Neuer Anlauf für die Handyantenne im Illighauser Kirchturm

Im Dorf ist der Empfang extrem schlecht. Das stört eine Mehrheit der Einwohner. Der Gemeinderat will das Thema angehen.

Martina Eggenberger Lenz
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Die Kirche in Illighausen befindet sich gleich neben der Schule.

Die Kirche in Illighausen befindet sich gleich neben der Schule.

(Bild: Reto Martin)

Die Pflegemitarbeiterin hat ein Problem. Wenn sie Pikett hat, sollte sie rund um die Uhr erreichbar sein – auf dem Handy. Doch in ihrem Haus in Illighausen ist das fast ein Ding der Unmöglichkeit. Der Empfang ist so schlecht, dass die Frau nur an ganz wenigen Orten telefonieren kann.

«Das ist wirklich ein Saich. Besonders, wenn man geschäftlich gebraucht wird.»

An der letzten Gemeindeversammlung Mitte Dezember stiess die Illighauserin mit ihrem Votum auf offene Ohren. Schliesslich zeigten es die Mobiltelefone der Anwesenden im Mehrzwecksaal schwarz auf weiss: Empfang praktisch gleich null. Dass dies so ist, ist einer kleinen Gruppe zu verdanken, die vor fünf Jahren das Unterfangen kippte, im Turm der evangelischen Kirche eine Antenne zu errichten.

Behörden finden den Standort immer noch ideal

Der ehemalige Gemeindepräsident David Tschudi zeigte Verständnis für die Äusserungen der Frau. «Ja, es ist tatsächlich mühsam, das fanden wir schon damals. Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass der vorgesehene Standort im Kirchturm ideal gewesen wäre.» Der gleichen Ansicht ist auch Daniel Tschannen, Mitglied der Kirchenvorsteherschaft. Sein Gremium war immer für die Antenne im Gotteshaus. Das Geschäft wurde 2014 abgelehnt, weil einige reformierte Illighauser dagegen mobil gemacht hatten. «Dabei ist der Standort optimal. Die Antenne im Turm ist unsichtbar und stört nirgends das Ortsbild.»

Die angeregte Diskussion bewog Gemeindepräsident Ciril Schmidiger dazu, mit den über 100 Anwesenden eine Konsultativabstimmung durchzuführen. Das Resultat war eindeutig: Die grosse Mehrheit der Anwesenden war dafür, dass sich der Gemeinderat dem Problem erneut annehmen soll.

Swisscom arbeitet am Problem

Auf Nachfrage betont der Gemeindepräsident, dass das Kirchturm-Projekt nach der verlorenen Abstimmung bei der Evangelischen Kirchgemeinde in die Schublade gelegt worden sei. Der Kontakt zur Swisscom bestehe aber, weil diese sich natürlich auch am Empfangsloch störe. Das Telekomunternehmen sei grundsätzlich angehalten, verschiedene Standorte zu evaluieren und irgendwann Varianten zu präsentieren.

Gemeindepräsident Ciril Schmidiger

Gemeindepräsident Ciril Schmidiger 

(Bild: Mario Gaccioli)
«Mit dem neusten Votum aus der Gemeindeversammlung haben wir nun eine stärkere Legitimation, das Errichten einer Antenne voranzutreiben»,

sagt Schmidiger. Der schlechte Empfang führe immer wieder zu Fragen aus der Bevölkerung. «Wir werden nun das Gespräch mit der Swisscom erneut suchen.» Die Swisscom lässt verlauten, sie wolle überall in der Schweiz eine gute Mobilfunkversorgung bieten, denn der Datenverbrauch der Kunden wachse stetig und damit auch der Bedarf nach mehr Kapazität. Man suche nach einer Lösung zusammen mit Lengwil.

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