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Nach «härteren Rollenspielen»: Kreuzlinger Gericht verurteilt Mann wegen Vergewaltigung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten

Das Bezirksgericht Kreuzlingen hat einen Beschuldigten der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung schuldig gesprochen. Der Fall wurde auf Wunsch des Opfers unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Das Urteil ist rechtskräftig.
Laut des Beschuldigten waren die sexuellen Handlungen einvernehmlich. (Bild: getty)

Laut des Beschuldigten waren die sexuellen Handlungen einvernehmlich. (Bild: getty)

(tn) Der Beschuldigte soll laut Anklage das Opfer am Ende ihrer langjährigen Beziehung in vier Fällen zu nicht einvernehmlichem Geschlechtsverkehr und sexuellen Handlungen gezwungen haben, schreibt das Bezirksgericht Kreuzlingen in einer Medienmitteilung. Dabei habe er die sexuellen Handlungen teils gefilmt. Wie es weiter heisst, habe das Opfer dem Gericht sein Desinteresse mitgeteilt. Es zog sämtliche Anträge auf Schadenersatz zurück. «Ferner machte es von seinem Recht Gebrauch, nicht über die Vorfälle sprechen zu müssen», schreibt das Bezirksgericht.

Umstrittene Rollenspiele

Umstritten war, ob es sich bei den Gewaltanwendungen um gespielte oder echte Gewalt handelte. Denn wie es in der Mitteilung heisst, waren die sexuellen Handlungen laut des Beschuldigten einvernehmlich. «Das Opfer hätte jederzeit die Möglichkeit gehabt, zu intervenieren», gab dieser zu Protokoll. Die Handlungen seien auf Wunsch des Opfers und nach vorgängiger Absprache etwas «härter» ausgefallen.

Man habe vorgängig besprochen, was man machen möchte, und hinterher die Videos zusammen angeschaut. Ausserdem hätten sie nach einem der Vorfälle zusammen gebadet und auch zusammen in einem Bett geschlafen.

«Zeitweise nicht im Einverständnis mit dem Opfer»

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass bei einem der Vorfälle die sexuellen Handlungen und der Geschlechtsverkehr zumindest zeitweise nicht im Einverständnis mit dem Opfer stattgefunden hatten. «Bei den drei weiteren Anklagepunkten hingegen erkannte das Gericht keine Anwendung von physischer oder psychischer Gewalt», heisst es in der Mitteilung. Das Gericht ging zugunsten des Beschuldigten davon aus, dass er, auch aufgrund der langjährigen Beziehung, nicht davon ausgehen musste, das Opfer habe die sexuellen Handlungen mit ihm nicht gewollt; «zumindest habe es diese gebilligt».

Das Bezirksgericht verurteilte den nicht vorbestraften Beschuldigten zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Urteil des Bezirksgerichts Kreuzlingen vom 2. Juli 2019 Der Entscheid ist rechtskräftig.

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