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Nächstes Jahr feiert Silvia Hutterli Jubiläum mit ihrer Zithergruppe Bürglen

In ihrem Gartenhaus in Bürglen unterrichtet Silvia Hutterli rund 85 Personen im Zitherspielen. Vor 20 Jahren hat sie mit ihrem Gruppe begonnen.
Monika Wick
Silvia Hutterli ist mit 82 Jahren noch unternehmungslustig und agil. (Bild: Monika Wick)

Silvia Hutterli ist mit 82 Jahren noch unternehmungslustig und agil. (Bild: Monika Wick)

Silvia Hutterli ist eine wahre Frohnatur. Stets hat sie für ihr Gegenüber ein liebes Wort oder ein freundliches Lächeln parat. Dazu ist die 82-jährige Seniorin voller Tatendrang. Einfach die Füsse hochlegen und die Pension geniessen, entspricht nicht Silvia Hutterlis Naturell - im Gegenteil.

Noch immer unterrichtet sie im Gartenhaus hinter ihrem Wohnhaus rund 85 Personen im Zitherspielen und hat damit schon eine Bekanntheit weit über die Kantonsgrenzen hinaus erlangt.
Geboren und aufgewachsen ist Silvia Hutterli mit einer Schwester und vier Brüdern in Leimbach.

«Mein Vater arbeitete als Färbemeister in der Sun, meine Mutter war Hausfrau»

erzählt sie. Die Leidenschaft für die Musik erwachte in Silvia Hutterli schon früh. Als zwölfjähriges Mädchen lernte sie das Spielen der diatonischen Handharmonika und war danach begeistertes Mitglied des Handharmonikaorchesters Riedt-Sulgen. «Wir gaben jeweils in der <Helvetia> in Sulgen Konzerte. Heute gibt es das Orchester aber nicht mehr», sagt sie.

Lehre war zu teuer für die grosse Familie

Auf eine Berufslehre hat Silvia Hutterli zugunsten ihrer vielen Brüder verzichtet – da eine Ausbildung damals eine kostspielige Angelegenheit war. Stattdessen verrichtete sie in der Färberei Schnitt-, Näh- und Vorbereitungsarbeiten. Als 20-Jährige heiratete sie ihren Noldi, den sie bei der Arbeit in der Färberei kennen und lieben gelernt hatte.

«Wir heirateten so früh, da seine Mutter auf Pflege angewiesen war und ich als junge Ehefrau einziehen konnte»

erklärt Silvia Hutterli. Schon bald wurde das Paar Eltern von drei Söhnen. Zudem nahmen Silvia Hutterli und Noldi Nobs zwei Pflegetöchter bei sich auf, die nach Schicksalsschlägen ein neues Zuhause benötigten. «Wir waren Gotti und Götti der beiden Mädchen. Damals hatte das noch eine andere Bedeutung als heute», erklärt sie.

Keinesfalls sei es für sie aber nur eine Pflicht gewesen, die Kinder bei sich aufzunehmen: «Wir haben das gerne gemacht. Zudem bekamen unsere Buben zwei Schwestern», fügt sie lachend hinzu.

Neun Enkelkinder und sieben Urenkelkinder

Mittlerweile ist Silvia Hutterli neunfache Gross- und siebenfache Urgrossmutter. Die Familie bedeutet ihr viel. Besonders, als ihr Mann vor knapp drei Jahren verstarb, war sie ihr eine grosse Stütze. Noldi Nobs hatte als Strassenwart beim Tiefbauamt gearbeitet, während sich Silvia Hutterli um Familie und Haushalt kümmerte. Dazu gehörten auch das Versorgen von Ziegen, Schweinen und Kälbli sowie das Bestellen des Gartens.

Die Zithergruppe Gartehüsler anlässlich ihres Jahrskonzerts 2014. (Bild: Mario Testa)

Die Zithergruppe Gartehüsler anlässlich ihres Jahrskonzerts 2014. (Bild: Mario Testa)

«Wir waren Selbstversorger. Bei nur einem Gehalt und so vielen Kindern war das notwendig»

erklärt sie. Nebenbei blieb der umtriebigen Frau noch Gelegenheit, sich in der Kirche zu engagieren. «Ich war erst die dritte Frau, die in die Vorsteherschaft gewählt wurde», erzählt sie nicht ohne Stolz. Später stand sie zudem dem Suppentagteam vor. Unterstützt wurde sie von ihrem Ehemann. Das galt auch für die Zithergruppe «Gartehüsler» – einer weiteren Leidenschaft von Silvia Hutterli.

Leidenschaft für die Zither

An einer Instrumentenbörse in Bürglen entdeckte Silvia Hutterli erstmals eine Zither. «Das ist ja wie bei der Handorgel. Ich kann Melodien spielen und mich gleichzeitig selber begleiten», dachte sie sich. Kurzum besuchte sie einen Kurs beim Eglisauer Wilfried Müller und konzertierte danach bei verschiedenen Anlässen.

Darauf wurde sie immer wieder von Leuten angesprochen, die auch Zither spielen wollten und sie begann, selber zu unterrichten. «Ich wollte damit nie Geld verdienen. Mir ist vor allem wichtig, dass das Zitherspielen weiterlebt», erklärt sie. Mittlerweile bestehen die «Gartehüsler» seit zwanzig Jahren und geben am 19. April 2020 in der Mehrzweckhalle ein Jubiläumskonzert.

Noten direkt unter den Saiten der Zither machen das Spiel leichter. (Bild: Mario Testa)

Noten direkt unter den Saiten der Zither machen das Spiel leichter. (Bild: Mario Testa)

Ans Aufhören denkt Silvia Hutterli noch lange nicht. «Mein Vater wurde 94 Jahre alt, ich habe gute Gene», sagt sie augenzwinkernd. Die Gene alleine sind aber sicher nicht ausschlaggebend für Silvia Hutterlis bemerkenswert gute Gesundheit und ihre Agilität. Neuem hat sie sich nie verschlossen. Sie besitzt ein Handy und checkt täglich ihre Mails auf dem Laptop. «Ich empfehle allen Senioren, Dinge zu tun, die sie fordern und Kontakte zu anderen Menschen zu pflegen», sagt sie.

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