Neue Alterswohnungen für Kreuzlinger Senioren

Die Genossenschaft Alterszentrum hat den Projektierungs- und Baukredit von 28,5 Millionen Franken für den Ersatz der Siedlung klar angenommen. Baustart soll im Herbst 2020 sein.

Kurt Peter
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So stellen sich die Architekten den neuen Innenhof, den die Alterssiedlungen und das Haus A West (Mitte) bilden. (Bild: PD)

So stellen sich die Architekten den neuen Innenhof, den die Alterssiedlungen und das Haus A West (Mitte) bilden. (Bild: PD)

«Unsere Statuten sehen eine Siedlung für betreutes Wohnen vor, solche Modelle werden immer mehr ausgebaut und entsprechen einem Bedürfnis», meinte Genossenschaftspräsident Urs Haubensak im Saal des Alterszentrums zum wichtigsten Traktandum der Generalversammlung. Er machte deutlich, dass das Alterszentrum den Ersatz dringend brauche.

Architekt Marc Grosjean ging detailliert auf das Projekt ein. Die geplanten 60 Wohnungen im Neubau seien in 1-, 2,- und 3-Zimmerwohnungen aufgeteilt. Wenn die Generalversammlung den Krediten zustimme, werde das Vorprojekt überarbeitet, ein Baugesuch erstellt und wenn alles gut laufe, «können wir mit dem Bau im Herbst 2020 beginnen».

Bedenken wegen der Überlänge des Gebäudes

In der folgenden Diskussion lehnte Arnold Baumann dieses Vorgehen ab. Der Bau sei nicht genehmigungsfähig, er begründete dies mit der geplanten Überlänge. «Wir warten lieber auf die Revision von Zonenplan und Baureglement», meinte er. Urs Haubensak widersprach: «Wir haben gute Chancen auf eine Bewilligung» und Marc Grosjean sprach von «Bestandesgarantie, eine Ausnahmebewilligung ist möglich, denn das bestehende Haus ist bereits 119 Meter lang».

Jost Rüegg verwies auf das bestehende Baureglement und zweifelte ebenfalls an der Baubewilligung.

«Eine Überlange wird nur gestattet, wenn dies betrieblich notwendig ist. Wir gehen mit dem Projekt ein Risiko ein.»

Peter Keller hingegen lobte den Vorstand für den Mut und meinte, dass sich die Gegner hinter dem gültigen Baureglement versteckten. «Das Projekt braucht Mut», meinte Haubensak, «aber es ist nicht tollkühn.» Die Versammlung sprach sich schliesslich mit 67 Ja- gegen eine Nein-Stimme für den Planungskredit von 500'000 Franken aus. Sie bewilligte auch mit 67 Ja- gegen 4-Nein-Stimmen den Baukredit in der Höhe von 28 Millionen Franken.

Brandschutz verteuerte die Sanierung

Im Vorfeld der Kreditabstimmungen ging Haubensak auf den Jahresbericht ein. Die Sanierung des Hauses A West sei eine grosse Herausforderung gewesen, meinte er. «Eine komplexe Sache, gepflastert mit Überraschungen.» Ein grosses Problem sei die Verschärfung der Brandschutzmassnahmen während des Baus gewesen. Dies habe wesentlich zu den Mehrkosten von 383'000 Franken beigetragen. Die Sanierung könne trotzdem im Rahmen des bewilligten Kredits von 20,5 Millionen Franken abgerechnet werden.

Den Standort Bottighofen bezeichnete der Präsident als Herausforderung, «weil ein kleiner Standort zu Mehrkosten aufgrund des doch nötigen Personals führt».

Es bleibt ein geringer Verlust

Die von Christina Bührer präsentierte Jahresrechnung schloss mit einem Verlust des Gesamtbetriebes von knapp 650'000 Franken. Nach Abzug der Defizitgarantien bleibe ein Minus zu Lasten des Eigenkapitals von 15'000 Franken. Das Defizit des Standortes Bottighofen von 497'000 Franken werde vollumfänglich durch die Gemeinde gedeckt. Das Budget 2019 «rechnet mit einer knappen schwarzen Null, wenn die beiden Standorte voll ausgelastet sind.»

Die Versammlung stimmte auch den Statutenänderungen zu und nahm zur Kenntnis, dass der neue Stadtrat Markus Brüllmann als Nachfolger von Barbara Kern im Vorstand Einsitz nimmt.