Neuer Badmeister und Schatten spendende Bäume: Bischofszells Schwimmbad ist gerüstet

Der Saisonauftakt verzögert sich wegen der Coronapandemie. Die Badegäste können sich auf Verbesserungen freuen, sie werden sich aber auch an neue Vorschriften gewöhnen müssen.

Georg Stelzner
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Patrick Hauser, Chefbadmeister des Schwimmbades Bischofszell, bei der Reinigung eines Beckens.

Patrick Hauser, Chefbadmeister des Schwimmbades Bischofszell, bei der Reinigung eines Beckens.

Bild: Reto Martin

Es ist regnerisch, kühl und bewölkt an diesem Mittwochvormittag. Die Anzeige auf dem Thermometer erreicht mit Ach und Krach die 10-Grad-Marke. Der Startschuss zur neuen Schwimmbadsaison bleibt aber nicht nur deswegen aus.

Stadt muss Schutzkonzept vorlegen

Das Stigma der Hauptverantwortlichen trägt auch in diesem Fall die Coronapandemie. Frühestens am Montag, 8. Juni, darf Wasserratten und Sonnenanbetern Einlass gewährt werden.

So sieht zumindest der vorläufige bundesrätliche Zeitplan aus. «Bis dahin müssen wir ein Schutzkonzept mit Hygienemassnahmen, Markierungen und Abstandsregeln für die Gastronomie erstellen», erklärt Stadtpräsident Thomas Weingart.

Ära Mauchle ist zu Ende

Vorbereitungsarbeiten wie die Reinigung der Bassins sind ungeachtet der ungewissen Lage diese Woche in Angriff genommen worden. Einer, der dabei ebenfalls Hand anlegt, ist Patrick Hauser, der neue Badmeister. Mit seinem Stellenantritt findet die jahrzehntelange Ära von Vater und Sohn Mauchle ein Ende.

Der Stadtpräsident ist mit der Nachfolgeregelung glücklich: «Für uns ist das die ideale Lösung. Patrick Hauser war bisher stellvertretender Badmeister und kennt die Anlage entsprechend gut.» Als Hausers Stellvertreter ist Stefan Strässle, der zuvor in St. Gallen angestellt war, verpflichtet worden. Die Aufsichtsfunktion wird Franziska Brändle ausüben.

Massnahmen steigern die Attraktivität

Auf die neue Saison hin sind auch im betrieblichen und baulichen Bereich einige Verbesserungen realisiert worden, wie Hauser erläutert. So habe man dem Wunsch nach einer Vergrösserung schattiger Flächen mit der Pflanzung von zwei Platanen entsprochen, im Bassin für die Sportschwimmer eine zusätzliche Bahn markiert und bei der Damengarderobe eine Rampe für Kinderwagen erstellt.

«Unsere Badi hat einen parkähnlichen Charakter. Viele Gäste kennen sich;
es geht recht familiär zu», sagt Badmeister Patrick Hauser.

«Das Areal ist gut erkennbar unterteilt in eine Schattenwiese und einen Sonnenhang», erklärt der Badmeister.

Einheitliche Öffnungszeiten

Dass die Stadt für die unterschiedlichsten Anliegen der Badegäste ein offenes Ohr hat, beweisen weitere Neuerungen. Thomas Weingart weist darauf hin, dass es jetzt einheitliche Öffnungszeiten gebe, was bedeute, dass das Schwimmbad auch montags bereits um 9 Uhr (vorher: 10 Uhr) aufsperrt.

Zudem ermögliche man es Abonnenten jeden Mittwoch und Freitag, ab 6.30 Uhr Frühsport zu betreiben. Ein entsprechender Wunsch sei in der 2019 durchgeführten Umfrage geäussert worden. Der Stadtpräsident stellt eine Wiederholung im nächsten Jahr in Aussicht, sollte die Nachfrage gross genug sein.

Abends ermässigter Eintrittspreis

Auch in finanzieller Hinsicht steigert die seit Mitte der Fünfzigerjahre bestehende Freizeitanlage ihre Attraktivität. So wird ab sechs Uhr abends beim Eintrittspreis eine Reduktion von einem Franken gewährt. Die Abokosten werden aber trotz des verzögerten Saisonbeginns aufgrund der Coronapandemie laut Weingart voraussichtlich unverändert bleiben.

Detaillierte Informationen über die Öffnungszeiten im Internet: www.schwimmbad-bischofszell.ch .

Schriftliche Befragung der Kunden

Bei der im Vorjahr durchgeführten Befragung von Abonnenten schnitt die Bischofszeller Badi in den allermeisten Kategorien hervorragend ab. Der Anteil an zufriedenen oder sehr zufriedenen Gästen lag fast überall über 90 Prozent. Am besten bewertet wurden das Schwimmbecken (98 Prozent) sowie das Kinderschwimmbecken, die Gartenanlage und die Information (je 97 Prozent). Abstriche machten die Befragten bei den Garderoben (87 Prozent) und bei den Parkplätzen (83 Prozent). An der Umfrage beteiligten sich 531 Personen, was einer Rücklaufquote von 42 Prozent entspricht. (st)