferen. (Bild: Hana Mauder Wick)

Kinder tauchen nach den versenkten Steinen

Die jüngeren Teilnehmer schauen den versierten Werfern gespannt über die Schulter. Die sechsjährige Nina Caduff steht vor einer Auslage an Schiefersteinen und ist etwas ratlos. «Ich weiss nicht, welchen ich nehmen soll.» Quadrat, Dreieck oder klassisch rund: Hauptsache, er ist nicht grösser als 7,5 Zentimeter. Die Schiefersteine bleiben nach dem Wettkampf nicht auf dem Boden des Sees liegen. Kinder mit roten Armbändern tauchen in den Pausen und bringen die einzelnen Exemplare zurück ans Ufer. «Mit Taucherbrille geht das gut», meint der achtjährige Dimitry Reiser. Auch kleine Schieferer zeigen beim Wettkampf grosse Leistungen. Der 12-jährige Sven Schulze aus Ermatingen erzielt 60 Meter und 14 Hüpfer und schafft es damit ins Finale der «Grossen».

Impressionen vom Steineschieferen. (Bild: Hana Mauder Wick)

Impressionen vom Steineschieferen. (Bild: Hana Mauder Wick)

Ein Schotte schiefert am weitesten

Auf dem Podest legen sich die Teilnehmer derweil in allen fünf Kategorien kräftig ins Zeug. Die Wettkampf-Bedingungen sind nicht optimal. «Es herrscht leichter Wind und Wellengang», stellt Andy Hostettler fest. Der OK-Chef freut sich über den regen Andrang in der Badi Ermatingen. «Ich bin extra aus Holland angereist», sagt Hans Eshuis. Er bringt eine Auswahl an eigenen Schiefersteinen mit. «Es ist sehr schön hier. Und die Leute fachsimpeln ausgiebig miteinander», meint er. Auf seine sportliche Leistung ist er stolz: Er schiefert 84 Meter weit. Am Schluss des Tages steht der neue Schweizer Meister fest: Claudio Künzli aus Frauenfeld qualifiziert sich mit 13 Hüpfern und 71 Metern für die Weltmeisterschaft in Schottland Ende September. Den spektakulärsten Wurf des Tages – und einen neuen Rekord in der Badi Ermatingen – sichert sich der Schotte Alex Lewis. «Er hat den Schieferstein 89 Meter weit geworfen. Das hat es hier noch keiner geschafft», freut sich der OK-Chef.