«Natürlich ist das ärgerlich»: Sobald ein Bus in Amriswil und Bischofszell Verspätung hat, verschwindet er von den Monitoren

Im Oberthurgau sorgen die digitalen Bus-Anzeigetafeln für Verwirrung.

Miguel Lo Bartolo
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Die digitalen Anzeigetafeln zeigen nicht jede Busverbindung an.

Die digitalen Anzeigetafeln zeigen nicht jede Busverbindung an.

(Bild: Reto Martin)

Digitale Anzeigetafeln sind eine gute Sache – wenn sie denn richtig eingesetzt werden. Die Amriswiler und Bischofszeller sind aber nicht von der Erkenntnis verschont geblieben, dass die Monitore zuweilen unzuverlässig sind. Es kommt je länger je öfter vor, dass Fahrgäste den Ausfall eines Busses vermuten, bloss weil dieser wegen einer Verspätung nicht länger auf der Anzeigetafel aufgeführt ist. Das ärgert – und zwar nicht wenige.

Daniel Richter, Standortleiter der Autokurse Oberthurgau AG (AOT), kann den Unmut der Fahrgäste nachvollziehen: «Natürlich ist das ärgerlich.» Es handle sich um ein Schnittstellenproblem, das laut Richter darin besteht, dass die digitalen Anzeigetafeln nur die Soll-Abfahrtszeiten anzeigen.

«Sobald ein Bus Verspätung hat, also von der Soll-Zeit abweicht, wird seine Ankunft nicht mehr angekündigt.»

So entstünden auch die ungünstigen Situationen, in denen Reisende glauben, ihre Busverbindung verpasst zu haben. «Es ist auch in unserem Interesse, dass das Problem so schnell wie möglich behoben wird», sagt Richter.

«Wir haben wenig Einfluss»

Daniel Richter, Standortleiter AOT Amriswil

Daniel Richter, Standortleiter AOT Amriswil

(Bild: Donato Caspari)

Den AOT sind in der Angelegenheit die Hände gebunden. Richter selbst sei «seit Monaten um eine Lösung bemüht» – allerdings ohne Erfolg. Die AOT sind nämlich weder für das Rundlaufen der Anzeigetafeln zuständig, noch dazu befugt, selbst Änderungen am System durchzuführen. An diesem System der digitalen Anzeigetafeln sind mehrere Unternehmen beteiligt, so beispielsweise «Postauto» und seit Anfang 2020 auch «Bus Ostschweiz», die gerade «mit Hochdruck an einer Lösung arbeiten.»

«Wir sind nicht der ‹System Owner› und haben entsprechend wenig Einfluss», sagt Richter. Die Problembehebung liegt folglich in den Händen des derzeitigen Administrators und sollte in den nächsten Wochen erfolgen. Richter würde es aber begrüssen, wenn auch die AOT künftig das System «auch für kurzfristige Störungsmeldungen» selbst bedienen könnten.

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