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Nase-Rümpfen in der Mosterei Möhl

Aus Anlass des nationalen Brennertags wurde in der Mosterei Möhl Schnaps gebrannt. Brennmeister Sepp Popp verriet wichtige Details seines täglichen Handwerks und erklärte wieso die Flüssigkeit am Anfang nach Nagellackentferner riecht.
Sara Carracedo
Sepp Popp erklärt den Besuchern das Schnapps-Brennen mit der Spezialitätenanlage. (Bild: Sara Carracedo)

Sepp Popp erklärt den Besuchern das Schnapps-Brennen mit der Spezialitätenanlage. (Bild: Sara Carracedo)

Bei der Mosterei Möhl standen am Wochenende ausnahmsweise nicht der Süssmost oder der Saft vom Fass im Mittelpunkt, sondern ein spezielles Handwerk und dessen Ausführer. Unter dem Motto «Die Schweiz brennt» öffneten am Samstag rund 40 Schweizer Brennereien ihre Tore, darunter auch die Mosterei Möhl.

Sepp Popp, Kellermeister der Mosterei Möhl, demonstrierte dem Publikum sein Metier und stand für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. Der ganze Hof riecht nach Williams Die Birnen für den Williams müssten länger an den Bäumen hängen als normales Tafelobst. Dies, damit möglichst viel Zucker aus der Birne für den Alkohol gewonnen werden könne, erklärt Popp.

Bis der Saft durch die Finger rinnt

Ende August würden die Bauern gut 40 Tonnen Birnen zur Mosterei bringen: «Der ganze Hof riecht in dieser Zeit nach Williams, weil wir sie weitere 14 Tage nachreifen lassen. Man wartet so lange, bis man die Birne in der Hand zerdrücken kann und der Saft zwischen den Fingern rinnt.» Erst dann habe der Brennmeister das 100-prozentige Aroma, welches er vor dem Einmaischen benötige.

Das Brennen sei eine Geduldsarbeit, klärt der Brennmeister weiter auf. Vom Einfüllen der Maische in die Brennanlage bis zum Aufheizen, den drei Schritten des Abtrennens des Vorlaufes, Mittellaufes und Nachlaufes, könnten gut vier Stunden vergehen. «Wir verarbeiten alles, was hier angepflanzt wird, von der Birne bis zum Holunder», erklärt Popp.

Gut ist es, wenn es in der Nase sticht

Während der Kellermeister die Schritte erklärt, bietet er den Anwesenden Riechproben an: «Das riecht nach Nagellackentferner oder Verdünner», stellt ein Besucher mit gerümpfter Nase fest und Popp lacht: «Ja, beim Vorlauf riecht man die niederflüchtigen Alkohole, der hat 85 Volumen. Erst beim Mittellauf kommt der Geruch der Birne dazu.» Der Vorlauf werde nur mit der Nase beurteilt, denn die erfahrene Nase des Brenners erkenne, was gut sei. «Wenn es in einem bestimmten Bereich in der Nase sticht», erklärt Popp. Mit dem typischen Vorurteil der Schnapsnase habe er aber nichts am Hut.

Bereits 32 Jahre arbeite Popp in der Mosterei, und er lebe für seine Tätigkeit: «Für mich ist Kellermeister – oder wie es heute heisst Lebensmitteltechnologie Getränke – nicht nur ein Beruf, sondern ein Leben.» Er sei stets auf der Suche nach neuen Varianten und liebe es, neue Kreationen zusammenzustellen: «Es ist meine Leidenschaft, und darum komme ich auch heute noch jeden Tag gerne zur Arbeit.»

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Brennertag in der Mosterei Möhl

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