Nächtlicher Einsatz für Amriswils Frösche

Über 400 Amphibien hat eine freiwillige Gruppe um Heidi Leumann an der Fischenhölzlistrasse schon eingesammelt. Die Tiere wandern im Dunkeln zwischen Tintenbach und Eisweiher hin und her, um ihren Laichplatz aufzusuchen. Sie riskieren dabei ihr Leben.

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Vorsicht Frösche: Die Tafel an der Fischenhölzlistrasse ist ein Appell an die Autolenker, auf wandernde Amphibien zu achten. Im Hintergrund ist der dunkelgrüne Froschzaun auf der Wiese zu sehen. (Bild: Manuel Nagel)

Vorsicht Frösche: Die Tafel an der Fischenhölzlistrasse ist ein Appell an die Autolenker, auf wandernde Amphibien zu achten. Im Hintergrund ist der dunkelgrüne Froschzaun auf der Wiese zu sehen. (Bild: Manuel Nagel)

Jetzt, im März, machen sich Amphibien wieder auf den Weg, um in jenem Gewässer ihre Eier abzulegen, in dem sie selbst geschlüpft sind. Beliebte Laichplätze in Amriswil sind der Eisweiher und der Tintenbach. «Viele gehen den Weg vom Bach zum Weiher, manche wandern aber auch andersherum», erklärt Heidi Leumann, die sich schon im Vorjahr als Fröschli-Retterin betätigt hatte. Sie hatte es satt, Jahr für Jahr auf ihrem Arbeitsweg so viele tote Amphibien auf der Fischenhölzlistrasse – der immer stärker befahrenen Strasse zwischen dem Revier und dem Laichplatz – kleben zu sehen.

Heidi Leumann koordiniert die Fröschli-Rettung an der Fischenhölzlistrasse. (Bild: PD)

Heidi Leumann koordiniert die Fröschli-Rettung an der Fischenhölzlistrasse. (Bild: PD)

Zum einen appellieren rot-weisse Tafeln zu Rücksicht. Effizienter ist aber der grüne Zaun, welcher zum zweiten Mal nach 2018 die Amphibien auf ihrer nächtlichen Wanderung vom Tintenbach zum Eisweiher – der Hauptrichtung also – stoppt. Ein halbes Dutzend fleissige Helfer steht abends zwischen 20 und 23 Uhr im Einsatz, um die beim Zaun angelangten Tiere über die Strasse zu tragen. «Irgendwann im Laufe des Jahres kehren sie vom Laichplatz in ihr Revier zurück. Dann jedoch nicht so zahlreich auf einmal wie jetzt», weiss Heidi Leumann.

Die Ausbeute der Retter nach knapp zwei Wochen: 250 Erdkröten – sie stehen auf der roten Liste der bedrohten Tierarten –, 110 Grasfrösche und 50 Berg-Molche. «Da kommen noch viele hinzu», ist sich Leumann sicher.

Unterstützung durch eine Schulklasse

Ganz ohne plattgefahrene Amphibien geht es an der Fischenhölzlistrasse aber leider nicht. In einer stark befahrenen Stadt wie Amriswil könne man nicht alle Tiere retten, doch zumindest während der Hauptwanderungszeit im März und April lohne sich der Aufwand, sagt Leumann.

Frühmorgens leistet auch eine Schulklasse der Nordstrasse Unterstützung: Sie trägt die nächtlichen «Nachzügler» über die Strasse und rettet sie so womöglich vor Katzen und Vögeln, die sich ebenfalls gerne beim Amphibienzaun aufhalten.

Ein Zaun auf der anderen Strassenseite als Wunsch

Für die Zukunft würde sich Heidi Leumann eine Verlängerung des bestehenden Zauns sowie einen Zaun auf der anderen Strassenseite wünschen. «Ich bin aber dankbar für die 150 Meter, welche die Stadt schon gestellt hat und um die Unterstützung des betroffenen Bauern sowie der Anwohner. Lobenswert ist auch, dass es in Amriswil immer mehr Ausstiegshilfen für Frösche und Kröten gibt, die in einen Schacht gefallen sind.»

Das Lob gibt Stadtrat Claudio Zaffonato, der dem Ressort Umwelt vorsteht, zurück: «Den Fröschli-Rettern gebührt ein ganz grosser Dank für ihren Einsatz». (red)

AMRISWIL: Zur Abenddämmerung droht der Tod

Seit einigen Tagen wandern Frösche, Kröten und Molche wieder – so auch nördlich des Weihers über die Fischenhölzlistrasse. Damit die Tiere nicht überfahren werden, hat die Stadt einen Zaun aufgestellt. Nun braucht es Helfer, welche die Frösche hinübertragen.
Manuel Nagel

AMRISWIL: Retter der Frösche

Bald sind sie wieder unterwegs – vom Tintenbach zum Ziegeleiweiher und zurück. Frösche sind nicht nur gefährdet, sie können auch Gefahr sein. Die Stadt handelt deshalb.
Manuel Nagel