Neue Seelsorger, Bewegung bei den Liegenschaften und weniger Gottesdienste: In Katholisch-Kreuzlingen bleibt kaum ein Stein auf dem anderen

Edwin Stier, der neue Leiter des Pastoralraums St. Ulrich, St. Stefan und St. Albin stellte sich am Mittwoch den Bürgern vor und er brachte gleich auch einen neuen Kaplan mit. Neben dem Personal gibt es noch weitere gewichtigere Änderungen.

Inka Grabowsky
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Nach der Informationsveranstaltung am Mittwoch im Stefanshaus: Kaplan Marco Vonarburg und Pfarrer Edwin Stier.

Nach der Informationsveranstaltung am Mittwoch im Stefanshaus: Kaplan Marco Vonarburg und Pfarrer Edwin Stier.

(Bild: Inka Grabowsky)
«Vertrauen kann nur wachsen, wenn man offen miteinander umgeht.»

Das sagt Pfarrer Edwin Stier am Mittwochabend im fast vollbesetzen Stefanshaus. Er bat alle Kirchbürger um konstruktive Kritik:

«Dem Pfarrer fällt kein Zacken aus der Krone, wenn er auf einen Fehler aufmerksam gemacht wird.
Der Boss ist nicht der Pfarrer,
Jesus Christus steht im Mittelpunkt.»

Er stelle sich völlig unvoreingenommen den Herausforderungen und freue sich auf die Begegnungen mit den Menschen der Gemeinden von Kreuzlingen und Ermatingen. Edwin Stier schwärmte von der weltoffenen Katholizität, die er in seinem Studium in Tübingen kennengelernt habe und erinnerte an die vollen Kirchen, die in seiner Kindheit und Jugend noch normal gewesen seien.

Ihm zur Seite steht der neue Kaplan Marco Vonarburg. Er ist im Thurgau aufgewachsen und hat - wie er mit einem Lächeln erzählt – vor seiner Berufung zum Priester vor 25 Jahren als SBB-Angestellter in Kreuzlingen möglicherweise dem einen oder anderen Gemeindemitglied ein Bahnbillett verkauft. Er erzählte unumwunden, dass er nach Überarbeitung erkrankt sei und sich deshalb bewusst für die Stelle als Kaplan ohne Leitungsfunktion entschieden habe.

Priesterhaus Bernrain ohne Funktion

Pfarrer Stier wird mit Pater Gander und Pater Kluk zukünftig im Stefanshaus wohnen. Kaplan Vonarburg bezieht eine Wohnung im Ulrichshaus. Das Priesterhaus Bernrain, dessen Umbau vor der Personal-Umstellung gerade beschlossen worden war, wird nach dem Rückzug der Redemptoristen als Wohnsitz nicht mehr gebraucht. Eine Projektgruppe soll nun Pläne für das Gebäude entwickeln. Im Ulrichshaus werden ausserdem die Arbeitsplätze der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von vier bisherigen Standorten zusammengezogen.

Die scheidende Regionalverantwortliche des Bistums Basel, Margrith Mühlebach, warb für den neuen Pastoralraum. Die Pfarreien und Kirchgemeinden blieben selbständig. Es würde sich nicht plötzlich alles ändern. «Aber wir überlegen, wie man Gemeinden zukünftig führen will.» Über einen Zusammenarbeitsvertrag, der gemeinsam erarbeitet werden soll, dürfen die Kirchbürger später abstimmen.

Weniger Gottesdienste

Am 13. September wird Edwin Stier sein Amt antreten. Marco Vonarburg beginnt am 1. November. Bis es soweit ist, müssen die Kirchgänger mit einigen Kompromissen leben. Da Pater Jan und Pater Stanislaw Ende Juli gehen, müssen Aushilfspfarrer einige Zeit überbrücken.

Auch die Gottesdienstordnung muss angepasst werden. Statt 13 Gottesdiensten pro Woche wird es – wenigstens bis in den Winter - nur 8 geben.

Beat KrähnenmannKirchenpräsident

Beat Krähnenmann
Kirchenpräsident

(Bild: Donato Caspari - 18.11.2018)

Kirchenpräsident Beat Krähenmann appellierte zum Abschluss: «Wir stehen vor Veränderungen. Wir bekommen zwei neue Priester. Darauf können wir uns freuen. Und wir erwarten eine neue Dynamik durch die Zusammenarbeit der Mitarbeiter in neuen Pastoralraum. Vielleicht muss man einige Gewohnheiten ändern. Bitte tragen Sie das mit, dann sind wir auf einem erstklassigen Weg.»

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