Knall im «Hörnli»: Bademeister-Team muss Kreuzlinger Badi nach Reklamationen von Gästen verlassen

Die Schwimmbad-Genossenschaft kündigt drei Angestellten. Es  gab zu viele Reklamationen von Badegästen.

Martina Eggenberger Lenz
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Bademeister Dominique Assire muss vom Schwimmbad Hörnli in Kreuzlingen Abschied nehmen.

Bademeister Dominique Assire muss vom Schwimmbad Hörnli in Kreuzlingen Abschied nehmen.

Bild: Andrea Stalder (16.6.2016)

Dominique Assire hat schon national für Schlagzeilen gesorgt. Diesen Sommer soll sein Team gegenüber Schülern handgreiflich geworden sein. Der Chefbademeister bestritt das zwar und Genossenschaftspräsident Jürg Schlatter hielt ihm da noch die Stange. Aber offenbar gab es doch mehr Reklamationen wegen des Verhaltens der Bademeister, als bislang bekannt war.

Schlecht kommt Assire zudem in Google-Rezensionen weg. «Die Bademeister haben mich unfair behandelt», «Sehr unfreundliche Bademeister» oder «Miserabel, wie die Bademeister mit Kindern umgehen», steht da etwa. Auch zu Jürg Schlatter sind Reklamationen durchgedrungen.

«Einerseits gab es mehr Vorwürfe als üblich, andererseits auch schwerwiegendere.»
Genossenschaftspräsident Jürg Schlatter.

Genossenschaftspräsident Jürg Schlatter.

Bild: PD

Der Genossenschaftspräsident sagt, die Betriebskommission habe das Problem des «Ansprechverhaltens gegenüber den Gästen» mehrfach mit dem Bademeisterteam thematisiert. «Wir haben versucht, daran zu arbeiten. Aber mit zu wenig Erfolg.» Schliesslich habe man die Situation vertieft analysiert und sei zum Schluss gekommen, dass man eine neue Führung für das «Hörnli» wolle.

Als Team so stark, dass nun alle gehen müssen

Weil das Team bestehend aus Dominique Assire, seinem Sohn Mathieu und Georg Vesper in sich gut funktioniere, habe die Genossenschaft keinen anderen Weg gesehen, als gleich allen Dreien zu kündigen. Man gehe damit zwar das Risiko eines gewissen Know-how-Verlustes ein. «Es ist jedoch auch innerhalb der Genossenschaft viel Wissen vorhanden, gerade bei der Technik. Wir fangen nicht bei null an», gibt sich Schlatter zuversichtlich.

Er ist auch optimistisch, was die Besetzung der insgesamt 250 Stellenprozent betrifft. «Wir haben bereits erste Bewerbungsgespräche geführt.» Der Vertrag mit Assire und seinem Team läuft Ende Februar aus. Die Neuen werden im Frühling starten.

«Wir suchen drei Einzelpersonen, die aber natürlich zueinander passen.»

Das Auftreten gegen aussen ist nicht der einzige Kritikpunkt, der zur Kündigung des Bademeisterteams geführt hat. Man wünsche sich ein klareres Konzept und mehr Struktur im Betrieb, sagt der Genossenschaftspräsident. «Wir würden zum Beispiel gerne Einsatzpläne sehen. Oder eine Planung der Einsätze der Aushilfen von SLRG und PH.» Jürg Schlatter betont abschliessend: «Der Schritt der Kündigung ist uns schwer gefallen. Ich will das Team auch nicht schlecht machen. Bademeister ist ein schwieriger Job.»

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