Neubau an der Kreuzlinger Bachstrasse geplant: Die Mieter müssen Ende 2020 raus

Die Pensionskasse St.Gallen hat die Parzelle Bachstrasse 3 und 5 erworben und will eine Überbauung mit 40 Wohnungen realisieren. In die Detailplanung geht sie allerdings erst, wenn die neue Ortsplanung in Kraft gesetzt ist.

Kurt Peter
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Die Liegenschaften an der Bachstrasse müssen einem Neubau weichen.

Die Liegenschaften an der Bachstrasse müssen einem Neubau weichen.

(Bild: Reto Martin)

Auf dem Grundstück 1900 an der Bachstrasse stehen Wohnhaus, Werkstätten, Büro und Magazin. Die 2231 Quadratmeter grosse Parzelle hat die St. Galler Pensionskasse Ende November erworben und plant eine Überbauung mit rund 40 Wohnungen. «Wir planen Wohnungen in verschiedener Grösse, von 2 bis 4½-Zimmer», erklärt Philipp Zünd, Leiter Immobilienanlagen der Pensionskasse.

Bisher sei aber nur eine Machbarkeitsstudie vorhanden, mit der Detailplanung wolle die Pensionskasse erst beginnen, wenn die neue Kreuzlinger Ortsplanung in Kraft gesetzt sei. Zünd sagt:

«Kreuzlingen im Allgemeinen und das Quartier an der Bachstrasse haben grosses Potenzial.»

An dieser exponierten Lage sei klar, dass eine Überbauung in die Umgebung eingepasst werde – auch ohne Gestaltungsplanpflicht. Im bestehenden Zonenplan handelt es sich bei der betreffenden Parzelle um eine Wohn- und Gewerbezone, Wohnen und Arbeiten sieht auch der neue Zonenplan vor. «Die Lage an der Bachstrasse ist zentral und mit optimaler Erschliessung an den öffentlichen Verkehr», erklärt Philipp Zünd.

Der Bau soll, so sei es das erklärte Ziel der Pensionskasse, nachhaltig sein. Eine Photovoltaikanlage liefere die Energie für die so genannte Eigenverbrauchs-Gemeinschaft, geheizt werde über eine Wärmepumpe.

«Da wir auf die Inkraftsetzung der neuen Ortsplanung warten, um die nächsten Schritte zu planen, kann ich über die zeitliche Umsetzung des Projekts nichts sagen». Formal seien die bestehenden Mietverträge jedoch auf Ende 2020 gekündigt worden: «In einem konstruktiven Dialog», wie der Vertreter der Pensionskasse sagt.

Grosse Verluste verhindern

Betroffen davon ist auch das Velodrom. Für Mitbesitzer Clemens Späni ist der «Kündigungstermin eine grosse Herausforderung». Es sei schwierig, bezahlbare Gewerberäume zu finden, zumal es das Ziel sei, das Velodrom im Zentrum der Stadt zu erhalten. Derzeit würden die Kosten für einen Umzug errechnet, «wir wollen grosse Verluste verhindern. Dies in einer Branche, die ohnehin mit immer kleinerer Rendite arbeitet».

Angebote habe es bereits gegeben, sogar eine Besichtigung. «Aber das Objekt der ehemaligen Garage Hochstrass hat sich als völlig untauglich erwiesen». Er und sein Geschäftspartner Ernst Bögli würden die Flinte nicht ins Korn werfen:

«Seit 26 Jahren sind wir erfolgreich, das wollen wir am Standort Kreuzlingen auch bleiben.»

Derzeit nicht äussern zur Situation will sich Dario Fimiani. Er ist Mieter der alten Schlosserei an der Bachstrasse.

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