Narren schmausen in Bürglen mit humorvoller Unterhaltung

Das närrische Wochenende in Bürglen stand im Zeichen der Zeichen. Unter dem Motto «Whats got App» wurde mit Emojis und Hashtags gefeiert.

Monika Wick
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Die Suppe ist am Narräschmaus 2019 serviert. Als Beilage gibt es humorvolle Beiträge. (Bild: Reto Martin)

Die Suppe ist am Narräschmaus 2019 serviert. Als Beilage gibt es humorvolle Beiträge. (Bild: Reto Martin)

Emojis auf Servietten, Emojis in Fruchtgummiform als Dekoration, Emojis auf Hosen und Shirts. Emojis zieren sogar die als «SMS-Tunke», «Now we have the Salat» und «Shit happens» bezeichneten Speisen, die am Narräschmaus von den Bürgler Schlosshüülern serviert werden.

Kurzum – die kleinen, bunten Sujets, ohne die kaum mehr eine Textnachricht versendet wird, haben die Fasnachtsgesellschaft vollends im Griff. Gemäss dem Motto «Whats got App» ist die #eiriisäFasnachtsfamily #vollamduräfiirä.

Chat für alle Narren

Auf einem SMS-Chat, der eigens für den Narräschmaus eingerichtet und auf eine Leinwand übertragen wird, kommentieren die zahlreichen Fasnächtler das Geschehen. Während einer Susi auffordert, noch mehr Sauce für den Salat zu bringen, schreibt ein anderer «nomoll 35 mol Walter, denn simmer zfriede». Der Beitrag richtet sich an Walter Strasser, der zum 35. Mal durch das Programm führt.

Den Auftakt zu einer langen Reihe von herrlichen Schnitzelbankversen, kabarettistischen Beilagen, fasnächtlicher Musik und originellen Büttenreden machen die «Emanze mit Ranze».

Die «Emanze mit Ranze» thematisieren Geschichten aus dem Bürgler Dorfleben. (Bild: Reto Martin)

Die «Emanze mit Ranze» thematisieren Geschichten aus dem Bürgler Dorfleben. (Bild: Reto Martin)

Die ausschliesslich aus Männern bestehende Gruppe thematisiert neben dem «Züüsli vo Bürgle» oder dem in der Luft liegenden Hanfgeruch den Wegzug der Firmen EcoWatt und Kuster nach Weinfelden. «De Verluscht de schmerzt. Er isch aber eifach z kompensiere, wenn üses Kaff eifach wür mit Wiifälde fusioniere», singen sie lauthals.

Auch Seitenhiebe in Richtung der CVP und der Gemeindepräsidentenwahl verkneifen sich die Emanzen nicht:

«Liebi Bürgler, dänket dra! Nur die tümmschte Chälber, wählet alli vier Johr ihren Metzger selber».

Bundesräte kriegen ihr Fett weg

Als besondere Lieblinge der «Thurgeier» aus Bischofszell entpuppen sich ehemalige oder amtierende Bundesräte. Egal ob Doris Leuthard, Guy Parmelin, Johann Schneider-Ammann oder Viola Amherd – alle kriegen ihr Fett weg.

Genauso Donald Trump, der die gefiederten Schnitzenbänkler zum «Fake-News-Blues» animiert. Mit den Führungskräften in der Gemeinde beschäftigt sich Walter Strasser.

Neben Turi Schallenberg und Jasmine Schönholzer (D Jasmin trätet zrugg, zücht sich zrugg über d Brugg, dän mit Aalauf will si nomol cho), adelt er in seiner Büttenrede Sacha Thür (Dä Fürscht Sacha vo Moos führt en Wahlkampf famos und isch ganz guter Dinge im Schtoss. Doch dänn s Berger Pack git im bös uf dä Sack und schickt en miteme Stei wieder hei).

Guggenmusik läutet den Maskenball ein

Tobias Fischer und Christoph Ackermann alias «D’ Alliglattohre» rezitieren ihre Sprüche zur Bahnhofsuhr in St. Gallen, zu Toni Brunner und über die Pädagogische Hochschule einwandfrei. Dann geraten sie öfters ins Stocken. Die Erklärung: «Üsi Sprüch werdet ebe wie ‹Thurgauer Ziitig› in Bosnie korrigiert», sagen sie lachend.

Kurz vor 21.30 Uhr stürmen die «Kakafoniker» die Bühne und gestalten mit ihrer Musik den Übergang vom Narrenschmaus zum Maskenball. Da etliche Besucher das Motto für ihre Maskeraden aufgegriffen haben, beherrschen die Emojis auch den Rest der Nacht.