Nach dem Wiedereinstieg steht schon die Versammlung vor der Tür: Susanne Dschulniggs erste 65 Tage zurück im Kreuzlinger Kirchenpräsidium

Der Wiedereinstieg sei ruhig verlaufen, sagt sie, wegen Corona und den Sommerferien. Mit der anstehenden Kirchgemeindeversammlung, der düsteren Finanzlage und dem sanierungsbedürftigen Evangelischen Kirchgemeindehaus, hat sie aber grosse Aufgaben vor sich.

Urs Brüschweiler
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Susanne Dschulnigg wurde im April im 2. Wahlgang zur neuen evangelischen Kirchenpräsidentin in Kreuzlingen gewählt. Sie hatte dieses Amt bereits von 2012 bis 2016 inne.

Susanne Dschulnigg wurde im April im 2. Wahlgang zur neuen evangelischen Kirchenpräsidentin in Kreuzlingen gewählt. Sie hatte dieses Amt bereits von 2012 bis 2016 inne.

(Bild: Andrea Stalder)

Es scheint, als wäre sie nie weggewesen. Susanne Dschulnigg ist nach vier Jahren Unterbruch wieder zurück als Präsidentin der Evangelischen Kirchengemeinde und lädt zur Pressekonferenz vor der Gemeindeversammlung. Sie betont aber:

«Nein, es hat sich sehr viel verändert. Und es ist für die neue Vorsteherschaft auch eine spezielle Situation.»

Weil die Rechnungsgemeinde wegen der Pandemie verschoben wurde, muss die nach den Wahlen erneuerte Behörde Rechenschaft über die Finanzen ihrer Vorgänger ablegen.

Allerdings sollte dies kein Problem darstellen, denn die Rechnung 2019 schliesst mit knapp 30'000 Franken im Plus ab, wie Kirchenpflegerin Marianne Pfändler ausführt. Trotz geringerer Steuereinnahmen als erwartet, habe man das Budget klar übertroffen. Die Kirchenpflegerin lobt die Mitarbeiter für ein hohes Kostenbewusstsein.

Dunkle Wolken am Finanzhimmel

Im Finanzplan, den man auf Wunsch aus der Stimmbürgerschaft im Büchlein ausweist, zeichnen sich jedoch dunkle Wolken über der Gemeinde ab. Trotz der für das laufende Jahr bereits beschlossenen Steuerfusserhöhung werden die Zahlen künftig «rasant ins Minus fallen». Die schwindenden Mitgliederzahlen, einhergehend mit sinkenden Steuereinnahmen, der Liegenschaftsunterhalt und die Personalkosten seien die grossen Themen.

Wie weiter mit dem Kirchgemeindehaus?

Gefragt sind neue Ideen und Konzepte für das sanierungsbedürftige Kirchgemeindehaus.

Gefragt sind neue Ideen und Konzepte für das sanierungsbedürftige Kirchgemeindehaus.

Aufgelöst wird die Vorfinanzierung für das Kirchgemeindehaus. Nachdem die Stimmbürger das grosse Sanierungsprojekt 2019 bachab geschickt haben, steht man hier wieder bei null. «Es liegt nun an uns», sagt Dschulnigg. «Wir müssen neu denken, was wir haben und was wir brauchen. Und dafür müssen wir uns auch Zeit nehmen.» Im September werde dazu eine Kommission gebildet. Eines ihrer persönlichen Legislaturziele ist, dass in vier Jahren klar ist, wie es mit dem Gebäude weitergeht. Solange es nicht hineinregne, sei es auch kein akutes Problem.

«Für das Kirchgemeindehaus müssen wir uns die nötige Zeit geben.
Es ist jetzt wieder alles zu denken erlaubt.»

Ein Landgeschäft und eine längere Testphase für Gottesdienste

Neben der Rechnung gilt es für die Kirchbürger nächste Woche über ein kleines Landgeschäft mit dem Alterszentrum zu befinden sowie über die Verlängerung der Testphase eines neuen Gottesdienstkonzepts.

In den 65 Tagen, in denen Susanne Dschulnigg nun wieder im Amt ist, sei ihr noch kein Tag langweilig gewesen. Der Wiedereinstieg während der Coronazeit und in den Sommerferien sei ruhig verlaufen. «Ich hatte Zeit, mich einzulesen».

Vorfreude auf das neue Pfarrer-Ehepaar

Besonders freut sich Dschulnigg auf die Einsetzung des neuen Pfarrehepaars Hochstrasser am 23. August. «Sie stehen für den Aufbruch und die Zielsetzung, eine junge und familienfreundliche Kirche zu sein.»

Die Behörde wird sich im September zur Klausur zurückziehen und für alle Ressorts Ziele definieren. «Wir müssen uns nun im Dialog als Team finden.»

Die Kirchgemeindeversammlung findet statt, am 11. August, 19.30 Uhr, im Kirchgemeindehaus an der Bärenstrasse 25.

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