Neuanfang bei den Pikes: 179 Skorerpunkte gehen dem 1.-Liga-Team verloren

Der Eishockeyclub aus Romanshorn schlägt eine neue Richtung ein. Er entledigt sich eines Grossteils seiner Ambitionen in der 1. Liga und widmet sich künftig noch intensiver um die Nachwuchsförderung.

Matthias Hafen
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Die Pikes-Spieler Dennis Urech, Michal Chmel und Loris Müller schirmen den Frauenfelder Eric Geiser vom Tor ab. Vom Trio in Schwarz wird nur Goalie Chmel den Pikes erhalten bleiben.

Die Pikes-Spieler Dennis Urech, Michal Chmel und Loris Müller schirmen den Frauenfelder Eric Geiser vom Tor ab. Vom Trio in Schwarz wird nur Goalie Chmel den Pikes erhalten bleiben.

Mario Gaccioli (Romanshorn, 29. Januar 2020)

Die Pikes müssen sich quasi neu erfinden. Und das tun sie auf bestmögliche Weise – indem der Eishockeyverein auf das setzt, wovon er ein besonderes Know-how besitzt. Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der Ochsner Hockey Academy wurde für den Eishockeyverein aus dem Oberthurgau ein Nachwuchskonzept erarbeitet, das nun «wohl zwei drei Monate später definitiv eingeführt werden kann», wie die Pikes auf ihrer Facebook-Seite schreiben.

Die Neuausrichtung wurde nötig, weil die Thurgauer Eishockeyclubs über die vergangenen Jahre ihre elitäre Nachwuchsförderung partnerschaftlich gebündelt haben und im Zuge dessen die Aufgaben der einzelnen Vereine neu definiert wurden. Nach Jahren mit einer elitären Nachwuchsstrasse – inklusive U13 Elite, U15 Elite und U17 Elite – steht bei den Pikes Oberthurgau ein Neuaufbau mit den verbleibenden Nachwuchsstufen der Hockeyschule, U9, U11 und U13 bevor. Dies unter anderem, weil der teils immer noch in Romanshorn stationierte elitäre Nachwuchs neu unter dem Dach der HCT Young Lions, also dem HC Thurgau, läuft.

Weg vom Leistungsdenken, hin zum sozialen Aspekt

Der bisherige HCT-Verteidiger Franco Collenberg wird neu eng mit den Pikes Oberthurgau zusammenarbeiten.

Der bisherige HCT-Verteidiger Franco Collenberg wird neu eng mit den Pikes Oberthurgau zusammenarbeiten.

Mario Gaccioli

Es wird beim Club aus Romanshorn daher ein Umdenken und eine Neuausrichtung stattfinden, wie die Pikes kommunizierten. «Weg von einem primären Leistungs- und Elitedenken, hin zu einem Ausbildungsfokus, mit einem starken vereinsinternen Kollektivgedanken der Gemeinsamkeit und Jugendförderung, selbstverständlich jedoch auch mit sportlichen Ambitionen», so heisst es. Die Ochsner Hockey Academy (unter anderem in der Person des bisherigen HC-Thurgau-Verteidigers Franco Collenberg) werde dabei ihre sportlichen Kompetenzen und ihre Manpower in Form einer modernen, innovativen und auf die Pikes massgeschneiderten Ausbildungsphilosophie inklusive detaillierter sportlicher Trainingsinhalte und deren Umsetzung in den Club einbringen.

Nebst der Arbeit und Ausbildung auf dem Eis und im Kraftraum werde der menschliche Aspekt sehr stark gewichtet, wo der «Mensch in der Rüstung» im Zentrum stehe. «Die Pikes sehen es als zentralen Bestandteil ihrer Vereinsarbeit, nicht nur die Eishockeyspieler auf ihrem Ausbildungsweg zu begleiten und zu coachen, sondern vor allem auch ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden, um mental gesunde, werthaltige und stabile Menschen für unsere Gesellschaft zu formen.» Die Romanshorner hoffen, dass das Sommertraining des Nachwuchses mit der nächsten Lockerung der Coronamassnahmen am 8. Juni als Mannschaft aufgenommen werden kann.

Fast 180 Skorerpunkte auf einen Schlag weg

Ein Umdenken findet bei den Pikes auch bezüglich ihrer 1.-Liga-Mannschaft statt. Weil der HC Thurgau mit dem EHC Frauenfeld zusammenspannt, um ein Thurgauer 1.-Liga-Team in die MySports League zu hieven, buchstabieren die Pikes zurück, was ihre Ambitionen betrifft. Und das im grossen Stil. Im künftigen 1.-Liga-Kader, das die Oberthurgauer diese Woche publiziert haben, fehlen sieben der acht besten Skorer aus der vergangenen Saison. Mit dem Abgang von Eric Arnold (Zukunft offen), Jan Vogel (offen), Loris Müller (zu Arosa), Lars Neher (offen), Dennis Urech (zu Wetzikon), Kent Daneel (offen) und Remo Heitzmann (zu Reinach) gehen den Pikes auf einen Schlag 179 Skorerpunkte verloren. Von den regelmässigen Torschützen verbleibt für 2020/21 lediglich Dimitri Malgin im Team des zurückkehrenden Trainers Christian Strasser.

Dafür dürfen die Pikes mit der Unterstützung von den HCT Young Lions rechnen, die künftig ihre U20-Spieler in Romanshorn ans Erwachsenenhockey gewöhnen wollen.

Der EHC Frauenfeld muss aufsteigen

Im Thurgauer Eishockey kommt es zu einem ambitionierten und wegweisenden Projekt. Der 1.-Liga-Club Frauenfeld peilt in Kooperation mit dem HC Thurgau einen Platz in der MySports League an - am liebsten schon diese Saison.
Matthias Hafen

EHC Frauenfeld gewinnt packendes, erstes Derby gegen die Pikes

Ab der zehnten Minute laufen die Pikes Oberthurgau im 1.-Liga-Eishockeyspiel gegen Frauenfeld einem Rückstand hinterher. Zwar kommen sie immer wieder heran, schaffen den Ausgleich bis am Schluss aber nicht mehr und verlieren 2:3.
Hansruedi Vonmoos