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Neuer Rahmen für die Stadt Arbon:  In den nächsten drei Wochen kann sich die Bevölkerung zur überarbeiteten Ortsplanung äussern.

Die Revision eröffnet Entwicklungsperspektiven auf dem Hafendamm und bei der AFG am See. Kritik geben wird es an der Hochhausstudie, die Teil des Baureglements ist.
Markus Schoch
Blick von der Wiese der Familie Strauss auf das AFG-Gelände, das umgezont werden soll. (Bild: Markus Schoch)

Blick von der Wiese der Familie Strauss auf das AFG-Gelände, das umgezont werden soll. (Bild: Markus Schoch)

Es war ein langer Weg, und er ist noch nicht ganz zu Ende. Aber das Ziel ist in Sichtweite gerückt. Mit Unterbrüchen seit sieben Jahren ist die Stadt an der Revision der Ortsplanung. Ab Freitag liegen Zonenplan und Baureglement 20 Tage öffentlich auf. Äussern kann sich die Bevölkerung innerhalb dieser Frist auch zum Richtplan, der einen längerfristigen Horizont hat und nur für den Stadtrat verbindlich ist. Vorgesehen ist darin beispielsweise der Bau der Spange Süd.

Ebenfalls Teil des Paketes ist das Konzept höhere Häuser und Hochhäuser, das zu einem Politikum geworden ist im Zusammenhang mit den beiden geplanten Wohntürmen der HRS auf dem «Metropol»-Gelände. Im letzten Oktober sah der Stadtrat dort ausdrücklich keine Hochhäuser mehr vor, nachdem er den Standort zuvor für passend befunden hatte. Jetzt kommt die Behörde wieder auf die ursprüngliche Beurteilung zurück. Die Erklärung von Stadtplanerin Fabienne Egloff:

«Wir haben das Konzept nochmals grundsätzlich überarbeitet und sehr viel Zeit dafür investiert.»

Die Ausgangslage sei zudem heute eine andere: In der Zwischenzeit sei abschliessend geklärt worden, dass das «Metropol» nicht unter Schutz stehe und abgerissen werden könne. Gleichzeitig hätten sich die Gespräche der HRS mit einem Investor zerschlagen, der ein Projekt entwickelt hatte, bei dem das «Metropol» stehen geblieben wäre - allerdings sah der Plan keinen Betrieb als Hotel mehr vor.

Der Spielraum ist relativ klein

Die Aufgabe sei keine leichte gewesen, sagt Stadtpräsident Andreas Balg. Und er meint damit nicht nur die Diskussionen über die Hochhausstudie.

«Bund und Kanton machen klare und strenge Vorgaben.»

Sie zu erfüllen, sei für jede Stadt und jede Gemeinde eine «riesige Herausforderung», sagt Stadtplanerin Egloff. Der Spielraum sei relativ klein. «Jede noch so kleine Änderung muss man gut begründen.»

Komme hinzu, dass Arbon «schon seit längerem gebaut ist», sagt Balg. Die Stadt sei flächenmässig eine der kleinsten Gemeinden im Kanton, habe aber die viertgrösste Bevölkerung im Thurgau. Die Entwicklungsmöglichkeiten seien deshalb begrenzt und würden sich auf die Gebiete «Neusätz», «Niederfeld» und die rund 33000 Quadratmeter grosse Wiese etwas ausserhalb der Altstadt zwischen Bahnlinie und Romanshorner im Besitz der Familie Strauss beschränken. Entsprechend wichtig sei die innere Verdichtung, wie sie derzeit auf dem Saurer WerkZwei passiere.

Im Saurer WerkZwei entsteht ein neuer Stadtteil. (Bild: Max Eichenberger)

Im Saurer WerkZwei entsteht ein neuer Stadtteil. (Bild: Max Eichenberger)

AFG-Gelände wird umgezont

Beim Zonenplan habe es diverse begriffliche Anpassungen gegeben, sagt Egloff. Die Schutzzonen habe man teilweise zusammen genommen. Neu ausgeschieden sind Gefahrenzonen und Lärmschutzzonen, in denen gegebenenfalls spezielle bauliche Massnahmen ergriffen werden müssen, damit es in den Wohnungen oder Häusern nicht zu laut ist. Betroffen davon ist der Heinehof. Die in Arbon bisher weit verbreiteten Vorgartenschutzzonen wird auf typische Gebiete reduziert.

Anders als ursprünglich vorgesehen, möchte der Stadtrat das AFG-Industriegelände zwischen Bahnline, Grabenstrasse, Philosophenweg und Seepark-Areal der Kernzone 3 zuschlagen, was den Bau von Wohnungen und Gewerberäumlichkeiten erlauben würde. Es gibt bereits Konzeptideen und Studien zur Erschliessung über eine neue Zufahrt von der Romanshornerstrasse über die erwähnte Wiese der Familie Strauss, sagt Egloff.

Für den Mehrwert des Areals durch die Aufzonung möchte die Stadt von der Arbonia einen Gegenwert in Form eines Stück Landes. «Wir sind in Verhandlungen», sagt Balg, ohne auf Details einzugehen. Die Stadt möchte bei einer möglichen Überbauung auch ein Wort mitreden und belegt das Areal mit einer Gestaltungsplan-Pflicht - ebenso wie das «Metropol»-Gelände oder den Bereich der so genannten Stadtmitte zwischen Novaseta, Rosengarten und Hamel.

Einzonung von Bauland

Vorgesehen ist an zwei Orten die Einzonung von Bauland: Zum einen bei Landwirt Ruedi Daepp in der Bleiche ein rund 30 Meter tiefer Streifen entlang der Stacherholzstrasse und bei der Mehreiche, wo das ganze Landstück zu einer Gewerbezone werden soll. Den Mehrwert müssen die Grundeigentümer von Gesetzes wegen teilweise abgelten.

Als Puffer zu den Nachbarn wird auf der Parzelle des Arbonia Corporate Centers in der Winzelwies auf zwei Seiten je ein Streifen Wohn- und Gewerbezone ausgeschieden. Und das ganze Möhl-Areal möchte die Stadt zur Gewerbezone machen - ein Teil gehört jetzt noch zur Wohnzone.

Das Arbonia Corporate-Center in der Winzelwies. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Arbonia Corporate-Center in der Winzelwies. (Bild: Hanspeter Schiess)

Neu will der Stadtrat eine Touristik- und Freizeitzon schaffen. Damit belegt werden soll der Hafendamm inklusive Hafenmeistergebäude, das Strandbad inklusive Campingplatz und Tennisanlage sowie ein Streifen entlang des Weges am See beim Saurer Werk Eins. An diesen Orten wäre so eine gewisse bauliche Entwicklung oder zumindest der Betrieb einer Gartenwirtschaft möglich, sagt Egloff.

Gewisse Baugesuche beurteilt eine Kommission

Das Baureglement sieht neu eine Planungs- und Baukommission vor. Diese soll künftig über Baugesuche entscheiden, bei denen es keine Einsprachen gab beziehungsweise nicht geschützte Objekte betroffen sind- Und sie nimmt Aufgaben der heutigen Ortsbildschutzkommission wahr, die aufgelöst werden soll.

Informationen zur Revision der Ortsplanung sind auf www.arbon.ch im Bereich «Revision Ortsplanung» abrufbar.

Genug Land

Die Kritik von Wirtschaftskreisen an fehlendem Land für die Ansiedelung neuer Betriebe oder die Erweiterung ansässiger Firmen kann Stadtpräsident Andreas Balg nicht nachvollziehen. «Wir haben nicht zu wenige Flächen für Industrie und Gewerbe. Aber vielleicht nicht immer die richtigen für die jeweiligen Bedürfnisse und zum passenden Preis.» (mso)

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