Naturfreunde packen an, aber die Klimajugend fehlt

Sieben Freiwillige verfolgen eine ökologische Mission im Schutzgebiet Raa in Hohentannen.

Christoph Heer
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Sieben Naturfreunde im Hohentanner Wald.

Sieben Naturfreunde im Hohentanner Wald.

Bild: Christoph Heer

Alle zwei Jahre begehen Mitglieder und Freunde des Natur- und Vogelschutzverein AST, das Waldstück Raa, am Südhang von Hohentannen. Mit ihren Pflegeeinsätzen sorgen sie dafür, dass Quellbiotope ausgelichtet, Asthaufen errichtet und auch Laichgewässer angelegt werden.

Am vergangenen Samstagmorgen sind es sieben Naturfreunde, die sich der Arbeiten annehmen. Fachsimpeln und sich austauschen, absprechen und Arbeiten vergeben – diese sieben sind hier genau am richtigen Ort, hier in der Natur fühlen sie sich wohl. «Wir sorgen hier für eine wunderbare Unordnung oder für ein Paradies verschiedenster Artengesellschaften. Wir gehen nicht überall rein, in diesem unwegsamen Gelände, sonst würden wir mehr Schaden anrichten, als Gutes tun», sagt Christoph Stäheli. «Ebenso werden die toten Eschen stehen gelassen.» Die Natur kümmere sich nämlich selbst darum.

Wo ist die Klimajugend?

Spezielle Moosarten spriessen, Quellfluren werden dank leichter Rodung mit Licht beflutet, Haselsträucher werden geschnitten und neue Asthaufen bieten Lebensraum für allerlei Lebewesen. Diese Parzelle, in der Grössenordnung einer halben Hektare, hat der Natur- und Vogelschutzverein AST im Jahr 2013 übernommen. Hansueli Eggenberger aus Bischofszell ist mit viel Herzblut bei der Sache, bemängelt jedoch die Tatsache, dass sich nur wenig Nachwuchs engagiert:

«Unlängst schwappte doch die grüne Welle über unser Land. Aber wo sind sie denn, wenn es ums Eingemachte geht?»

Eggenberger wünscht sich gerade von der jungen Generation mehr Unterstützung. Klaudia Stiebeler aus Hauptwil pflichtet ihm bei. «Die Natur ist unsere Lebensgrundlage, es gibt auch immer etwas zu tun», sagt sie. Die Klimajugend lasse sich aber leider nicht blicken, wenn man sie brauchen könnte. Nichtsdestotrotz: Diese sieben leisten an diesem Morgen wichtige Arbeit, dafür gebührt ihnen Dank. Der Natur- und Vogelschutzverein mit seinen rund 120 Mitgliedern freut sich über Interessierte; zu tun gibt es, wie erwähnt, nämlich immer etwas.