Nach zehn Jahren spielt der Dirigent des Kreuzlinger Blasorchesters selber ein Solo

Stefan Roth führte die einstige Stadtharmonie zum erfolgreichsten Blasorchester der Ostschweiz.

Erwin Schönenberger
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Als Dirigent und auch als Solist auf dem Euphonium überzeugte Stefan Roth mit seinem Orchester. (Bild: Reto Martin)

Als Dirigent und auch als Solist auf dem Euphonium überzeugte Stefan Roth mit seinem Orchester. (Bild: Reto Martin)

Gleich zwei Jubiläen konnten am traditionellen Sommerkonzert auf Schloss Girsberg ob Kreuzlingen gefeiert werden. Einerseits war es das fünfte Konzert unter dem Motto «Symphonia Summernight» und andererseits wurde das zehnjährige, erfolgreiche Wirken des Dirigenten Stefan Roth beim Symphonischen Blasorchester Kreuzlingen gewürdigt. Kein Wunder also, dass auf dem Girsberg alle irgendwie vorhandenen Stühle für den Grossanlass organisiert werden mussten, um die grosse Schar der Fans aufzunehmen.

Dirigent Stefan Roth – eine Erfolgsgeschichte

Mit 14 Mitgliedern startete Stefan Roth zu seinem Projekt, aus der angeschlagenen Stadtharmonie Kreuzlingen ein Blasorchester zu formen, in dem auch der Nachwuchs aus der ebenfalls von Stefan Roth geleiteten Jugendmusik eine Herausforderung fand. Das ehrgeizige Unterfangen des jungen Dirigenten ging auf, und in den folgenden zehn Jahren wuchs das Orchester auf über 70 Mitglieder an und war im In- und Ausland erfolgreich und gefragt.

Dirigent Stefan Roth bei seinem Solo auf dem Euphonium.(Bild: Erwin Schönenberger)

Dirigent Stefan Roth bei seinem Solo auf dem Euphonium.
(Bild: Erwin Schönenberger)

«Dank der hervorragenden Organisation der Vereinsleitung habe ich die Chance, meine Visionen umzusetzen.»

Inzwischen in der höchsten Stärkeklasse angekommen, feiert das inzwischen in «Symphonisches Blasorchester Kreuzlingen» umbenannte Blasorchester an verschiedenen Wettbewerben einen Erfolg nach dem andern.

Laudatio vom Jugendmusik-Vorgänger

In seiner Laudatio zeichnete René Messmer, Mentor und Vorgänger als Leiter der Jugendmusik Kreuzlingen, den musikalischen Weg des Jubilars auf, vom Jungbläser bis hin zum gefeierten Dirigenten. Natürlich durften für das Jubiläum auch die entsprechenden Geschenke nicht fehlen. So darf Stefan Roth unter anderem auf einem Flug über den Bodensee seinen Wirkungsort erleben, ein besonders sinniges Geschenk, lebte doch Graf Zeppelin auf dem Girsberg.

Ein Könner auch mit dem Euphonium

Eine Besonderheit des SBO ist seine musikalische Vielfalt, die auch das Programm vom Samstagabend in der Kulturscheune des Schlosses prägte. Da erklangen Klassiker wie die Ouvertüre zu Wilhelm Tell ebenso schwungvoll und eindrücklich wie swingende Nummern im zweiten Konzertteil. Höhepunkte des abwechslungsreichen Programms waren die Auftritte des Dirigenten als Solist auf dem Euphonium. Hier zeigte er seine ganze Musikalität in anspruchsvollen Stücken bis hin zum feurigen Czardas von Vittorio Monti, in einem horrenden Tempo auswendig interpretiert. Höhepunkt reihte sich im dreistündigen Konzert an Höhepunkt.