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Nach 33 Jahren endet Langers
Wirte-Abenteuer auf dem «Trauben»

Mit Beginn der fast einjährigen Sanierungsphase des Gasthaus zum Trauben geht im nächsten Februar das Wirteehepaar Jürg und Olivia Langer in Pension.
Sabrina Bächi
Olivia und Jürg Langer auf der Treppe zum Gasthaus zum Trauben. (Bild: Reto Martin)

Olivia und Jürg Langer auf der Treppe zum Gasthaus zum Trauben. (Bild: Reto Martin)

Wie kam es, dass Sie den «Trauben» übernahmen?

Jürg Langer: Ich habe hier die Lehre als Koch gemacht und wusste schon damals, dass ich das Restaurant gerne mal übernehmen würde.

Und ihre Frau war damit einverstanden?

Olivia Langer: Als wir uns zufällig in einem Hotel im Berner Oberland kennen lernten, war es Liebe auf den ersten Blick. Bereits am dritten Tag fragte er mich, ob ich mit ihm einmal den «Trauben» übernehmen würde. Es war also von Anfang an klar, wohin unsere Reise führt.

Was reizte Sie denn so an diesem Gasthaus?

Jürg Langer: Die Grösse des Betriebs ist ideal, man kann für verschiedene Gruppen kochen. Von grossen Banketten bis zur Mittagskarte ist alles möglich. Zudem ist es ein sehr schönes Gebäude und wir hatten immer vier Wochen Sommerferien und frei an Weihnachten und Ostern.
Olivia Langer: Und sonntags war auch zu, das war mir sehr wichtig. Ich wollte diese Zeit für die Familie, das war meine Bedingung für das Abenteuer «Trauben».

Als Wirtin, war es da eher ein Vor- oder Nachteil, dass Sie Damenschneiderin sind?

Olivia Langer: Wohl beides. Das erste halbe Jahr war brutal. Wir hatten ja auch noch zwei kleine Kinder. Aber ich konnte mich gut auf Neues einlassen. Das war sicher ein Vorteil.

Würden Sie beide diesen Weg wieder wählen?

Jürg Langer: Ja, es war trotz aller Anstrengungen eine sehr schöne Zeit. Sie ist es bis heute.
Olivia Langer: Ja, ganz klar. Das Positive hat immer überwogen.

Sie hatten also nie Zweifel?

Olivia Langer: Jürg nicht, ich schon. Ich hatte mal eine Krise und fragte mich, ob es das wirklich für mein Leben gewesen ist.

Was taten Sie dagegen?

Jürg fragte mich, was ich denn sonst tun wolle. Und damit hatte sich die Sache eigentlich erledigt. Weil etwas anderes konnte ich mir doch nicht vorstellen.

Jürg und Olivia Langer am langen Tisch in der Gaststube. (Bild: Reto Martin)

Jürg und Olivia Langer am langen Tisch in der Gaststube. (Bild: Reto Martin)

Der «Trauben» ist für Essen und Kultur bekannt. War das schon immer so?

Jürg Langer: Nein, das ist das Werk von Olivia.
Olivia Langer: Bei unserem 10-Jahr-Jubiläum habe ich das Fest organisiert und das kam so gut an – Essen und Kultur – dass wir beschlossen, dies weiter zu führen und auszubauen.

Welches sind die negative Seiten des Wirtens?

Olivia Langer: Der Stress zu Spitzenzeiten. Das ist anstrengend und ich mache mir dann auch manchmal Sorgen um Jürg. Es ist auch körperlich nicht einfach, das alles auszuhalten.

Sie sind also froh, wenn Sie in Pension gehen können?

Jürg Langer: Ja, bestimmt, wir freuen uns sehr darauf

Was werden Sie vermissen?

Jürg Langer: Die Gäste und die Abwechslung bei der Arbeit.
Olivia Langer: Natürlich die Gäste, aber auch das Personal. Es ist für uns fast ein bisschen Familie.

Wie geht es nun für Sie beide weiter?

Jürg Langer: Wir ziehen von der Wirtewohnung im «Trauben» in das Haus meiner Eltern in Weinfelden. Ich werde mich dort handwerklich betätigen können. Ansonsten wandere ich gerne, fahre Ski und Velo.
Olivia Langer: Ich werde Kräuterhexe (lacht). Vor allem freue ich mich auf eine richtige Küche, genug Zeit zum Lesen, Nähen und für Museumsbesuche. Ich freue mich auf Normalität.

Letzter Arbeitstag im Februar

Nach 33 Jahren gehen Jürg und Olivia Langer in Pension. Am 15. Februar ist ihr letzter Arbeitstag als «Trauben»-Wirtepaar. Danach schliesst das Gasthaus für elf Monate wegen eines grossen Umbaus (unsere Zeitung berichtete). Am 27. Oktober veranstalten Langers im «Trauben»-Saal einen ersten Flohmarkt, bei dem Dekoartikel wie Vasen oder Kerzenständer günstig verkauft werden.

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