«Natürlich sind wir traurig»: Der geplante Glacégarten auf der Romanshorner Hafenpromenade muss warten

Das Wiener Kaffee Franzl in Romanshorn eröffnet den Zweigbetrieb am See erst im nächsten Jahr. Und ob Urs Schmidhauser gleich daneben schon in diesem Winter mit seinem Fondue Chalet starten kann, ist unsicher.

Markus Schoch
Drucken
Teilen
Norbert und Tatjana Mahr begrüssen erst im nächsten Frühling Gäste auf der Hafenpromenade.

Norbert und Tatjana Mahr begrüssen erst im nächsten Frühling Gäste auf der Hafenpromenade.

Bild: Donato Caspari (25.1.2018)

Für diese Saison wird es zeitlich zu knapp für den Glacégarten am See. Zwar gab es keine Einsprachen gegen das Baugesuch, das bis letzter Woche öffentlich auflag. Doch der Weg ist damit noch nicht frei für Norbert und Tatjana Mahr, die das Wiener Kaffee Franzl an der Alleestrasse in Romanshorn seit 2016 führen. Denn auch der Kanton muss jetzt noch wegen der Nähe des Bauvorhabens zum Wasser seinen Segen zum Projekt geben. Norbert Mahr sagt:

«Das kann noch bis Mitte des nächsten Monats dauern.»

Bis dann das neue Betriebsgebäude mit der 280 Quadratmeter grossen Terrasse steht, ist der Sommer schon fast vorbei. Mahr und seine Frau haben deshalb entschieden, erst im nächsten Frühling mit dem Glacegarten zu starten, der ein Saisonbetrieb ist und für den sie einen Pachtvertrag über fünf Jahre mit der Möglichkeit für Verlängerung um weitere fünf Jahre haben. «Natürlich sind wir traurig darüber, jetzt noch nicht eröffnen zu können, aber es ist besser, wenn wir dann nächstes Jahr richtig loslegen», sagt Nobert Mahr.

Die Glacékarte liegt schon mal auf

Die Gäste in ihrem Kaffee im Zentrum bekommen aber schon einmal einen Vorgeschmack auf das künftige Angebot auf der Hafenpromenade. «Seit wenigen Tagen liegt bei uns die neue Glacékarte auf», sagt Norbert Mahr.

Blick auf die Hafenpromenade hinter dem alten Zollhaus.

Blick auf die Hafenpromenade hinter dem alten Zollhaus.

Bild: Manuel Nagel

Zuletzt vermietete die Stadt die Parzelle auf der ihr gehörenden Hafenpromenade an die Betreiber des Bistro Heaven, das bis Oktober 2019 vier Jahre lang offen hatte. Auf die Neuausschreibung der Pacht Anfang Jahr gingen acht Bewerbungen ein. Die Stadt entschied sich für das Ehepaar Mahr, weil sie «das für die Hafenpromenade am besten geeignete Konzept mit einer hohen gastronomischen Vielfalt bieten», hiess es auf Anfrage.

Zwei Einsprachen

Widerstand gegen das Fondue Chalet mit Glühweinbar

Norbert und Tatjana Mahr sind nicht die Einzigen, die auf der Hafenpromenade Pläne haben. Auch Urs Schmidhauser, der Betreiber der Hafenlounge, möchte ausbauen und künftig mit einem kulinarischen Angebot im Winter präsent sein. Er will von Anfang November bis Ende Februar ein Fondue Chalet mit Platz für rund 100 Personen beziehungsweise eine Glühweinbar mit (synthetischer) Eisbahn fürs Eisstockschiessen führen. Ob sich die Idee verwirklichen lässt, muss sich zeigen. Gegen das gleichzeitig mit dem Glacegarten aufliegende Baugesuch sind zwei Einsprachen von Personen eingegangen, die nicht auch noch im Winter Betrieb am Hafen haben wollen.

Urs Schmidhauser.

Urs Schmidhauser.

Bild: PD

Wie seine Chancen stehen, könne er nicht beurteilen, sagt Schmidhauser. Er wisse jedoch, dass viele Romanshorn froh wären, wenn am Hafen auch im Winter etwas laufen würde. «Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind im Allgemeinen durchwegs positiv.» Neu wäre sein Angebot nicht für die Hafenstadt. Guido Helg betreibt seit vielen Jahren im Winter eine Fondue Stube mit zwei Partyräumen im sogenannten Fabrikli an der Neuhofstrasse. (mso)

Mehr zum Thema

ROMANSHORN: «Habe die Ehre»

Im neueröffneten Kaffeehaus zu Romanshorn gibt's zum Wiener Frühstück einen kleinen Braunen. Zur Malakoff-Torte einen überstürzten Neumann. Punschkrapferl hat's im Angebot und Mohnstrudel sowieso. Ein Lokal für Geniesser und Heimweh-Wiener.
Peter Exinger