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Nach dem Entscheid zum Kreuzlinger Boulevard: Die einen sind erleichtert, die anderen enttäuscht

Der Beschluss zum Abbruch des Versuchs mit der Verkehrsführung an der Hauptstrasse kommt nicht überall gut an. Vertreter des Initiativkomitees und des Quartiervereins sind sauer. Sie werfen dem Stadtrat vor, er sei vor dem Gewerbe eingeknickt.
Martina Eggenberger Lenz
Der Kreuzlinger Stadtrat Ernst Zülle beim Einbahn-Schild am Helvitiaplatz, das im Februar aufgestellt wurde. (Bild: Reto Martin)

Der Kreuzlinger Stadtrat Ernst Zülle beim Einbahn-Schild am Helvitiaplatz, das im Februar aufgestellt wurde. (Bild: Reto Martin)

Am Montag hat der Stadtrat den runden Tisch bekanntlich über die Resultate der Verkehrszählungen und der Umfrage informiert. «Nach diesem Treffen hatten wir eigentlich ein gutes Gefühl», sagt Jost Rüegg, der für das Initiativkomitee für einen autofreien Boulevard dabei war. Auf Grund der Zahlen habe man damit gerechnet, dass der Versuch nicht vorzeitig beendet werde.

Jost RüeggInitiativkomitee

Jost Rüegg
Initiativkomitee

«Die Zahlen sind ein Erfolg. Ich bin enttäuscht, dass der Stadtrat dem Gejammer des Gewerbes so voreilig nachgegeben hat.»

In der Tat ist es so, dass die Verkehrszählungen der Prognose nahe kommen. Die Entlastung des Boulevards funktionierte und der Mehrverkehr im Bodanquartier hielt sich in Grenzen. Jost Rüegg stellt denn auch die Ergebnisse der Umfrage in Frage. Der Rückfluss bei den befragten Bürgern war mit knapp 20 Prozent relativ dürftig. «Und normalerweise melden sich doch eh nur die, die sich aufregen.» Die Umfrage sei also nicht repräsentativ. Auch beim Gewerbe sei die Situation nicht so eindeutig. Schliesslich habe nur knapp jeder zweite Betrieb mitgemacht. Es gebe auch Gewerbler, die gegen einen vorzeitigen Abbruch gewesen seien.

Quartier kann Mehrverkehr schlucken

Ähnlich sieht das Bernard Roth vom Quartierverein Bodan. «Mir ist natürlich auch aufgefallen, dass das Resultat der Verkehrszählung bei weitem nicht so tragisch war wie befürchtet. Der Mehrverkehr im Quartier ist minimal.» Dass der Versuch jetzt abgebrochen wird, findet der Präsident des Quartiervereins «sehr schade». Der Fall liege aus seiner Sicht nicht so klar, die Begründung mit der Umfrage sei zu dürftig.

Bernard RothQuartierverein Bodan

Bernard Roth
Quartierverein Bodan

«Das Gewerbe hat strukturelle Probleme, die mit der Verkehrsführung wenig zu tun haben.»

Roth ist überzeugt, dass es im Rahmen der ausprobierten Lösung noch Spielraum für Optimierungen gegeben hätte. Zum Beispiel habe die Einbahntafel beim Helvetiaplatz nicht sehr einladend gewirkt. Aus Sicht des Quartiervereins hätte man dem Versuch gerne noch mehr Zeit zugestanden. Der Stadtrat sei etwas gar schnell eingeknickt. «Der Durchgangsverkehr muss weg. Der bringt auch dem Gewerbe nichts.» Leider habe der Stadtrat mit seinem Entscheid nun «die Tür zugeknallt».

Für das Gewerbe gab es nur einen logischen Schluss

Nur lobende Worte für den Stadtratsbeschluss gibt es erwartungsgemäss von den Vertretern des Gewerbes. «Wir sind erleichtert und dankbar, dass der Stadtrat so schnell reagiert hat», sagt Andreas Haueter, Präsident von Gewerbe Kreuzlingen. Weil mit Beginn des Versuchs sofort die negativen Rückmeldungen der Detaillisten gekommen seien, habe man sich dafür eingesetzt, dass die Umfrage und der Entscheid vorgezogen würden. «Das Resultat der Umfrage lässt doch nur einen logischen Schluss zu. Und der heisst Abbruch», betont Haueter. Die komplizierte Verkehrsführung hätten nicht einmal alle Kreuzlinger verstanden. Für Auswärtige sei es noch viel schwieriger gewesen, den Weg zu den Läden zu finden. «Einbahntafeln sind keine Willkommenskultur.»

«Der Entscheid für Abbruch der Übung war richtig», betont auch Patrick Wiget, der als Vertreter der Löwenstrasse am runden Tisch mitgearbeitet hatte. Für ihn war das Resultat der Umfrage ebenfalls eindeutig. Dass die Initianten und Vertreter des Quartiervereins das anders wahrgenommen hätten, erstaune ihn. Wiget hofft nun, dass zeitnah ein übergeordnetes, ganzheitliches Konzept für das Zentrum erstellt wird. «Wir haben jetzt eine neue Chance», stellt auch Andreas Haueter fest. Schliesslich sei das Ziel, die Aufenthaltsqualität am Boulevard zu verbessern, unumstritten.

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