Neubau im Kreuzlinger Bombenkrater

Auf dem ehemaligen Feuerwerktestgelände in Emmishofen entsteht das Irsee Center.

Urs Brüschweiler
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Stadtpräsident Thomas Niederberger (2.v.r) und Familie Marini beim Spatenstich. (Bild: Urs Brüschweiler)

Stadtpräsident Thomas Niederberger (2.v.r) und Familie Marini beim Spatenstich. (Bild: Urs Brüschweiler)

«Wir sind glücklich, dass es nun losgehen kann.» Die Freude bei Tobias Marini und seiner Familie ist gross. Im Beisein von Stadtpräsident Thomas Niederberger vollzog man gestern den Spatenstich für das Irsee Center. 40 Arbeitsplätze entstehen hier mitten im Quartier Emmishofen. Der Erstbezug soll bereits Anfang des zweiten Quartals im kommenden Jahr stattfinden.

Ein Hochregallager (3000 Quadratmeter) und ein Bürogebäude (500 Quadratmeter) sowie eine Wohnung für die Familie Marini werden gebaut.

«Vieles werden wir in Fertigelement-Bauweise realisieren, deshalb gehen wir von einer kurzen Bauzeit aus»,

sagt der Bottighofer Unternehmer. Ankermieter wird die TMT GmbH, ein Online-Versandhandel für Kleinelektronik. «Bisher waren wir im Zecchinel-Zentrum in Tägerwilen eingemietet», sagt Marini. Etwa 1000 Bestellungen pro Tag wickelt seine Firma ab, von der Speicherkarte bis zur Tastatur kann man alles ordern. Am neuen Ort wolle man nun vermehrt auch Wärmepumpen und andere Grossgeräte vertreiben.

Um die fünf Millionen Franken investiert die Immobilien-Firma der Marinis, die Ja-Jireh AG, in die Neubauten. Bereits eingemietet haben sich ein Ingenieur-Büro, eine Praxis, eine Steuerberatung und ein Handelsunternehmen.

Es gab noch Widerstände gegen den Verkauf

Die Stadt Kreuzlingen musste die 2600 Quadratmeter grosse Parzelle zuerst sanieren und die Käuferin eine gültige Baubewilligung in der Hand haben, damit der Verkauf 2019 über die Bühne gehen konnte. Eine «Herausforderung» sei die Parzelle gewesen, sagt Stadtpräsident Thomas Niederberger. Auch weil sie eine «grüne Lunge» in der Stadt darstellte.

Allerdings entschied sich der Stadtrat zum Verkauf, weil Industrieland knapp ist. Die Ja-Jireh musste eine Mindestausnutzung erfüllen und grösser bauen, als es für sie selber nötig gewesen wäre. Auch energetisch habe man der Käuferin hohe Auflagen gemacht. «Nun sind wir sehr froh, dass es geklappt hat», sagt Niederberger.

Feuerwerk und Rebbau

Einst wurden hier Böller getestet. Überwachsene Hügel und Bunker verliehen dem Wäldchen eine besondere Aura. Ein Obdachloser hat hier eine Zeit lang in einer Baracke gelebt. Vor dem Verkauf musste die Parzelle in der Industriezone saniert werden. Es war auch noch Kupfer vom Rebanbau im Boden. (ubr)

Strom vom Kreuzlinger Dach

Im Neubau an der Irseestrasse zieht nicht nur ein Online-Versandhaus ein. Es gibt auch Bürofläche zu mieten.
Judith Schuck